Trocknungsanlage in Benteler gerät in Brand


Dienstag in der Früh sind die Löschzüge Benteler und Langenberg zu einem Landhandel in Benteler gerufen worden. 

Zu einem Landhandel in Benteler ist  die Feuerwehr am frühen Dienstagmorgen gerufen worden. Dort war eine Trocknungsanlage für Getreide in Brand geraten. Foto: Eickhoff

Langenberg-Benteler (ei) - Vermutlich weitestgehend zerstört worden ist am Dienstagmorgen eine Trocknungsanlage für Getreide eines Landhandels an der Graftstraße in Benteler. Sie ist laut Polizei aus bislang ungeklärter Ursache in Brand geraten. Es wurde niemand verletzt. Die beiden Löschzüge der Freiwilligen Feuerwehr waren um 5.51 Uhr alarmiert worden und rückten mit rund 60 Einsatzkräften unter Leitung von Oliver Entrup aus. 

Unterflurhydrant an der Vornholzstraße angezapft

Erst nach acht Stunden konnten die letzten Kameraden wieder einrücken. „Wir haben das Stahlkorsett zunächst von außen gekühlt“, berichtete der Leiter der Feuerwehr über die ersten Löschangriffe. Die Drehleiter wurde als Riegelstellung zu einem benachbarten Lager in Stellung gebracht, um eine unerwünschte Brandausbreitung zu verhindern. Außer den beiden Löschzügen war auch der Abrollbehälter Wasser des Kreisfeuerwehrverbands sofort angefordert worden. Der 15.000-Liter-Behälter wurde als Puffer genutzt und ferner ein leistungsfähiger Unterflurhydrant an der Vornholzstraße unweit der Einmündung zur Bundesstraße angezapft. Von dort aus wurde dann eine 500 Meter lange Schlauchleitung bis zur Einsatzstelle verlegt. Nach den ersten Löschmaßnahmen mussten zunächst dutzende Tonnen Futtermais, die vor dem Trockner lagerten, sowie eine Mauer aus Fertigbetonteilen verlagert werden. Erst dann konnten weitere Löscharbeiten erfolgen. Die erwiesen sich allerdings als schwierig, denn der Mais hatte sich bereits zu einem großen schwarzen Klumpen geformt. Daher konnte der riesige Behälter nicht, wie eigentlich geplant, mit Hilfe einer Transportschnecke geleert und gelöscht werden. 

DRK verpflegt Einsatzkräfte

Je länger der Einsatz dauerte, desto mehr verfärbten sich aufgrund der großen Hitzeeinwirkung die Bleche der Außenhaut der Anlage. An einigen Stellen war das Blech schon beim Eintreffen der Feuerwehr durchgebrannt, an anderen Stellen geschah das im weiteren Einsatzverlauf. Kräfte des Deutschen Roten Kreuzes (DRK) wurden alarmiert, um die Feuerwehrleute mit Essen und Getränken zu versorgen. 

Entrup: „Mühseliges Unterfangen“

„Das ist hier ein mühseliges Unterfangen“, beschrieb Entrup in der Mittagszeit das Einsatzgeschehen. Man schneide nun von außen Löcher in das Blech, um mit Schüppen den Mais aus dem riesigen Behälter zu kratzen, erläuterte er. Erschwert würde dies durch die Siebböden, die dort eingebaut seien und nur kleine Stücke durchließen.

Stundenlanger Einsatz

 Gegen 12 Uhr wurden die Kräfte des Löschzugs Langenberg entlassen, die Kameraden des Löschzugs Benteler konnten 90 Minuten später wieder einrücken. „Das ging dann schließlich doch noch schneller als gedacht“, freute sich der Feuerwehrchef nach dem knapp achtstündigen Einsatz. Für den Betroffenen kommt der Brand zu einem denkbar ungünstigen Zeitpunkt, werden doch momentan allerorten die Maisfelder abgeerntet. Damit besteht auch ein großer Bedarf an solchen Trocknungsanlagen. 

Teerarbeiten an Graftstraße mussten gestoppt werden

Die Graftstraße sollte am Dienstag nach umfangreichen Sanierungsmaßnahmen eigentlich abschließend geteert werden. Diese Arbeiten lies Oliver Entrup aber am frühen Morgen zumindest im Bereich der Einsatzstelle bis zur Vornholzstraße unterbinden. „Wäre der Brand nur wenig später entdeckt worden, hätten wir wohl Probleme bekommen, zur Einsatzstelle zu gelangen“, stellte der Feuerwehrchef mit Blick auf den Zeitpunkt der Alarmierung fest. Wie die Polizei mitteilt, beläuft sich nach ersten Schätzungen die Schadenssumme auf mehrere hunderttausend Euro. Brandermittler der Polizei Gütersloh könnten einen technischen Defekt derzeitig nicht ausschließen, hieß es. 

Texte und Fotos von die-glocke.de sind urheberrechtlich geschützt. Weiterverwendung nur mit Genehmigung der Chefredaktion.