Zweiter Planungsworkshop in Clarholz



Herzebrock-Clarholz (gl) - Was geschieht in alten Wohngebieten? Unter dieser Fragestellung hatten die Gemeindeverwaltung und das Planungsbüro Tischmann/Schrooten aus Rheda-Wiedenbrück zum zweiten Planungsworkshop im Rahmen des städtebaulichen Entwicklungskonzeptes für Clarholz eingeladen.

Planungsworkshop

Das Thema, das von Tanja Schrooten und Maren Dinter vorbereitet wurde, lautete diesmal „Wohngebiete im Wandel der Zeit.“ Wie kann man die Wohngebiete aus den 50er- bis 70er-Jahren attraktiv halten für junge Familien, aber auch für Mehrgenerationen-Wohnen? Diese und ähnliche Fragen standen bereits bei der Radtour im Mittelpunkt, die die Teilnehmer zu Beginn des Workshops durch verschiedene Wohngebiete führte. Stationen waren der Kollwitzweg und der Riemenschneiderweg in der Stroth-Siedlung sowie die Wulfbrede und die Kirchstraße.

Umbauten und bauliche Veränderungen sollten nicht zu strengen Auflagen in der Baugestaltung unterliegen. Andererseits müssten bauliche Erweiterungen alter Wohngebäude oder gar die Neubebauung von Grundstücken im Bestand auch Rücksicht auf das Siedlungsbild und nachbarliche Interessen nehmen, so die Meinung der Teilnehmer.

Interessiert und engagiert gingen die Bürger anschließend auch in der Wilbrandschule zu Werk. Nach der Darstellung einer Bestandsanalyse durch das Planungsbüro, vorgetragen von Maren Dinter, ging es in zwei Arbeitsgruppen um folgende Themen: Generationenwechsel und dauerhafte Nutzung von Altimmobilien; und städtebauliche Entwicklung der Quartiere. Die Antworten waren vielschichtig, wenngleich generelle Lösungsansätze schwer zu finden waren.

Ältere Bewohner seien letztlich doch eher schwer zu bewegen, ihre Gebäude frühzeitig jungen Familien zu überlassen und in eine seniorengerechte Wohnung zu ziehen, hieß es. Gerade für diese Wohnungsart müsst ein Angebot in zentraler Lage geschaffen werden. Auch im Hinblick auf die Vergrößerung von Wohngebäuden für ein Mehrgenerationen-Wohnen mit separatem Gartenzugang für die Obergeschoss-Wohnung müsse noch ein Umdenkungsprozess angestoßen werden, so die Meinung. Grüngestaltung der Wohngebiete sowie sichere Fuß- und Radwegverbindungen waren weitere Themen.

Probleme, Ideen, Lösungsansätze: Alles wurde auf Karten notiert und themenbezogen auf Stellwände geheftet. Das Stadtplanungsbüro will die Beiträge der Teilnehmer nun auswerten. Die Ergebnisse der beiden Workshops werden demnächst dem Planungsausschuss vorgestellt.

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