Gemeinsam Pilgern in Zeiten von Corona und Co.


Die Langenberger Gemeindewallfahrt auf dem Jakobsweg geht im Herbst auf die siebte Etappe. Voraussetzung ist, dass es die Pandemie zulässt. 

Pilgern in Zeiten von Corona? Das geht. Darin sind sich die Organisatoren der ökumenischen Gemeindewallfahrt einig. Jedoch steht die Unternehmung in diesem Jahr unter besonderen Vorzeichen. Das Bild zeigt die Gruppe, die 2014 zur Premiere starteten.

Langenberg (ew) - Pilgern in Zeiten von Corona? Das geht. Darin sind sich die Organisatoren der ökumenischen Gemeindewallfahrt einig. Jedoch steht die Unternehmung in diesem Jahr unter besonderen Vorzeichen. Ganz in trockenen Tüchern ist das Projekt dennoch nicht. Zur siebten Etappe ihrer Langenberger ökumenischen Wallfahrt auf dem Jakobsweg bis nach Santiago de Compostela wollen die Pilger aus der Gemeinde in den Herbstferien starten. Neun Tage mit dem Bus und zu Fuß wollen sie den bereits im Corona-Jahr 2020 geplanten Weg in Frankreich von Le Puy-en-Velay bis nach Moissac bewältigen. 

32 Anmeldungen bislang

Für die neuntägige Etappe einschließlich Hin- und Rückfahrt haben sich 32 Interessenten angemeldet. Doch alle Planungen sind mit einem hohen Faktor Unsicherheit verbunden: Sie seien sich der Tatsache bewusst, dass in der aktuellen Corona-Situation mit steigenden Neuinfektionen die Pilgerreise erneut wie im Vorjahr ins Aus führen könne, sagen der Langenberger Diakon Karl-Heinz Klaus und Ehefrau Helga im Gespräch mit dieser Zeitung. Die Vergangenheit habe gezeigt, dass sich die Vorzeichen für oder gegen ein Unterfangen, sei es auch noch zu akribisch und pandemiesicher organisiert, jederzeit ändern könnten. Entsprechend sei das letzte Wort noch nicht gesprochen. 

Dem aktuellen Leitungsteam der ökumenischen Pilgerreise auf dem Jakobsweg gehören außer dem Ehepaar Klaus zudem Pfarrerin Kerstin Pilz von der evangelischen Versöhnungskirchengemeinde und ihr Ehemann Carsten sowie Bernhard Menze und Markus Wallmeyer an. Sie zeichnen für die Planung der Wegstrecke, die Hotel- und Übernachtungsbuchungen, die Busreise und die spirituelle Begleitung verantwortlich. Die neuntägige Reise startet in Langenberg mit einer Bus-Nachtfahrt ins französische Le Puy. 

In einzelnen kleineren Teilstücken von 15 bis 20 Kilometern Länge legen die Fußpilger ihren Weg mit Stationen und Zwischenstopps in Conques und Cahors bis nach Moissac zurück. Dieser Teil des französischen Jakobswegs wird auch Va Podiensis genannt und erstreckt sich über 800 Kilometer von Le Puy nach St. Jean-Pied-de-Port. Davon wird die Langenberger Pilgergruppe zu Fuß und mit dem Bus eine Teilstrecke von 425 Kilometern bewältigen. Übernachtet wird in großen Hotels und in Pilgerhäusern. Die Rückfahrt nach Langenberg erfolgt schließlich mit einer Zwischenübernachtung in Paris.

Inhaltlich auf Folgen der Pandemie eingehen

Das Thema Corona wird sich auch voraussichtlich auch inhaltlich auf die Wallfahrt auswirken. Denn auch auf dieser siebten Etappe gibt es einen inhaltlich-spirituellen Schwerpunkt als Begleitung für alle Teilnehmer – der Bezug nimmt auf die Folgen der Pandemie. Das Ehepaar Klaus und Pastorin Kerstin Pilz haben dazu ein kleines Heft mit Informationen zum Ablauf der Reise und den Wegstrecken, aber auch mit kleinen Texten, Meditationen und Liedern erstellt. So sollen die Frauen und Männer, die sich in der Gruppe gemeinsam auf den Weg machen, ermutigt werden, den eigenen Lebensweg in den Blick zu nehmen. Weitere Erfahrungen wie das Wahrnehmen der Natur in den unterschiedlichsten Gegenden Frankreichs, sensibel zu werden für die kleinen Dinge am Wegesrand, aber auch sich in einer größeren Gemeinschaft zu erleben, stehen im Blickpunkt. 

Besonders sollen die Pilger nach den Maßnahmen der Eindämmung der Corona-Pandemie wieder aufmerksam werden für die eigenen Bedürfnisse und die des anderen. „Zudem sollen die Frauen und Männer gegenseitiges Vertrauen und letztlich das Vertrauen auf Gott als Weggefährte an der Seite der Pilger erfahren“, betont Helga Klaus. Diakon Karl-Heinz Klaus fügt hinzu: „Gestaltete Morgen- und Abendimpulse sowie Formen unterschiedlicher Gottesdienste in der Gemeinschaft sollen für die Pilgergruppe die Erfahrungen des Miteinander-Gehens aufgreifen und vertiefen.“

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