Vier Schulen ziehen an einem Strang



Langenberg (ae) - Bereits vor dem Startschuss der Gemeinschaftsschule besteht Einigkeit, dass alle Partner von dem pädagogischen Modellversuch profitieren. In dieser Überzeugung unterzeichneten Vertreter der vier beteiligten Schulen eine Kooperationsvereinbarung.

Sie besiegelten als Vertreter der Schulträger die Kooperationsvereinbarung: (sitzend v. l.) Karl-Heinz Rickmann, Susanne Mittag, Sven-Georg Adenauer und Fred Kupczyk sowie (stehend v. l.) Peter Bremhorst und Heinz Hermann Gödde mit Bernhard Heising.

 Dieses Papier bildet den Schülern der Konrad-Adenauer-Schule (KAS) die Basis, in Langenberg die Qualifikation für die Sekundarstufe II erwerben können. Die Einrichtung, die sich ab dem neuen Schuljahr am NRW-Modellversuch Gemeinschaftsschule beteiligt, folgt damit dem Grundprinzip einer flexiblen Kooperation verschiedener Schularten. Ein längeres gemeinsames Lernen trotz unterschiedlichen Niveaus ist ein weiterer Wesenszug dieses Projekts, das in der KAS nach dem zehnten Schuljahr endet.

Kompetente Partner

Um Schüler auf die Anforderungen einer gymnasialen Oberstufe in pädagogischer Hinsicht vorzubereiten, benötigt die KAS Partner. Das schreibt das Land Nordrhein-Westfalen vor.Mit dem Ems-Berufs-Kolleg und dem Einstein-Gymnasium (beide Rheda-Wiedenbrück) sowie dem Gymnasium Johanneum Wadersloh, wisse der Schulträger kompetente Partner an seiner Seite, sagte Bürgermeisterin Susanne Mittag in einer Feierstunde. „Durch Sie wächst die Vielfalt der Angebote“, richtete Mittag den Dank an die Schulvertreter und an Karl-Heinz Rickmann, der als Hauptamtsleiter im Rathaus den formalen Weg zur Gemeinschaftsschule geebnet hatte. Schulleiterin Anette Westhoff gab ihrer Überzeugung Ausdruck, mit diesen drei Partnern ein Netzwerk zu schaffen, das die Kompetenz der Schüler erhöht. Westhoff erinnerte die Runde aber daran, dass man erst am Anfang stehe. „Bislang reden wir nur über Absichtserklärungen“, sagte die Pädagogin, deren Kollegium mit enormem Engagement die Umsetzung des Konzeptes anstrebe. Inhalte würden jetzt erarbeitet. Wie an der Schule gearbeitet wird, demonstrierte der Chor der Klassen 5a und b. Die Band der 6c setzte mit „Wake me Up When September Ends“ von den Punk-Rockern Green Day einen rhythmischen Farbtupfer.

Die Vereinbarung der Schulen erstreckt sich in groben Zügen auf die folgenden Punkte: 1. Kooperation in Fragen des Fachunterrichts durch gemeinsame Fachkonferenzen, Lehrerfortbildungsveranstaltungen, Vereinbarungen zur Weiterführung von Fächern aus der Sekundarstufe I 2. Austausch von Lehrkräften auf freiwilliger Basis zwischen den beteiligten Schulen 3. Beteiligung bei Veranstaltungen außerhalb des Unterrichts 4. gemeinsame Tagungen von Mitwirkungsgremien.

Landes-Ranking

Sven-Georg Adenauer zollte Westhoff und deren Stellvertreter Martin Wachter Lob für die bislang geleistete Arbeit. Das sage er nicht nur, weil die Schule einen schönen Namen trage, sorgte der Landrat für Erheiterung. Er hoffe, dass Langenberg dazu beitrage, eine schlechte Statistik aufzupolieren. Im landesweiten Ranking, das die Abiturientenquote ausweist, belegt der Kreis Gütersloh Rang 49 von 53 in NRW.

Unendlich viel Lust

„Wir gehen gern neue Wege“, konstatierte Antje Solty, die das Einstein-Gymnasium leitet. Hans-Jürgen Lang führte den ganzheitlichen Ansatz ins Feld, dem die Franziskaner sich verpflichtet fühlen. Der Leiter des Gymnasium Johanneum Wadersloh unterstrich, dass es immer ein Anliegen gewesen sei, Kindern im ländlichen Raum alle schulischen Möglichkeiten zu eröffnen. In die gleiche Richtung ging die Bemerkung Michael Kintrups, stellvertretender Leiter am Ems-Berufs-Kolleg: „Wir freuen uns, alle pädagogischen Möglichkeiten auszuloten.“ Die Antwort von Anette Westhoff folgte auf dem Fuß: „Die Lust ist unendlich groß.“

Bevor die Tinte unter der Vereinbarung zur Gemeinschaftsschule getrocknet war, formulierte Peter Bremhorst, Erster Beigeordneter der Stadt Rheda-Wiedenbrück, den Schlussatz: „Der Schulchor hat mit einer Stimme gesungen. Ich hoffe, wir tun das auch.“

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