Zweiter Versuch für Renaturierung des Axtbaches



Einen zweiten Versuch zur Renaturierung des Axtbaches will die Kommune unternehmen. Diese war vor einigen Jahren gescheitert. 

Die Senke im Bereich des Blinden Busches soll im Zuge des Projekts aufgeweitet werden, um mehr Wasser aufnehmen und ableiten zu können. Insgesamt umfasst die Maßnahme acht einzelne Punkte, die sich auf Nebengewässer des Axtbaches im Bereich des Klosters Clarholz konzentrieren. Foto: Schäfer

Herzebrock-Clarholz (ds) - Im Jahr 2018 ist ein Konzept zur Renaturierung und zur Verbesserung des Hochwasserschutzes im Umfeld des Axtbachs im Raum Clarholz erstellt worden. Umgesetzt wurde es bis jetzt nicht. Unter anderem, weil Eigentümer notwendigen Grundstücksverkäufen nicht zustimmen wollten. „Wir werden erneut versuchen, die notwendigen Flächen zu bekommen“, stellte Bürgermeister Marco Diethelm (CDU) jetzt fest.

Es gilt das Prinzip Hoffnung

Im Rahmen der Haushaltsplanberatungen im Klima- und Umweltausschuss kam das Thema aufs Tapet. Denn im Entwurf des Zahlenwerks findet sich die entsprechende Finanzposition für verschiedene Maßnahmen rund um das Projekt wieder. „Es gründet auf dem Prinzip Hoffnung, dass wir das reingeschrieben haben“, so das Herzebrock-Clarholzer Gemeindeoberhaupt, das das Paket aus Gründen des Hochwasserschutzes gern umsetzen würde.

Rückblick: Keine Auenlandschaft oder ein Wassererlebnispfad waren damals geplant. Vielmehr ging es um acht kombinierte Maßnahmen, die die Wasserqualität des Axtbachs und seiner Nebengewässer sowie gleichzeitig den Hochwasserschutz rund um die Klosteranlage in Clarholz erhöhen sollten. 

Grabenaufweitung oder Durchlass

Ob Grabenaufweitung oder Einbau eines Durchlasses – einiges spiele sich für den Betrachter kaum wahrnehmbar, anderes deutlich sichtbar ab, hieß es damals. Außer kleineren Anpassungen im Grabensystem war die Aufweitung der vorhandenen Senke im Blinden Busch im Gespräch. Der Schweinemerschgraben zwischen Letter Straße und Eichenallee sollte breiter werden und einiges mehr.

Ein förderfähiges Projekt: 80 Prozent der Kosten würde das Land übernehmen. Für dieses Jahr sind 220.000 Euro eingeplant, denen 176.000 Euro an Landesförderung gegenüberstehen. Im Finanzplan der kommenden drei Jahre stehen nochmals 605.000 Euro aufgeführt, an Landesförderung sind dort 484.000 Euro vermerkt. 

Flächen müssten verkauft werden

Bekannt war von vornherein, dass Kritiker des Straßenneubaus B 64 immer betont hatten, keinerlei Flächen verkaufen zu wollen – auch nicht für diese Maßnahmen an den Gewässern, wie sich zeigte. Das hatten sie damals deutlich gemacht. Worauf das Prinzip Hoffnung des Bürgermeisters jetzt beruht, darauf ging er im Ausschuss am Montagabend nicht weiter ein.

Er hofft nur, dass nicht erneut eine Verquickung der aus seiner Sicht zwei unterschiedlichen Themen Straßenneubau und Maßnahmen rund um den Axtbach erfolgt. „Keine Flächenverfügbarkeit, keine Umsetzung“, brachte er es auf den Punkt.

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