Endlich wieder Stadtführungen durch Rheda


Lange Zeit wurden in Rheda keine Stadtführungen mehr angeboten. Das ändert sich nun schlagartig. Am Sonntag ist Premiere.

Zurück in die Vergangenheit: Beate Kremser hat den Stadtführerlehrgang besucht und möchte nun einmal im Monat öffentliche Führungen in Rheda anbieten. Am Sonntag, 17. Oktober, startet um 11 Uhr der erste Rundgang vom Doktorplatz aus.

Rheda-Wiedenbrück (gl) - Seit vielen Jahren lädt die Flora Westfalica an jedem ersten Sonntag im Monat zu einer öffentlichen Stadtführung durch Wiedenbrück ein. Jetzt wird dieses Angebot auf Rheda ausgeweitet. An jedem dritten Sonntag im Monat gibt es nun auch dort einen fachkundigen Rundgang.

Beate Kremser kennt die Emsstadt wie ihre Westentasche

Möglich macht dies Beate Kremser. Sie ist eine Geborene Pohlmann und – wie der Name schon sagt – in Rheda und mit Pohlmanns eng verwurzelt, in der Stadt geboren und aufgewachsen. Studium und Beruf haben sie zunächst nach Bielefeld und dann nach Ostfriesland geführt. Doch für die 63-Jährige war immer klar: „Wenn ich in den Ruhestand gehe, dann komme ich zurück.“ Jetzt wohnt sie mit ihrem Mann wieder im einstigen Elternhaus.

Sie besuchte dort mit weiteren Teilnehmern den jüngsten Stadtführerlehrgang bei der Volkshochschule (VHS) Reckenberg-Ems und hatte Mentoren wie Wilhelm Sprang, Christoph Beilmann und Wolfgang Lewe an ihrer Seite, „von denen ich viel gelernt habe“. Selbst hat sie auch recherchiert und viele Bücher gewälzt. Beate Kremser bestand die Prüfung und möchte nun speziell Rheda beleben.

Rheda hat interessante Geschichten zu erzählen

„Lange Zeit gab es hier nur wenige öffentlichen Führungen, und das finde ich sehr schade“, betont sie. Wiedenbrück sei zwar ganz klar die Puppenstube durch die Fachwerkhäuser und deren Inschriften, doch in Rheda gebe es interessante Geschichten zu Häusern und Menschen, die dort einmal gelebt haben. Auch die Vielfalt der Baustile von Klassizismus über Spätgotik und Romanik bis hin zu Bauhaus würden die Stadt sehr interessant machen.

Das möchte die neue Stadtführerin ihren Gästen im Rahmen ihrer 90-minütigen Führung durch die Gassen der Altstadt unbeschwert und ohne unzählige Jahreszahlen vermitteln. „Ich mag einfach diese Geschichten, bei denen man tief eintauchen kann in das Leben der Menschen hier“, erzählt sie. Obgleich Beate Kremser die alten Fachwerkhäuser wie Neuhaus auf dem Doktorplatz mag, ist ihre Lieblingsstation die Evangelische Stadtkirche. „Das 1610 umgebaute Gotteshaus ist für mich der Inbegriff der Geschichte von Rheda, weil dort alle gemeinschaftlich daran gearbeitet haben, dass es mit einem hohen Bürgerengagement entstehen konnte.“

Premiere am 17. Oktober um 11 Uhr

Bei der Zusammenstellung ihrer Führung haben sie die Menschen aus der Altstadt zusätzlich unterstützt. Sie bekam die Gelegenheit, einige Häuser zu besichtigen, wie das Leinewebermuseum und ein uraltes Treppenhaus an der Nadelstraße. Auch Altstadtbewohner Peter Kliche hat ihr angeboten, ihre Ausführungen zu ergänzen, wenn sie bei ihm mit den Gruppen vorbeischaut.

Die erste Führung ist am Sonntag, 17. Oktober, ab 11 Uhr. Treffpunkt ist auf dem Doktorplatz. Pro Gast wird ein Kostenbeitrag von drei Euro fällig. Eine Anmeldung ist nicht notwendig.

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