Wo entsteht das neue Rathaus in Herzebrock-Clarholz?


Das Herzebrock-Clarholzer Rathaus wird neu gebaut. Die Politik wird sich für eine von fünf Flächen entscheiden müssen. 

Mögliche Flächen für den Rathausneubau sind der jetzige Standort (1), Otto-Hahn-Straße/Clarholzer Straße (2), Marktplatz Clarholz (3), Bahnhof Herzebrock (4) und Ründerholz (5).

Herzebrock-Clarholz (ds) - Daumen hoch oder Daumen runter: Diese Symbolik nutzt das Büro ConceptK, um die potenziellen fünf Standorte für einen Rathaus-Neubau in Herzebrock-Clarholz einzuordnen. Ein Fazit ziehen die Planer in einer Präsentation, die für den Haupt- und Finanzausschuss vorliegt, nicht. 

Erläuterung im Fachausschuss

Für die Sitzung am Dienstag, 30. November, ab 18 Uhr, in der Josefschule ist eine Erläuterung der Untersuchung vorgesehen. Eine Festlegung auf einen Standort soll in der Sitzung nicht erfolgen. Darauf macht die Verwaltung in der Vorlage aufmerksam.

Denn das könnte die Verhandlungsposition der Gemeinde, sollte es zum Kauf oder zur Pacht eines Grundstücks, das sich nicht im Besitz der Kommune befinde kommen, schwächen. Vorgesehen ist eine Information der Politik und der Bürger. Vorgeschlagen wird eine weitere Beratung in den Fraktionen.

Funktionalität wird beurteilt

Die werden fünf potenzielle Standorte für den künftigen Verwaltungssitz diskutieren. Diese bewertet die Beratungsgesellschaft nach folgenden Gesichtspunkten: Grundstücksgröße und –kosten, planungsrechtliche Vorgaben, eventuell erforderliche Kompensationsmaßnahmen, Lage im Ort, Zufahrtssituation, Parkmöglichkeiten, Anbindung mit Bus und Bahn, Verfügbarkeit des Grundstücks, Anzahl der Umzüge, Kosten für ein Ausweichquartier, Besonderheiten und das Flächenpotenzial für eine Erweiterung.

An Grundstücksfläche werden für den Rathausneubau nach Angaben des Beratungsbüros zwischen 2600 und 3000 Quadratmeter benötigt. Soll ein Bürgersaal gebaut werden, kommen weitere Flächen hinzu. Wenn eine Förderung durch das integrierte städtebauliche Entwicklungskonzept (Isek) möglich ist, kann diese maximal 50 Prozent betragen, so die Planer.

Ausweichquartier nötig

Aktueller Standort: 4800 Quadratmeter bieten ausreichend Platz für Rathaus und Nebengebäude sowie Erweiterungen. Das Grundstück gehört der Gemeinde. Zufahrt und Parken sind gesichert. Eine Busanbindung existiert. Eine Isek-Förderung wäre möglich. Diese Punkte sprechen für den Standort. Dagegen müsste während der Bauarbeiten ein Ausweichquartier bezogen werden.

Das heißt, es werden zwei Umzüge der Verwaltung fällig. Otto-Hahn-Straße, gegenüber der Firma Toppmöller: 6700 Quadratmeter, ausreichend Fläche für Neubauten und Erweiterungen, die im Besitz der Kommune sind. Zufahrt und Parken wären gesichert. Eine Busanbindung ist vorhanden. Kosten für eine Interimslösung zur Unterbringung der Verwaltung entstehen nicht. Als negativ werden mögliche Kompensationsmaßnahmen, die fehlende Bahnanbindung, Unsicherheiten bei der Verfügbarkeit des Grundstücks aufgrund umweltrechtlicher Einschränkungen genannt. Dieser Standort ist nach Isek nicht förderfähig.

Marktplatz ohne Bahnanbindung

Marktplatz im Ortsteil Clarholz: 4700 Quadratmeter reichen für Neubau und Nebengebäude. Zufahrt, Parkplätze und eine Busanbindung sind vorhanden. Das Grundstück befindet sich nicht im Besitz der Gemeinde. Eine Bahnanbindung fehlt. Eine Förderung nach Isek ist nicht möglich. 

Areal am Herzebrocker Bahnhof: 4300 Quadratmeter, die für Neubau und Nebengebäude ausreichen. Sie umfassen zwei Gebäude an der Clarholzer Straße sowie einen rückwärtigen Teil hinter dem Imbiss Heinermann und grenzen direkt an das Bahnhofsgelände, wodurch sich laut Büro positive Synergieeffekte ergeben würden. Bahn- und Busanbindung sind somit vorhanden. Zufahrt und Parken wären gesichert, Interimskosten für die Verwaltung entstehen keine und ein Neubau wäre nach Isek förderfähig. Die Fläche befindet sich nicht im Eigentum der Gemeinde.

Schlechter Flächenzuschnitt

Standort am Ründerholz, angrenzend an Otto-Hahn-Straße: Mit 3040 Quadratmetern ausreichend groß für Rathaus, Nebengebäude und Parkflächen. Kosten für eine Interimslösung fallen nicht an. Dagegen stehen eine fehlende Bus- und Bahnanbindung, eine mäßige Erreichbarkeit sowie die Tatsache, dass sich das Grundstück nicht im Besitz der Kommune befindet. Auch eine Förderfähigkeit nach Isek ist nicht gegeben. Der Zuschnitt wird durch ConceptK als schlecht bewertet.

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