Luftfilter: Rheda-Wiedenbrücks SPD lässt nicht locker



Die SPD in Rheda-Wiedenbrück wundert sich: Andernorts werden mobile Luftfiltergeräte für Schulen  angeschafft, hier erachtet man sie als unpassend. 

Wenn sich nicht einmal die Gelehrten einig sind, wie soll es dann die Politik sein? Obwohl die Verwaltung den Einsatz von mobilen Luftflteranlagen derzeit ausschließt, lässt die SPD nicht locker. Was andernorts möglich ist, müsse doch auch hier machbar sein, meint sie.

Rheda-Wiedenbrück (kvs) - Was andernorts geht, kommt für Rheda-Wiedenbrück nicht infrage: der Einsatz von mobilen Luftfilteranlagen in Schulen. Sie seien zu laut, böten kaum Sicherheit und ersetzten nicht das regelmäßige Stoßlüften, hatte die Verwaltungsspitze unlängst erläutert.

Zuvor waren eigenen Angaben zufolge verschiedene Varianten und Modelle auf ihre Tauglichkeit hin geprüft worden – und rasselten durch. Also informierte Bürgermeister Theo Mettenborg die Eltern in einem Schreiben darüber und versicherte, alles dafür zu tun, Lernorte sicherer zu machen. Mobile Luftfilteranlagen indes seien nicht das Mittel der Wahl – zumindest nicht solche, die derzeit verfügbar seien. 

Im Süden ticken die Uhren anders

Das möchten die Sozialdemokraten in Rheda-Wiedenbrück nicht unkommentiert lassen. Sie erneuern in einem Offenen Brief an den Verwaltungschef ihre Forderung nach technischer Aufrüstung in Klassenzimmern. Grundsätzlich begrüße man den Wunsch, die Schulen möglichst coronasicher zu machen, wie es Mettenborg in seinem Brief an Eltern formuliert habe, erkennt die SPD an. Zu gern möchte sie jedoch eine Antwort auf die Frage haben, welche Geräte denn bitteschön im Rathaus getestet worden seien und wie deren Auswahl erfolgte, um daraus ein kategorisches Nein abzuleiten. 

Bayern beispielsweise führe zurzeit mobile Luftfilter in allen Klassenräumen ein. Das zuständige Ministerium habe exakte Vorgaben gemacht, was die Lautstärke angehe, die sich wiederum mit denen der NRW-Unfallkasse deckten. Aber nicht nur das von der Verwaltung prognostizierte, akustische Getöse stellt die SPD infrage, „auch Ihre Annahme von 4000 Euro Anschaffungskosten pro Gerät halten wir für falsch“. In Bayern rechne man gerade einmal mit halb so viel. 

Unterschiedliche Wahrnehmung

Es hätte also nicht schaden können, einen Blick in den Süden der Republik zu werfen, meint die SPD. Dort nämlich erachte man Luftfilter als wesentlichen Baustein, um Lernorte fit zu machen für das kommende Schuljahr, als sinnvolle Ergänzung zum regelmäßigen Lüften, um die Aerosollast und damit das Infektionsrisiko im Klassenraum zu senken. Überdies zitiert die SPD die Deutsche Physikalische Gesellschaft (DPG) und Professor Christian Kählers von der Bundeswehruniversität München, die den Einsatz von Luftfiltern ebenfalls als sinnvolle Ergänzung betrachten. 

Recht auf Bildung

„Angesichts des bevorstehenden Herbsts und der sinkenden Temperaturen kann man nicht allein auf Masken und auf das zweimalige Lüften pro Unterrichtsstunde setzen“, schreibt die SPD. Sie fordert von der Stadt, „sofort mobile Luftfilter in den Klassenräumen zum Schutz der Kinder zur Gewährleistung des Rechts auf Bildung einzusetzen“.

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