Senioren in Langenberg backen für Flutopfer


Senioren in Langenberg haben mit einer duften Aktion Gleichaltrige in den Flurgebieten unterstützt.  

Ein Zeichen der Nächstenliebe: (v. l.) Regionalleitung Elena Diner, Pflegedienstleitung Doris Johann-Vorderbrüggen und Sarah Lutterbüse freuen sich, dass die Senioren im Langenberger Haus der Caritas so engagiert für die Flutopfer im Ahrtahl gebacken und somit Unterstützung geleistet haben.

Langenberg (gl) - Der wohlige Duft ist vermutlich nicht nur in ganz Langenberg, sondern auch bis St. Vit und Rheda-Wiedenbrück wahrnehmbar gewesen. Vier Wochen lang haben die Tagesgäste der Caritas-Tagespflege und die Mieter der Seniorenwohngemeinschaft in Langenberg die Räume des Caritashauses in eine Plätzchenbäckerei verwandelt. Im Sinn hatten die eifrigen Bäcker dabei jedoch weniger ihr eigenes Wohl als das von gleichaltrigen Flutopfern aus dem Ahrtal. Unter Anleitung von Pflegedienstleitung Doris Johann-Vorderbrüggen kneteten, formten und backten rund 30 Senioren insgesamt 110 Tüten Spritzgebäck. 

Plätzchenduft zieht durch das Haus

„Das ganze Haus duftete nach Weihnachten und Plätzchen. Das war für alle ein wahrer Genuss“, berichtet Regionalleitung Elena Diner. Und vor allem war es ein gutes Werk. Vor einigen Monaten raubten unglaubliche Wassermassen vielen Menschen im Ahrtal die Existenz. An der Tragweite der Tragödie für die Menschen in der betroffenen Region hat sich nach Einschätzung von Sarah Lutterbüse bis heute wenig geändert. Als freiwillige Helferin pendelt die Lippstädterin regelmäßig zwischen ihrem Wohnort und dem Überschwemmungsgebiet hin und her. „Speziell die älteren Menschen sind mit der Administration bei der Beseitigung der Flutschäden völlig überfordert. 

Viele haben ihr Hab und Gut verloren, sind bis heute traumatisiert von den Ereignissen oder den abenteuerlichen Evakuierungen“, sagt Lutterbüse. Viele hätten die Hoffnung verloren. Als sie von einer Hilfsaktion für Menschen im Ahrtal hörte, war sie dafür sofort Feuer und Flamme. Alleine in ihrem privaten Umfeld sammelte die Lippstädterin 2000 Tüten mit Selbstgebackenem und Süßem, die in Dernau verkauft werden konnten. Es sollten noch weitere Leckereien zusammenkommen. Über eine im Langenberger Caritas-Haus beschäftigte Freundin drang die Idee auch bis zu den Senioren in der Gemeinde vor. Diese holten unverzüglich ihre alten Knetmaschinen aus den Schubladen und legten los. „Senioren helfen Senioren. Unsere Gäste und Bewohner wollten den Gleichaltrigen in den betroffenen Gebieten unbedingt helfen und so beweisen, dass sie immer noch ein wertvoller Teil der Gesellschaft sind“, unterstreicht Doris Johann-Vorderbrüggen.

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