Chris Neitemeier regiert das Benteleraner Schützenvolk

Von Lars Nienaber,

Der 29-Jährige bewies beim rund zweistündigen Wettbewerb unter der Vogelstange die stärksten Nerven.

Auf den Schultern von Marcel Hoffmeister und Fabian Heidsiek (r.) wird Chris Neitemeier ins Zelt getragen. Der 29-Jährige regiert die Antoniusschützen zusammen mit seiner Königin Julia Basel. Foto: Nienaber

Langenberg-Benteler (lani) - „Das wird ein wildes Jahr“ – nimmt man die ersten Minuten des „Neuen“ auf dem Benteleraner Thron als Maßstab, dann dürfte Brudermeister Holger Kröger mit seiner ersten Einschätzung des bevorstehenden Regentenjahrs von Chris Neitemeier Recht behalten. Der 29-Jährige ließ es bereits vor seiner Proklamation mächtig krachen im Festzelt. 610 Schuss – so lange hatte es in Benteler wohl noch nie einen Holzadler im Kugelfang gehalten. Vogelbauer Dirk Heimeier hatte im Vorfeld offenbar besonders gute Arbeit geleistet. Und dennoch rupfte Chris Neitemeier den zähen Aar auf den letzten Metern eines fast zweistündigen Königsschießens mit Leichtigkeit. 

Herz der Regenten schlägt für Fußball und Schützenwesen

Nachdem nach einem seiner Schüsse zunächst der linke Flügel zu Boden gesegelt war, flogen später weitere Teile des Rumpfs von der Stange, bis letztlich nur noch wenige Restfasern von dem einst so stolzen Wappentier zeugten. Chris Neitemeier, Ingenieur im Automobilbauwesen, regiert die Benteleraner Schützen in den kommenden zwölf Monaten zusammen mit seiner Lebensgefährtin Julia Basel aus Bokel. Die 27-Jährige teilt mit ihrem persönlichen „König“ nicht nur die Leidenschaft fürs Schützenwesen. Sowohl Neitemeier als auch Basel sind passionierte Fußballer. Die Königsresidenz steht an der Liesborner Straße. 

Vor Neitemeiers Meisterschuss hatte es lange Zeit nach einem Familienduell ausgesehen. Auf der einen Seite nahmen Chris und sein Bruder Phil den Adler aufs Korn. Ihnen gegenüber standen mit Matthias und Fabian Heitzig zwei ebenbürtige Aspiranten auf die Majestätenwürde. Als das Objekt der Begierde langsam, aber sicher seinem Lebensende entgegenschritt, verabschiedeten sich die jeweils Älteren der Familienbanden aus dem Wettbewerb, lediglich Chris Neitemeier und Fabian Heitzig traten weiter eifrig ans Gewehr. Zu diesem Zeitpunkt hatte sich auch Marcel Hoffmeister aus dem Titelrennen verabschiedet, der gern weitergeschossen hätte, aber von Moderator und Vater Rolf Hoffmeister mit einem Augenzwinkern zurückgepfiffen wurde: „Mutti dreht durch! Lass es.“ 

Insignien fallen schneller als der Rest vom Vogel

Deutlich schneller als der Vogel fielen die Insignien. Reinhard Entrup holte den rechten Flügel nach 342 Schüssen aus dem Kugelfang, Hendrik Sudkemper den Apfel mit der 155. Ladung. Julian Alder sicherte sich das Zepter (101. Schuss), Markus Hölscher die Krone (46.).

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Von Lars Nienaber,