Mit dem Impfbus in den Urlaub


Langenberg (lani) - Der Impfbus des Kreises hat in Langenberg Station gemacht. 70 Bürgern wollten sich den schützenden Pieks geben lassen.

Kleiner Pieks mit großer Wirkung: Raimund Katthöfer lässt sich im Impfmobil des Kreises bei der Stippvisite in Langenberg von Alexandra Steinborn, Medizinische Fachangestellte, die Spritze mit dem schützen Vakzin der Firma Moderna geben. Foto: Nienaber

Die Impfkampagne ist ins Stocken geraten – bundes-, landes- und auch kreisweit. Weil sich mittlerweile täglich nur noch wenige Bürger mit einem schützenden Vakzin gegen Covid immunisieren lassen wollen, hat das Impfzentrum in Marienfeld seine Kapazitäten drastisch zurückgefahren. Auf der anderen Seite werden Sonderaktionen gefahren – und das ist buchstäblich zu verstehen. Das Impfmobil – ein umgebauter Linienbus der Rietberger Firma Mertens-Reisen – rollt durch die Kommunen. Das Team an Bord soll diejenigen erreichen, die sich bislang nicht auf den Weg zum Impfzentrum des Kreises oder in eine ärztliche Praxis gewagt haben – sei es, weil sie nicht wollten, konnten oder gegebenenfalls bislang nicht durften. Am Donnerstag öffnete das Mobil auf dem Wochenmarkt auf dem Kirchplatz seine Türen. 

Mit Kreuzimpfung Wartezeit verkürzen

Bei bestem „Impfwetter“, wie Kim Nadine Ortmeier, stellvertretende Leiterin des Kreis-Impfzentrums, im Gespräch mit der „Glocke“ erläutert. Recht zufrieden verfolgt Ortmeier an diesem Tag das Geschehen vor dem Turm der Lambertuskirche. Ist es vor den Verkaufsständen – ferienbedingt – verhältnismäßig ruhig, trudeln bei ihr und ihrem Team unentwegt Bürger der Gemeinde ein, die sich den schützenden Pieks geben lassen wollen. „Das Publikum ist total gemischt“, sagt sie. Jung und Alt hat sich aufgemacht. Frauen, Männer, Jugendliche. Erstzuimpfende ebenso wie solche, die bereits den zweiten Hub bekommen wollen. 

Insgesamt 70 Personen haben die Sonderaktion genutzt. Unter den Besuchern ist auch Raimund Katthöfer aus Langenberg. Er will sich kreuzimpfen lassen. Heißt: Nach der ersten Spritze, die mit dem Vakzin von Astrazeneca gefüllt war, will er sich nach Empfehlung der Ständigen Impfkommission nun mit einem sogenannten mRNA-Impfstoff immunisieren lassen. Während er eine zweite „Astra“ erst in mehreren Wochen hätte angesetzt bekommen können, darf es mit deutlich geringerem Abstand zur Erstimpfung nun doch schon mit Moderna weitergehen. Das Angebot des Impfmobils nutzt der Langenberg daher gern. Der Grund liegt auf der Hand. „Ich möchte in den Urlaub fahren“, sagt Katthöfer. Ebenso verhält es sich bei Heike Helmdach. Auch sie ist an diesem Tag zum Kirchplatz gekommen, weil sie sich mit der Kreuzimpfung eine Verkürzung der Wartezeit auf die zweite Impfe erhofft – was schließlich der Fall ist.

Wiederholung denkbar

Das Team des Impfzentrums des Kreises wird bei der Sonderaktion in Langenberg von zwei Ärzten, zwei Medizinischen Fachangestellten (MFA) sowie Vertretern des Deutschen Roten Kreuzes (DRK) unterstützt. Während die Kreismitarbeiter und das DRK die Aufnahme der Impfwilligen, die Aufsicht der Besucher nach dem Pieks, die Vergabe von Folgeterminen und die Nachbearbeitung der Unterlagen vor dem Bus bewerkstelligen, ist das medizinische Personal in der Fahrgastkabine tätig. Die Ärzte klären die Teilnehmer auf und beantworten deren Fragen zu Covid, Wirkstoff und Co. Die Spritze bekommen die Impflinge von den MFAs. 

Dass diese in beengtem Raum zwischen Hydrauliktür und Sitzreihen agieren, stört sie nicht. „Ohne Komplikationen“, sei die Aktion verlaufen, sagt Kim Nadine Ortmeier. Ähnlich wie in Langenberg sei die Sonderaktion des Kreises im extra gekennzeichneten Bus in vielen Kommunen erfreulich gut gelaufen, sagt die stellvertretende Impfzentrumsleiterin. Sie möchte daher nicht ausschließen, dass der Impfbus zeitnah erneut in der Gemeinde für eine Wiederholung abgestellt wird. „Das steht aber noch nicht fest“, sagt Ortmeier, die beim Kreis als Klimaschutzmanagerin tätig ist, wenn sie nicht gerade für die laufende Tätigkeit abgestellt wird.

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