Langenberger Spendenwald plötzlich ohne Geldgeber?



Zahlreiche Bürger, die einen oder mehrere Bäume spenden wollten, sind inzwischen abgesprungen. Steht das Projekt jetzt auf der Kippe?

Für die Radtour durch die sommerliche Landschaft eignet sich der Höchtekamp vorzüglich. Für einen Spendenwald ist der Weg potenziellen Baumspendern zufolge zu weit außerhalb gelegen. Foto: Nienaber

Langenberg (gl) - Als das Projekt Spendenwald vor rund zwei Jahren in den Stiel gestoßen wurde, waren die Langenberger zunächst Feuer und Flamme. Die Bereitschaft, Bäume zu finanzieren, die nahe zum Ortskern zwischen Forthbach und Haselkamps Wiese zum Verweilen und Sich-Schatten-Spenden-Lassen einladen sollten, war so groß, das kurzerhand eine zweite Fläche in Steinwurfnähe damit bestückt werden konnte. Die anfängliche Euphorie ist offenbar verflogen.

Gemeindemitarbeiterin spricht von Sisyphusarbeit

Bereits nach etwas mehr als einem Jahr sprach die zuständige Mitarbeiterin der Verwaltung von einer Sisyphusarbeit. Längst nicht alle Spender, die für eine Fortsetzung des Projekts an anderer Stelle im Rathaus gemeldet hatten, seien bei der Stange geblieben, hieß es seinerzeit. Es sei viel Überzeugungsarbeit zu leisten.

Ein Kritikpunkt, der genannt wurde, bezog sich auf die Standorte der Baumpflanzungen. Waren die ersten Schattenspender in Spazier- und Sichtweite vom Ortskern in die Erde gesetzt worden, taten sich der Gemeinde nach zäher Suche zwei Bereiche am Höchtekamp und In den Eustern auf, die zwar öffentlich zugänglich sind, aber weit außerhalb der Siedlungsbereiche liegen.

Die anfänglichen Interessenbekundungen waren seitdem alles andere als eins zu eins mit der tatsächlichen Bereitschaft, Bäume für die Allgemeinheit zu spenden, gleichzusetzen. Die Zahl der Interessenten schrumpfte wie die Zahl der Spendenbäume, letztere von 120 auf rund 35. Aber selbst die hielten der Wirklichkeit nicht stand.

Großspender unzufrieden mit Baumauswahl

Ein potenzieller Großspender war mit der Baumauswahl unzufrieden. Zudem hätte er gern an zentralerer Stelle geeignete Bäume wachsen sehen wollen. Während die Gemeinde bei den Sorten Anpassungen vornehmen konnte, konnte Wunsch zwei mangels Alternativen nicht entsprochen werden. Mit dem Ergebnis, dass der Spender wieder absprang, während die grünen Riesen für das in Rede stehende Areal bereits bestellt waren. Inzwischen dienen die Bäume am Höchtekamp bereits seit einigen Monaten als Schattenspender und schmucke Hingucker. Letztlich musste jedoch – anders als geplant – zunächst die Gemeinde die Zeche für die Pflanzen zahlen. Zu einem späteren Zeitpunkt soll allerdings eine Art Patenschaftsprojekt organisiert werden, heißt es aus dem Rathaus.

Die Anforderungen an Flächen für einen Spendenwald sind nicht unerheblich. So können etwa keine Ausgleichsflächen mit Bäumen bestückt werden, wenn dafür bereits Umsetzungspläne festgesetzt wurden. Diese lassen sich laut Verwaltung nicht ohne Weiteres verändern. Auch forstwirtschaftliche Flächen seien ungeeignet, hieß es seinerzeit. Darüber hinaus hatte sich die Politik gewünscht, vom Ortskern fußläufig erreichbare Standorte zu favorisieren.

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