In Langenberg sind die besten Schäferhunde zu Gast



Hundehalter und ihre Besitzer bereiten sich am kommenden Wochenende auf die Teilnahme an der Weltmeisterschaft vor.

Pro Tag bis zu 500 Besucher sowie insgesamt 57 Starter werden am Wochenende zur FCI-Bundesqualifikation des Vereins für Deutsche Schäferhunde in Langenberg erwartet. Die siegreichen Tiere lösen das Ticket zur WM. Foto: dpa

Langenberg (gl) - Sie sind Kumpel, Seelentröster, Fitnesstrainer: Mehr als fünf Millionen Hunde leben in deutschen Haushalten. Zu den beliebtesten Fellnasen zählen seit je her Schäferhunde. Aus dem Gedanken der Gründungsväter, einen Gebrauchshund an der Herde zu haben, sind im Lauf der Zeit immer mehr Eigenschaften hinzugekommen, die Halter mit ihrem Hund erfüllen können. Nicht jedes Tier-Mensch-Gespann ist dabei gleich vielseitig veranlagt.

Spürnasen bereiten sich auf WM vor

Schäferhunde, die in Sachen Nasenarbeit, Schutzdienst, Gehorsam und Co. besonders fit sind, sind demnächst in Langenberg zu sehen. Sie sind eingeladen zur FCI-Bundesqualifikation des Vereins für Deutsche Schäferhunde, die am Samstag und Sonntag, 25. und 26. Juni, auf dem Sportgelände an der Mehrzweckhalle, Bentelerstraße in Langenberg, über die Bühne geht. „An diesem Wochenende kommen die Qualifizierten und somit die Besten der besten Teams aus unseren 19 Landesgruppen zusammen, um den hohen Ausbildungsstand ihrer Hunde unter Beweis zu stellen“, erläutert Andreas Heß, Vorsitzender der gastgebenden Landesgruppe Ostwestfalen-Lippe, der allein 2000 Mitglieder angehören, die sich in 75 Ortsgruppen organisieren.

57 Teilnehmer aus dem gesamten Bundesgebiet werden erwartet

Wettbewerbe, wie sie nun Hundefreunde aus ganz Deutschland nach Langenberg locken, finden einmal im Jahr, immer in einem anderen Bundesland, statt. Es handelt sich dabei um die Qualifikation zur Weltmeisterschaft des weltweiten Dachverbands FCI. Die 57 Starter, die aus dem gesamten Bundesgebiet anreisen, stellen sich in der kleinen Gemeinde im Südzipfel des Kreises Gütersloh dem Wettbewerb, um den Bundestitel zu erwerben und letztlich die Fahrkarte zu lösen für die WM.

Hintergrund

Der Verein für Deutsche Schäferhunde mit Hauptsitz in Augsburg hat bundesweit 50 000 Mitglieder, die sich in 19 Landesgruppen organisieren. Oftmals bilden die Bundesgrenzen eine Landesgruppe, wobei es gerade bei größeren Bundesländern wie Nordrhein-Westfalen auch schon mal drei Landesgruppen sein können. Aus der Genetik heraus handelt es sich bei dem Verein für Deutsche Schäferhunde um einen Zuchtverband, der sich 1899 gegründet hat. Mit den Tieren und den Anforderungen an diese haben sich auch die Betätigungsfelder innerhalb des Vereins verändert. Er widmet sich nun vielmehr vor allem den Bereichen Begleithund, Rettungshundeausbildung, Agility und dem Vielseitigkeitssport. Teamfähigkeit, Spritzigkeit, Unterordnung: Das sind die wichtigen Merkmale bei Letztgenanntem. „Diese Eigenschaften versuchen wir immer wieder zu verbessern, auch züchterisch und somit genetisch. Allem voran ist und bleibt jedoch die Gesundheit zu nennen, die für eine Gebrauchshundrasse das höchste Gut sein muss“, erläutert Andreas Heß. So habe der Verein als einer der ersten Rasseverbände mit der Kontrolle der Gelenke begonnen und könne daher mittlerweile auf eine lange und verbesserte Zucht zurückblicken, meint Heß.

Aber was können die Besucher erwarten? Vorgeführt wird nach der FCI-Prüfungsordnung in der Prüfungsstufe IGP3. Das ist die höchste Prüfungsstufe, die Königsklasse also. Sie gliedert sich in drei Sparten auf. In der ersten, der Nasenarbeit, muss der Hund einer 600 Schritt langen und einer Stunde alten Spur einer Hilfsperson folgen und zielgenau ausarbeiten.

In der zweiten Prüfungskategorie, der Unterordnung, werden Teamgeist und Spritzigkeit abgefragt. „Hier ist Sitz, Platz, bei Fußlaufen und das Bringen von Gegenständen das Thema für Hund und Hundeführer“, betont Heß. In der dritten Sparte, im Schutzdienst, wird ein Scheintäter als Hilfsperson eingesetzt. „Hier wird geprüft, ob Hund und Führer mit den Trieben des Tiers und Konzentration eine gehorsame, führige und neutrale Arbeit zeigen können.“

Bürgermeisterin Susanne Mittag tritt als Schirmherrin auf

In Langenberg findet die Bundesqualifikation das erste Mal statt. „Die kleine, aber historische Gemeinde Langenberg hat uns im Einklang mit dem Sportverein SV Langenberg-Benteler direkt mit offenen Armen empfangen“, betont Landesgruppenchef Andreas Heß. Bürgermeisterin Susanne Mittag habe sich zudem gern und ohne langes Bitten dazu bereiterklärt, die Schirmherrschaft für die Veranstaltung zu übernehmen.

Wie bei derartigen Wettbewerben üblich, finden alle Vorführungen auf dem Rasen statt. Entsprechend dient der Sportplatz als Kampfarena. Die Versorgung der Teilnehmer und „der hoffentlich zahlreichen Besucher“, über die sich Heß freuen würde, findet unmittelbar auf dem Gelände des SV Langenberg-Benteler statt. Die Hundeführer mit ihren Anhängern können direkt auf dem Gelände Parken, Besuchern stehen unter anderem der Parkplatz an der Mehrzweckhalle sowie weitere Abstellflächen in der Umgebung zur Verfügung.

Bereits am morgigen Freitag besteht für die Teilnehmer die Möglichkeit für ein nichtöffentliches Training. Am Samstag und Sonntag kommen Hundefreunde und alle Interessenten von 7 bis 17 Uhr auf ihre Kosten. Die Siegerehrung findet am Sonntag ab 17.30 Uhr statt.

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