Kolpingvorstand sucht Nachfolger



Die Kolpingsfamilie Langenberg muss ein neues Vorstandsteam aufstellen. Vom Gelingen hängt die Zukunft des Vereins ab.

Der Entschluss steht: Das Vorstandsteam der Kolpingsfamilie in Langenberg wird sich nicht noch einmal zu einer weiteren Amtszeit überreden lassen. Darauf, dass sich nun Interessenten für Vorstandsteam, Kassierer- und Schriftführerposten finden, hoffen (v. l.) Maria Großevollmer (Beisitzerin), Michael Berghoff und Barbara Terhechte (Vorstandsteam) sowie Wolfgang Weber (Kassierer) und Maria Weber (Schriftführerin).

Langenberg (kaw) - Das Vorstandsteam der Kolpingsfamilie Langenberg wird sich bei der Jahreshauptversammlung an diesem Freitag nicht mehr zur Wiederwahl stellen. Gleiches gilt für Kassierer- und Schriftführerposten.

Doch wer ist bereit, das Ruder für die derzeit rund 115 Mitglieder zählende Gemeinschaft zu übernehmen? Diese Frage stellt sich, und das nicht zum ersten Mal. „Wir haben uns zu lange überreden lassen“, blickt Michael Berghoff zurück und betont, dass es für die Vorstandsmitglieder definitiv kein „Einmal machen wir es noch“ geben werde. Berghoff ist Sprecher des dreiköpfigen Vorstandsteams, das er mit Antonius Großevollmer und Barbara Terhechte bildet. Wolfgang Weber wird sein Amt als Kassierer niederlegen und Maria Weber ihres als Schriftführerin. Alle drei Jahre stehen komplette Vorstandswahlen an. Nachdem coronabedingt die reguläre Märzversammlung 2020 ausgefallen und ein Nachholversuch an der Pandemiewelle im November gescheitert war, findet die Zusammenkunft nun Freitag ab 19 Uhr im Café „Zur Linde“ statt. 

Weber: „Es muss mal neuer Schwung kommen“

Mindestens fünf Personen müssen gefunden werden, damit ein geschäftsführender Vorstand gebildet werden kann, machen die aus dem Amt Scheidenden im Gespräch mit der „Glocke“ deutlich. „Wir sind alle abgerieben“, sagt Wolfgang Weber und betont: „Es muss auch mal neuer Schwung kommen.“ Viele Jahre schon hat der Großteil der ehrenamtlich Engagierten die Vorstandsarbeit geschultert, so oft bereits, dass, wie Weber schmunzelnd anmerkt, fast jeder schon alle Funktionen erfüllt habe. Der 65-Jährige zum Beispiel ist seit nahezu einem Vierteljahrhundert im Vorstand aktiv, seine Frau Maria Weber seit 20 Jahren. Michael Berghoff engagiert sich dort seit 2002. Sie haben inzwischen miterleben müssen, dass manch einst erfolgreiches Angebot im Jahresprogramm eingeschlafen ist, ebenso wie die Bereitschaft, sich an der Spitze der Kolpingsfamilie zu engagieren. 

Dazu zählen der Martinszug und regelmäßige Nikolausfeiern. Aber auch das Familiensommerfest, das durchaus rund 300 Gäste angezogen habe, sie aber zuletzt mit fünf Personen hätten vorbereiten müssen. Warum die Entwicklung so ist, darüber können die Langenberger nur spekulieren. „Den einen Grund gibt es nicht“, sagt Berghoff. Im Team wird vermutet, dass ein Knackpunkt die verbindliche Vereinsarbeit sei, was nicht nur die Kolpingsfamilie betreffe. „Für einzelne Aktionen kriegt man Leute“, äußert Berghoff und verweist etwa auf die Altkleidersammlung und die Tannenbaumaktion, für die man durchaus zahlreiche Aktive, auch Nichtkolpingmitglieder, habe gewinnen können.

Hoffnung ruht auf „Trainerwechsel“

Schwieriger werde es, Freiwillige zu finden, wenn, wie etwa früher beim Glühweinverkauf, der sich über mehrere Wochenenden erstreckt habe, im Vorfeld feste Zusagen für bestimmte Einsatzzeiten erforderlich seien. „Das Freizeitangebot war früher nicht so groß“, merkt Beisitzerin Maria Großevollmer an, und Wolfgang Weber verweist auf die knapp bemessene Zeit junger Leute. Vielleicht aber, so fragt sich das Team durchaus selbstkritisch, seien sie und ihr Programm einfach abgenutzt, womöglich nicht mehr zeitgemäß und sie vielleicht über all die Jahre betriebsblind geworden. Weber vergleicht es mit dem Fußball: „Wenn ein Trainer ausgewechselt wird, dann hat er andere Ideen und kann einen ganzen Verein nach vorne bringen.“ Das erhoffen sich die „alten Hasen“, auch für ihre Gemeinschaft, deren Altersspanne von zehn bis 80 Jahren reiche, wobei der überwiegende Teil mehr als 50 Lenze zähle. 

Interessenten Gestaltungsfreiraum lassen

Damit die Neuen nach der Coronapause unbelastet agieren können, habe man bewusst noch kein Programm geplant. Die ihr Amt Niederlegenden wollen ihnen Gestaltungsfreiräume bieten und sich, wie Berghoff sagt, „maximal zurückhalten“. Gleichzeitig, so betonen sie, werde niemand ins kalte Wasser geworfen und dürfe bei Bedarf auf Rat und Tat der erfahrenen Vorgänger hoffen. „Vielleicht gibt es ja auch eine Gruppe, die sich das vorstellen kann“, ermutigt Wolfgang Weber. Die altgedienten Kolpingmitglieder hoffen sehr, dass sich am Freitag ein neuer Vorstand findet, um die Zukunft der Kolpingsfamilie Langenberg zu garantieren. „Wir haben ja Kolping im Herzen“, betont Berghoff, wie bereichernd die Verknüpfung von Bildung und Gemeinschaftserlebnis für die gesamte Familie im Sinne Adolph Kolpings sein könne.

Angebote für Familien

Unvergessen sind für ihn etwa die Familienfreizeiten auf Wangerooge, die mit ihren Angeboten inhaltlich weit mehr zu bieten gehabt hätten, als „manch ein Pauschalurlaub auf Mallorca“. Langenberg jedenfalls wächst, so dass es an Familien, die gemeinsam Bereicherndes erleben wollen, eigentlich nicht mangeln dürfte. Wie sehr eine soziale Gemeinschaft tragen kann, hat sich nicht zuletzt in der Coronakrise gezeigt. Maria Weber, die in Zeiten der Isolation coronakonforme Einzelbesucher abgestattet hat, berichtet von großer Freude. Die Erlöse der Tannenbaumaktion fließen seit Jahren in den Familienhilfsfonds der Gemeinde, und erst jüngst haben die Langenberger Kolpingmitglieder 500 Euro für Hochwasseropfer in Hagen gespendet.

Mitgliederversammlung am Freitag, 6. August

Die Mitgliederversammlung der Kolpingsfamilie Langenberg beginnt am Freitag, 6. August, um 19 Uhr im Café „Zur Linde“. Mitglieder und solche, die es werden wollen, sind willkommen. Wer Interesse daran hat, sich in der Vorstandsarbeit zu engagieren, kann sich gerne an Michael Berghoff wenden unter w 05248/6811.

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