Zu Gast in Le Chambon Feugerolles



Herzebrock-Clarholz (ja) - Freundschaften pflegen, neue knüpfen, dabei sprachliche und sonstige Barrieren überwinden, das Leben der Anderen kennen lernen und dadurch einen wichtigen Beitrag für ein friedliches Europa leisten. Das sind die Ziele einer Städtepartnerschaft.

Besuch

So auch bei der seit 38 Jahren bestehenden Verbindung zwischen Herzebrock-Clarholz und Le Chambon-Feugerolles. Das betont Jean-François Barnier, französischer Bürgermeister und Mit-Begründer dieser lebendig gestalteten Freundschaft gern. Er tat es auch beim Besuch der 44-köpfigen Gruppe, die über das Osterwochenende in die französische Partnerstadt Le Chambon-Feugerolles gereist war.

„Mode und Textil“ war das Thema dieser Begegnung, zu deren Höhepunkten die jährliche Modenschau der oberen Klassen des lokalen Berufskollegs Adrien Testud zählte. „Metamorphosen“ war sie überschrieben: Inspiriert durch das Tierreich und Phantasiewelten führten 120 Schüler ihre selbst kreierten Modelle in einer professionellen Show über den Laufsteg.

Mäntel, Kleider, Hosenanzüge, Marinestil mit Wandlungspotential, Bademoden und Wäsche wurden in Szene gesetzt mit einer perfekt einstudierten Choreographie zu ausgesuchter Musik und Lichttechnik. Die Besucher waren fasziniert von der Professionalität und Perfektion der Darbietung, der neben den deutschen Gästen auch Vertreter der überregionalen Politik und Gérard Rapp als Vorsitzender der nationalen Gesellschaft der besten Arbeiter Frankreichs ihren Tribut zollten.

<mediaobject class="imageleft" id="X0.8354646183158896" idref="X0.7911030878342379" type="image" uid="359ef673-c941-4ae5-9bb9-90ddb39676df" url="http://ecms.die-glocke.de/alfresco/d/d/workspace/SpacesStore/359ef673-c941-4ae5-9bb9-90ddb39676df/DSC_0202a.jpg" uuid="359ef673-c941-4ae5-9bb9-90ddb39676df" x0="0" x1="100" y0="0" y1="100"> <element name="Unterschrift">Besuch im Hutmuseum. Bild: Ahlke <element name="Quelle"/> </mediaobject>In Charzelles-sur-Lyon, einem ehemaligen Zentrum Europas der Hutmacherei, hatten die Austauschteilnehmer zuvor in einer zum Museum umgestalteten Hutfabrik von einer Hutmacherin eindrucksvoll erfahren, welche Schritte zu einem Qualitätshut aus Kaninchen- oder Hasenhaar führten und wie Modedesigner und berühmte Hutträger über die Jahrhunderte damit Trends setzten. Probieren gehörte mit dazu.

In La Terrasse sur-Dorlay, Regionalpark Pilat, vermittelte eine frühere Bandweberei einen Eindruck von den Arbeitsbedingungen zur industriellen Gründerzeit und der Nutzung der Wasserkraft als Energielieferant. Beim Verkosten regionaler Produkte konnte man die obst- und landwirtschaftlich fruchtbare Region besonders gut herausschmecken.

Das Abschiedsessen gestaltete sich zu einer Hutparade, denn alle waren der Aufforderung gefolgt, sich entsprechend auszustatten. Bei der Abfahrt am frühen Ostermontag waren sich alle Teilnehmer einig: dieser Austausch war thematisch außergewöhnlich gut gestaltet sowie organisatorisch und zwischenmenschlich besonders gelungen.

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