Löschzug Batenhorst versteht sich als ein Bindeglied


Es sind vornehmlich Landwirte gewesen, welche die Batenhorster Feuerwehr gründeten. Sie bestand vor 100 Jahren aus 75 Mann.

Am 6. Juli 1928 wurde in Batenhorst das erste Feuerwehrgerätehaus eingeweiht. Heute steht am Hellweg 237 ein modernes Gebäude mit vier Einstellplätzen und einem Fuhrpark, der in erster Linie durch die Stadt unterhalten wird.

Rheda-Wiedenbrück (gl) - Am Samstag, 20. August, blicken die Mitglieder der Feuerwehr Rheda-Wiedenbrück in Batenhorst auf eine 100-jährige Geschichte zurück – ebenso wie deren Kameraden aus Lintel und St. Vit, mit denen gemeinsam gefeiert wird. „Dabei wird es viele Gelegenheiten geben, alten Geschichten und Erinnerungen auszutauschen“, kündigen die Roten Löwen an. In der Hoffnung, dass es die äußeren Umstände zulassen, werde es eine zentrale Jubiläumsfeier in der Stadthalle geben. Ein genauer Termin steht noch aus. 

41 Aktive plus Ehrenabteilung

Derzeit zählt der Löschzug Batenhorst unter der Führung von Meinolf Heiermeier und Christian Günnewig 41 Aktive. Dazu kommen zwölf Mitstreiter in der Ehrenabteilung. Die Gruppe der Ehrenamtlichen versteht sich als wichtiges Bindeglied im dörflichen Gemeinwesen. Das Engagement der Feuerwehrleute konzentriert sich eben nicht allein auf das Gerätehaus, das Löschen, Bergen und Retten. So wurde – pünktlich im Jubiläumsjahr – Meinolf Heiermeier Schützenkönig. Ausdruck der engen Verbundenheit zwischen dem örtlichen Löschzug und den Grünröcken ist der Umstand, dass der Thron gebildet wurde aus Schützen und Blauröcken. Die Unterscheidung fällt nicht schwer, zeigten sich Letztere bei den offiziellen Anlässen in der Ausgehuniform der Feuerwehr. 

Aus der Zeit gefallen

Dokumente belegen, dass der Löschzug am 20. August 1922 gegründet worden ist. Am 11. Januar 1923 unterzeichnete der Brandmeister die Satzung der Freiwilligen Feuerwehr Batenhorst. Der Inhalt klingt heute wie aus der Zeit gefallen. Beschrieben wird die Organisation darin als „eine Vereinigung gesunder und kräftiger Männer, welche die Ehrenpflicht übernehmen, sich die Gewandtheit und die Sachkenntnis zu erwerben, um bei Feuergefahr möglichst schnell und in zweckmäßiger Weise Hilfe leisten zu können“. Das hat sich bekanntlich gravierend verändert. Schon lange bestehen die Feuerwehren nicht nur aus Männern, wissen die Einsatzkräfte, dass auch auf Frauen im höchsten Maße Verlass ist. 

Vornehmlich Bauern

Es sind vornehmlich Landwirte gewesen, welche die Batenhorster Feuerwehr aus der Taufe hoben. Sie bestand vor 100 Jahren aus drei Abteilungen á 25 Mann. Einmal im Monat fand eine Übung statt. Bauer Kaspar Baumhüter erklärte sich bereit, die erste Feuerwehrspritze zu kaufen. Die Gemeinde schaffte Uniformen an. Deponiert wurde die Technik auf dem Hof Meierkord. Die drei Pferdegespanne stellten die Landwirte Meierkord, Rasche und Hermann Gödecke zur Verfügung. Am 6. Juli 1928 wurde das erste Feuerwehrgerätehaus eingeweiht.

Heute steht am Hellweg 237 ein modernes Gebäude mit vier Einstellplätzen und einem Fuhrpark, der in erster Linie durch die Stadt unterhalten wird. Es zählen aber auch zwei Fahrzeuge des Kreises Gütersloh und des Bundesdeutschen Katastrophenschutzes dazu. Auf ihre Einsätze bereiten sich die Aktiven bei Übungen auf Stadt- und Kreisebene sowie jeden zweiten und vierten Freitag des Monats in Batenhorst vor. 

Keine Nachwuchssorgen

Nachwuchssorgen müssen sich die Batenhorster eigenen Angaben zufolge nicht machen: An interessierten und engagierten Heranwachsenden, die sich in die Gemeinschaft einbringen möchten, bestehe kein Mangel. 1928 musste die Anzahl der Mitglieder gar von 75 Männern auf 40 reduziert werden, „es waren einfach zu viele“, heißt es in einer Pressemitteilung. 1934 wurde die Feuerwehr aufgelöst und zugleich eine Amtsfeuerwehr eingerichtet. Ferner erhielt diese Institution polizeiliche Hoheitsrechte. Am 29. April 1937 ist die erste Pumpe in Dienst gestellt worden. Als es einst bei Möbel Wonnemann brannte, lief das Gerät ganze 18 Stunden.

Weniger Brände, mehr Autounfälle

Im Vergleich zu den ersten Jahren ihres Bestehens wird die Feuerwehr heute recht selten zur Brandbekämpfung gerufen. Stattdessen fordern die Einsätze viel mehr technische Unterstützung. Wegen des zunehmenden Straßenverkehrs gilt es darüber hinaus, nach Verkehrsunfällen Menschen zu retten. „Das Aufgabenfeld ist viel umfänglicher und mit der Zeit immer anspruchsvoller geworden“, stellt die Gemeinschaft mit Blick auf das Jubiläum fest. Hat eine Grundausbildung eines angehenden Aktiven beispielsweise vor etwa 40 Jahren noch an vier Wochenenden stattgefunden, gehen Anwärter heute über viele Monate, Woche für Woche, zur Truppmannausbildung auf Stadtebene. Seit der kommunalen Neugliederung 1970 gibt es eine Feuerwehr, bestehend aus fünf Löschzügen. Nicht selten hilft dabei noch der „sechste“ Zug – das sind die Blauröcke der Westag-Werkfeuerwehr.

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