Investor lässt Wiedenbrücker Geschäftshaus abreißen


Für den Abriss vorbereitet wird en Geschäftshaus an der Langen Straße in Wiedenbrück. Was dort entstehen soll, steht bereits fest.

Noch steht es: Das giebelständige Haus Baumhus an der Langen Straße 24 in Wiedenbrück wird in diesen Tagen zum Abriss vorbereitet. Die Eigentümer das ist die Familie Mönchmeier wird dort eigenen Angaben zufolge ein Wohn- und Geschäftsgebäude errichten.  Foto: Lakämper-Lührs

Rheda-Wiedenbrück (lalü) - Das giebelständige Haus Baumhus an der Langen Straße 24 in Wiedenbrück wird in diesen Tagen zum Abriss vorbereitet. Die Eigentümer – das ist die Familie Mönchmeier – wird dort eigenen Angaben zufolge ein Wohn- und Geschäftsgebäude errichten. Im architektonischen Zusammenspiel mit den Immobilien im direkten Umfeld wolle man die Qualitäten der Langen Straße durch Modernisierung erweitern, lassen die Investoren wissen. 

1664 erstmals abgerissen

Seit annähernd 400 Jahren ist an dieser Stelle eine Bebauung nachgewiesen, heißt es in dem Häuserbuch von Josef Temme. 1664 war das ursprüngliche Gemäuer von der Familie Schlato abgerissen und ein Neubau errichtet worden, den die Nachfahren bis zur Mitte des folgenden Jahrhunderts bewohnten. Um 1830 betrieb dort Angela Wöhler eine Lebensmittelhandlung und eine Tabakspinnerei. Seit 1856 war das Haus im Besitz des Schmieds Wilhelm Baumhus und seiner Nachkommen. 

Häufig umgebaut

1955 wurde das Fachwerkhaus umgebaut, nach 1965 entstand die heutige Klinkerfassade mit den beiden Schaufenstern. Zuletzt war dort das Blumengeschäft „Floralis“ bis 2020 aktiv, dann nutzte die Klostergenossenschaft Wiedenbrück die Schaufensterflächen. Durch die verschiedenen Umbauten in der Mitte des 20. Jahrhunderts verlor das Objekt seine bisherige Erscheinungsweise, etwa die Fachwerk-Front. Deshalb wurde es von der Stadt auch nicht in die Denkmalliste eingetragen. 

Kein Baudenkmal

Die Einschätzung von nicht mehr vorhandenem Denkmalwert bestätigten Baufachleute im Zuge des Erwerbs und der Neuplanung in den vergangenen Jahren. In wenigen Tagen wird das Gelände einschließlich einer dahinter liegenden Werkstatt geräumt sein. Dann folgt die im historischen Kern der Doppelstadt vorgeschriebene archäologische Überprüfung des Bodens auf Überreste früherer Bebauungen. Sie wird durch das Amt für Bodendenkmalpflege mit seiner Außenstelle in Bielefeld organisiert. 

Ein Stockwerk mehr

Die künftige Bebauung wurde 2021 mit Verwaltung und Gestaltungsbeirat abgestimmt. Sie weise gegenüber dem bisherigen Zustand völlig andere Materialien und eine hochwertige Gestaltung auf, heißt es. Zudem soll der Neubau um ein Stockwerk höher ausfallen. Damit erreicht er eine ähnliche Firsthöhe wie die beiden Immobilien nebenan – links das Restaurant Clapperton’s und rechts, als Eckbebauung, das Feinkostgeschäft der Familie Mönchmeier.

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