Volle Kirche zur Marienwoche in Wiedenbrück


An den Anblick von leeren Gotteshäusern hat sich mancher Geistliche inzwischen gewöhnt. Umso größer ist die Freude in Wiedenbrück über die Resonanz zur Marienwoche.

Die am Fest Maria Königin gekrönte „Schmerzhafte Mutter von Wiedenbrück“, gerahmt von Küsterin Angela Bultmann, den Ministranten Isabel und Michael Alke, sowie Pfarrdechant Reinhard Edeler.

Rheda-Wiedenbrück (gl). „Erfolg ist keiner der Namen Gottes!“ Dieser Satz stammt vom jüdischen Religionsphilosophen Martin Buber (1878 bis 1965) und wird häufig von Hauptamtlichen der Kirche zitiert, vielleicht auch, um sich gegen den Frust zu wappnen, der sich irgendwann unweigerlich einstellt, wenn sich trotz aller Bemühung nur eine überschaubare Zahl an Gläubigen zu Angeboten einfindet.

Und sicherlich, Gott lässt sich nicht in einen ökonomischen, wirtschaftlichen Erfolgsbegriff pressen. Das beweist der Blick aufs Kreuz, der Blick auf den Leichnam des Gottessohns im Schoß seiner Mutter Maria. Doch selbst wenn Erfolg keiner der Namen Gottes ist, heißt das nicht, dass er keine Freude hat, wenn der Rückblick auf eine pastorale, liturgische Initiative nur ein Resümee zulässt: Es war erfolgreich. 

Unbestreitbar ein Erfolg

Der Erfolg der „Ersten Marienwoche Wiedenbrück“, die unlängst gefeiert wurde, ist unbestreitbar. Die Marienkirche war unter den gegebenen Corona-Vorgaben zum Eröffnungs- und Abschlusshochamt voll, und auch die Marienämter an den Werktagen sowie die Andachten und Mediationsgottesdienste waren gut besucht. „Es war sehr berührend, zu erleben, wie emotional dicht die Zeremonien der Krönung des Wiedenbrücker Gnadenbilds, der Schmerzhaften Mutter, die nah an die Gläubigen herangerückt war, und die Weihe an die Gottesmutter von den Gläubigen erlebt wurde“, berichtet Pfarrdechant Reinhard Edeler. 

Die Intention, die er mit der Marienwoche verbinde, die Wallfahrtstradition in Wiedenbrück neu ins Bewusstsein zu rücken und zu beleben, sei mehr als erfüllt worden. Der so wichtige ästhetische Rahmen, der durch Küsterin Angela Bultmann liebevoll und mit großem zeitlichen Aufwand geschaffen wurde, ergänzten die besonderen Feiern. Auch die Orgelmusik von Jürgen Wüstefeld und Josef Linnenbrink prägten das spirituelle Erlebnis, ebenso das Engagement der Ministranten aus Lintel. 

Fortsetzungen geplant

Die Ankündigung, die Pfarrdechant Reinhard Edeler am Ende des Abschlusshochamts aussprach, die Marienwoche Wiedenbrück sicherlich in 2022 und darüber hinaus zu feiern, wurde von den Gläubigen mit Beifall quittiert. Es sei nicht gewagt, nach der Premiere die These aufzustellen, dass viele Menschen sich nach Formen der Liturgie sehnen, die buchstäblich das Herz berühren, so Edeler. Und die Reflexion werde in die Planung der nächsten Marienwoche einfließen, denn in diesem „neuen und doch so traditionellem Format“ stecke noch eine Menge an Potenzial, das es zu bergen und zu beleben gilt.

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