Lüning-Erweiterung in Benteler zieht sich wie Kaugummi



Eine Entscheidung darüber, ob das Unternehmen den Schützenplatz für seine Erweiterungspläne nutzen kann, ist noch lange nicht in Sichtweite.

Heimat des Schützenvereins St. Antonius: Ob der Festplatz der Benteleraner Grünröcke für eine mögliche Erweiterung des Lüning-Zentrallagers überplant werden könnte, ist noch nicht entschieden. Derzeit sei man dabei, mehrere Szenarien zu erarbeiten und zu analysieren, wie und wo es mit der Schützentradition weitergehen könnte. Derweil liegen die Ergebnisse zweier Gutachten für das Vorhaben noch nicht vor.

Langenberg-Benteler (gl) - Still ruht er See: Seitdem die Gemeinde vor fast zehn Monaten ihre grundsätzliche Bereitschaft erklärt hatte, die für die Umsetzung der Erweiterungspläne der Firma Lüning notwendige Bauleitplanung zu betreiben, ist es ruhig geworden um das Projekt. Zwar ist im Hintergrund seitdem weiter daran gearbeitet worden, baurechtliche Grundvoraussetzungen einer Planung vorzubereiten. Zählbares dazu gibt es aber noch nicht. 

Erster Schritt auf einem langen Weg

Das positive Votum des zuständigen Bauausschusses, im Fall der Fälle eine Bauleitplanung zu betreiben, hatte Bürgermeisterin Susanne Mittag im Februar als „ersten Schritt auf einem langen Weg“ bezeichnet. Auf den zweiten, nämlich die Vorstellung der Ergebnisse von der Gemeinde in Auftrag gegebener Gutachten, warten nicht nur Politik und Verwaltung mittlerweile seit Monaten, sondern auch die Initiative Pro Benteler. Dieser ist das Vorhaben der Rietberger Unternehmensgruppe bekanntlich ein Dorn im Auge. Sie hatte unter anderem Kritik wegen der zu erwartenden erhöhten Lärm- und Verkehrskulisse im Dorf geäußert.

„Liegt schon ein Ergebnis vor?“, erkundigte sich Klaus Rinne (SPD) zuletzt nach dem Stand der Dinge bezüglich des Lärmschutzgutachtens im Zusammenhang einer möglichen Verlagerung des Schützenplatzes. „Nein“, antwortete Fachbereichsleiter Dirk Vogt knapp. Seitens der Verwaltung könnten dazu keine Angaben gemacht werden, nur die, dass die Ergebnisse noch nicht vorlägen.

Dass sich die Erstellung des Gutachtens hinzieht wie Kaugummi, sei nicht unbedingt zu erwarten gewesen, vor dem Hintergrund voller Auftragsbücher bei den Fachbüros aber auch nicht außergewöhnlich. Darüber hinaus bauten Verkehrs- und Lärmschutzgutachten aufeinander auf, was die lange Bearbeitungszeit wiederum in Relation setze, betonte Vogt im Gespräch mit der „Glocke“.

Gemeinde rechnet mit Gutachten in den kommenden Wochen

Er sei guter Dinge, dass die Ergebnisse in den kommenden Wochen zur Auswertung und weiteren Beurteilung vorlägen. Ob noch in diesem Jahr damit zu rechnen sei, darauf wollte sich der Fachbereichsleiter der Verwaltung nicht festlegen. Folglich dürfte das Thema, das zu Beginn des Jahres noch das politische Geschehen in der Gemeinde bestimmte, für 2022 erst einmal abgeschlossen sein.

Schützen wollen sich nicht drängen lassen

Auf die Ergebnisse der Gutachten sind nicht zuletzt auch die Antoniusschützen aus Benteler gespannt, bezieht sich dieses doch unter anderem auch auf eine mögliche Verlagerung des Schützenplatzes. Derzeit sei man jedoch dabei, mehrere Szenarien zu erarbeiten und zu analysieren, ist es Brudermeister Holger Kröger wichtig zu betonen, dass man sich nicht in der Entscheidung drängen lassen werde. Entsprechend sei bislang in keiner Weise eine Entscheidung getroffen worden. Darüber seien die Verwaltungsspitze und das Unternehmen auch in Kenntnis gesetzt worden.

Die Schützen seien sich im Klaren darüber, dass sowohl die Firma Lüning als auch die Gemeinde ein Interesse an einer Entscheidung des Vereins haben, ob für die Erweiterung des Zentrallagers der bisherige Festplatz in die Planungen miteinbezogen werden kann. Man wolle als Gemeinschaft von Ehrenamtlichen jedoch nicht den dritten vor dem ersten Schritt wagen, erläutert Kröger. „Wir wollen unseren Mitgliedern etwas Handfestes präsentieren“, unterstreicht der Brudermeister.

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