Grüne plädieren für Stadtbuslinie in Rheda-Wiedenbrück


Die Idee, mit einer Citybuslinie eine schnelle Verbindung zwischen Rheda und Wiedenbrück zu schaffen, greifen die Grünen wieder auf.

Alternative: Ein Citybus zwischen Bahnhof Rheda und Wiedenbrück könne die bestehende Linie 78 ersetzen, meinen die Grünen.

Rheda-Wiedenbrück (gl) - Um den Öffentlichen Personennahverkehr (ÖPNV) in Rheda-Wiedenbrück effektiver und attraktiver zu machen sowie die Anzahl der Autos auf den Straßen zu reduzieren, schlagen die Grünen in einem Antrag an den Rat vor, eine Citybuslinie einzurichten. Sie soll den Bürgern die Möglichkeit bieten, sich ohne lange Wartezeiten kostengünstig zwischen den Ortsteilen zu bewegen. 

Kleine Busse im 30-Minuten-Takt

Andreas Hahn und Alwin Wedler knüpfen damit an die Stadtbuslinie im Pendelverkehr an, die es bereits 1988 zur Zeit der Landesgartenschau gegeben hatte und wie sie in ähnlicher Form vor einigen Jahren auch schon von der FDP angeregt worden war. Das Modell der Grünen würde allerdings eine 3,7 Kilometer lange Brücke schlagen zwischen dem Bahnhof in Rheda und dem Parkplatz „Auf der Schanze“ in Wiedenbrück. Weitere Haltestellen wären bei Kaufland und weiter an der Hauptstraße in Höhe von Poco, Musterring und Schenke. Die Schanze könne perspektivisch als Mobilstation dienen. Als sinnvoll erachten die Grünen eine 30-Minuten-Taktung mit kleinen, flexiblen Bussen, „vorzugsweise elektrisch betrieben, die selbstverständlich für den Transport von Kinderwagen, Rollstühlen, Rollatoren geeignet sind“.

Ein Tagesticket zum Preis von einem oder 1,50 Euro wäre angemessen, heißt es. Eine solche Direktverbindung zwischen Rheda und Wiedenbrück könne die bestehende Linie 78 ersetzen, meinen die Grünen. „Sie wäre gedacht als Einladung an alle Bürger, für ihre Einkäufe, Besorgungen und Arztbesuche statt des Autos den Citybus zu nutzen“. Darüber hinaus stellte sie für Berufspendler, Eltern mit Kinderwagen, Senioren mit Rollatoren und andere eine einfach zu nutzende, kostengünstige, umweltfreundliche und klimaschonende Alternative dar. Weil nur schwer absehbar sei, wie sie angenommen werde, könne die probeweise Einführung zunächst auf zwei Jahre begrenzt werden. 

Andernorts erfolgreiches Modell

„Dass solche schnellen innerstädtischen Verbindungen erfolgreich betrieben werden können, dafür gibt es in vielen Städten bereits genügend erfolgreiche Beispiele. Besonders inspiriert uns der Citybuslinie in Kleve“, schreiben Andreas Hahn und Alwin Wedler. Dort komme ein Kleinbus auf einer 1,7 Kilometer langen Strecke von Montag bis Samstag, 9 bis 20 Uhr, zum Einsatz, der seit 2009 jährlich etwa 120 000 Fahrgäste transportiere. In den vergangenen Jahren hat es verschiedene Anläufe gegeben, den ÖPNV in Rheda-Wiedenbrück zu stärken. „Die FDP hat dazu bereits in der Vergangenheit durchdachte Konzepte vorgelegt, die jedoch politisch nicht durchsetzbar waren“, schreiben die Grünen. Ihr Vorschlag verfolge also eher eine kleine Lösung. „Sie wäre trotzdem ein erster sichtbarer Schritt im Bemühen, die unausweichliche politische Aufgabe der Gestaltung einer Verkehrswende konkret anzupacken.“

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