Für angehender Pfarrerin ist Rheda-Wiedenbrück ideal


Madita Nitschke möchte Pfarrerin werden. Praxiserfahrungen sammelt die junge Frau derzeit als Vikarin in Rheda-Wiedenbrück.

Pfarrer Marco Beuermann und Pfarrer Martin Schewe (r.) begleiten Vikarin Madita Nitschke während ihrer zweieinhalbjährigen praktischen Ausbildungszeit. Die 28-Jährige freut sich auf ihre neue Aufgabe und ist gerne für andere Menschen da. Foto: Leskovsek Foto: Leskovsek

Rheda-Wiedenbrück (wl) - Auf den Bereich der Seelsorge freut sich Madita Nitschke, die unlängst ihren Dienst als Vikarin in der Evangelischen Versöhnungskirchengemeinde begonnen hat, besonders: Eine Verbindung zu Menschen aufbauen, sie in den verschiedenen Lebensphasen zu begleiten, das reizt die junge Frau außerordentlich. 

Nicht zu klein, dennoch persönlich

Die 28-Jährige stammt gebürtig aus Hagen. Nach dem Abitur studierte sie in Bochum und Münster Theologie und legte im September ihr erstes Theologisches Examen bei der Landeskirche Westfalen ab. Ihr Wunsch war es, im ländlichen Raum aktiv zu werden. Rheda-Wiedenbrück ist für die junge Frau perfekt. „Nicht zu klein, aber dennoch etwas persönlich“, freut sie sich, dass sie nach Ostwestfalen gekommen ist. Das Team begegne ihr mit Offenheit und Wärme. 

Unterrichten gehört auch dazu

Derzeit ist Madita Nitschke bei Pfarrer Dr. Martin Schewe am Evangelisch-Stiftischen Gymnasium Gütersloh eingesetzt: Religionsunterricht zu erteilen ist Teil der Ausbildung einer künftigen Pfarrerin. Ab März wird sie dann schwerpunktmäßig in der Gemeinde aktiv sein und alle Bereiche – vom Konfirmationsunterricht über Gottesdienstgestaltung, Taufen, Beerdigungen, Trauungen und Seelsorgearbeit– kennenlernen. Ihre Vikariatszeit dauert zweieinhalb Jahre. Danach steht das zweite Examen an, ehe sie in den Probedienst entsandt wird. 

Früh Verantwortung übernommen

Madita Nitschke hat, so sagt sie, schon in ihrer Jugendzeit innerhalb der Kirche Verantwortung übernommen. „Für mich war spätestens in der Oberstufe klar, dass ich auf jeden Fall in Richtung Theologie gehen würde“, berichtet sie. Das Studium sei mit 16 Semestern zwar lang und auch durch das Erlernen dreier Sprachen – Latein, Hebräisch und Griechisch – lernintensiv gewesen, doch auch sehr bereichernd. Ein Jahr verbrachte Nitschke in Australien. Jeden Menschen so anzunehmen, wie er ist, habe sie dort nochmal neu erleben dürfen und sie in ihrer Entscheidung bestärkt. „Ich hatte das Gefühl, auf dem richtigen Weg zu sein. 

Schwer angetan

Ihre Mentoren – Pfarrer Schewe und Pfarrer Marco Beuermann – sind schwer angetan. „Es ist toll, wenn es nach wie vor junge Menschen gibt, die sich für den Beruf entscheiden“, meint Beuermann. Sie seien seinerzeit 120, überwiegend Männer, im Studium gewesen. Heute würden gerade mal 20 Leute pro Jahr Theologie studieren. Auch geschlechtlich hätte sich das Blatt gewendet. Heute seien es überwiegend Frauen, die sich für den Beruf entscheiden.

Marco Beuermann selbst beschreibt seinen Beruf als „unglaublich vielseitig – angefangen bei Verwaltungstätigkeiten über Seelsorge, Trauergespräche, Taufen und Hochzeiten bis zu Konfirmationen“ und dergleichen mehr. „Man erlebt alle Altersgruppen, und das macht den Beruf sehr spannend“, weiß er aus Erfahrung. Auch sie als Mentoren würden von Nachwuchskräften lernen. „Junge Menschen bringen oft viel neuen Input mit, und man fängt an, gewisse Dinge und Prozesse zu überdenken“, ergänzt Dr. Martin Schewe. Für ihn sei es immer ein Lehren und Lernen. 

Die nunmehr in Wiedenbrück lebende Vikarin freut sich eigenen Angaben zufolge „auf jeden Fall auf alles, was kommt“. Für die Versöhnungskirchengemeinde ist es im Übrigen die zweite Vikarin, die sie derzeit auf dem Weg zur Pfarrerin begleiten dürfen. In der Nachbargemeinde Langenberg ist Eva Meisel seit einiger Zeit aktiv.

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