Verein Pro Arbeit in Herzebrock beantragt 40.000 Euro 



40.000 Euro benötigt der Verein Pro Arbeit, um in Herzebrock seine Arbeit mit Flüchtlingen die nächsten zwei Jahr zu bewerkstelligen.

Secondhandverkauf am Recyclinghof. Foto: Schäfer

Herzebrock-Clarholz (ds) - Der Verein Pro Arbeit betreibt seit 1998 den örtlichen Recyclinghof mit Secondhandverkauf an der Otto-Hahn-Straße. Im Oktober hat er einen Zuschuss für seine integrative Arbeit in Höhe von 40.000 Euro bei der Gemeinde beantragt. 

Im Januar entscheidet die Politik

Das Anliegen wird im Rahmen der Haushaltsplanberatungen im Januar diskutiert. Darauf einigte sich der Ausschuss für Jugend, Familien, Senioren und Soziales. Vor der jüngsten Sitzung statteten die Kommunalpolitiker der Einrichtung einen Besuch ab. „Ich war sehr beeindruckt“, resümierte die Ausschussvorsitzende Petra Lakebrink (die Grünen). Sie selbst habe die Gründung des Recyclinghofs miterlebt und zeigte sich angetan von der Entwicklung. 

Seit 23 Jahren betreibt Pro Arbeit auf Grundlage eines Kooperationsvertrags den Recyclinghof für die Gemeinde. „Als gemeinnütziger Verein haben wir uns die Integration von Menschen in faire Arbeit zum Ziel gesetzt“, heißt es in dem umfangreichen Antrag der Institution. Und so habe sich der Standort in der Kommune zu einem Platz entwickelt, an dem Langzeitarbeitslose und geflüchtete Menschen sinnvoll beschäftigt und gefördert werden. 

Fünf Flüchtlinge als Arbeitskräfte vermittelt

„Diese Aktivität hat sich bei der Betreuung und Beschäftigung von Flüchtlingen bewährt“, führt der Verein aus. In Abstimmung mit weitere Akteuren seien Arbeitsfelder für Menschen entstanden, die über keine oder geringe Sprach- und Arbeitsmarktkenntnisse verfügten und ohne Beschäftigung ziel- und perspektivlos ihr Asylverfahren hätten abwarten müssen.

Der Verein Pro Arbeit belegt den Erfolg seiner Arbeit konkret: So seien in den vergangenen drei Jahren fünf arbeitssuchende Flüchtling in Ausbildungen als Altenpfleger, Koch, Maler, Maurer und Elektriker bei örtlichen Betrieben vermittelt worden. 

Wöchentlicher Sprachunterricht durch Lehrkräfte

„Weitere fünf Menschen sind inzwischen als Hilfskräfte in einem Elektrobetrieb, als Gärtner, Betonbauer, in der Gastronomie und bei Amazon tätig“, heißt es in dem Antrag. Sie würden ihr Leben in der Kommune bewältigen, ohne auf finanzielle Unterstützung der öffentlichen Hand angewiesen zu sein.

 Grundsätzlich könnten in der Einrichtung Wissen zum Arbeitsmarkt, zum Alltag und vielem mehr vermittelt werden. Besonders wichtig sei das Angebot des wöchentlichen Sprachunterrichts durch eine professionelle Lehrkraft, was Pro Arbeit selbst als Fördermodell „Arbeit und Sprache“ bezeichnet. 

Geld sichert Programm für zwei Jahre

„Zurzeit findet keine finanzielle Förderung der von uns geleisteten Integrationsarbeit in Herzebrock-Clarholz statt, um geflüchtete Menschen anzuleiten und unsere Fachkräfte zur Sprachförderung zu finanzieren“, schreibt Pro Arbeit. Eine Einmalzahlung in Höhe von 40.000 Euro für das Programm „Arbeit und Sprache“ würde dieses zumindest für die nächsten zwei Jahre sichern. Auch eine intensivere Ausrichtung der Angebote auf geflüchtete Frauen werde mit diesem Geld möglich.

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