Tierrechtler kündigen Mahnwache vor Gerichtszentrum an


Zwei Amtsveterinäre haben ihre Jobs verloren, nachdem einer von ihnen bei Tönnies drei Ferkel ersäuft haben soll. Nun klagen sie.

Am späten Nachmittag des Totensonntag haben zehn Aktivisten des Vereins Fairleben Gütersloh und von Bielefeld Animal Save der im Schlachthof Tönnies in Rheda getöteten Tiere gedacht. Foto: Wedel

Rheda-Wiedenbrück (gl) - Am späten Nachmittag des Totensonntags haben zehn Aktivisten des Vereins Fairleben Gütersloh und von Bielefeld Animal Save der im Schlachthof Tönnies in Rheda getöteten Tiere gedacht. „Ein mit Blumen verzierter Sarg, sowie Grablichter und Gedenksteine wiesen direkt an der Hauptzufahrt zum Schlachthof auf das Leid der Millionen getöteter Individuen hin“, heißt es in einer Pressemitteilung der beiden Organisationen.

Bezug zu Vorfall vom 20. Juli

Sie kritisieren unter anderem, dass täglich zehntausende Tiere in eine mit Kohlendioxid gefüllte Grube gefahren werden: „Eine besonders qualvolle Art der Betäubung“, meinen die Tierechtler. Im Besonderen sei auch der am 20. Juli im Wartebereich des Schlachthofs gebärenden Sau gedacht worden, die mitsamt drei ihrer Frischlinge ebenfalls vergast wurden. Drei weitere Ferkel sollen von einem Amtsveterinär in einem Wassereimer ertränkt worden sein. 

Tönnies erstattet Anzeige

Wie bereits berichtet, ist der Verfall von der Firma Tönnies zur Anzeige gebracht worden. Die beiden beteiligten Veterinäre haben gegen ihre fristlose Kündigung durch den Kreis Gütersloh geklagt. Der Termin für die öffentliche Verhandlung findet am Donnerstag, 24. November, 11.15 Uhr, vor dem Arbeitsgericht in Bielefeld statt. Auch dort planen die beiden Organisationen eine Mahnwache.

Weiteres Verfahren

Und dann gibt es noch ein Gerichtsverfahren, das seinen Ursprung auf dem Tönnies-Gelände hat. So muss sich ein Schweinemäster wegen eines Verstoßes gegen das Versammlungsgesetz verantworten, wie es in de Anklage heißt. Er soll mit Berufskollegen eine Tierschutz-Demo gestört haben, teilt das Deutsche Tierschutzbüro mit. „Plötzlich fuhren Trecker vor und rund 30 Landwirte kamen“ sagt Vorstandsvorsitzender Jan Peifer. Auch die Polizei sei erstaunt gewesen, da diese Aktion nicht angemeldet gewesen sein soll. 

Tierschützer beleidigt

„Schnell kam es zu Beleidigungen gegenüber den Tierrechtlern. Die Beamten hatten Mühe, die lautstarken Schweinemäster zurückzudrängen. Immer wieder störten sie die Versammlung, und es kam zu Unterbrechungen“, so Peifer weiter. Dabei habe sich ein Teilnehmer besonders hervorgetan, „der ganz offensichtlich die Bauern-Demo (mit)organisiert hatte“, teilt die Organisation mit.

Man kennt sich

Peifer zufolge gab es schon einmal eine juristische Auseinandersetzung zwischen Tierschutzbüro und dem Landwirt: Er hatte demnach in einem Onlinevideo behauptet, die Mitglieder brächen gewaltsam in Tierställe ein. Das Gericht untersagte ihm, diesen Vorwurf zu wiederholen. Das neue Verfahren gegen ihn beginnt am Montag, 9 Uhr, vor dem Amtsgericht Wiedenbrück.

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