Verwaltung beäugt Wohnbauvorhaben in Rheda kritisch



Kritisch sieht die Verwaltung die Absicht des Eigentümers des ehemaligen Güterbahnhofs, dort Wohnhäuser zu bauen.

Die Vorstellungen von Stadt und Eigentümer hinsichtlich der Bebauung einer Brachfläche am ehemaligen Güterbahnhof in Rheda gehen weit auseinander. Foto: von Stockum

Rheda-Wiedenbrück (kvs) -  Kritisch bewertet die Verwaltung die Absicht des Eigentümers des ehemaligen Güterbahnhofs in Rheda, einen Teil der Fläche mit Wohnhäusern zu bebauen. Vorstellbar sind aus seiner Sicht Objekte, die bis zu vier Etagen haben. Das geht aus der Vorlage zur nächsten Sitzung des Ausschusses für Bauen und Stadtentwicklung hervor, der das nächste Mal am Donnerstag, 8. Dezember, ab 17 Uhr in der Stadthalle tagt. 

Begehren ablehnen

Der Fachbereich Stadtplanung empfiehlt der Politik, das Begehren des Eigentümers abzulehnen. Eine reine Wohnbebauung sieht die Verwaltung problematisch. Wünschenswert ist ihr zufolge eine Mischung aus Wohnen und Gewerbe, „so dass das Areal einen möglichst großen Mehrwert für die Stadt beziehungsweise den Ortsteil Rheda hat“, heißt es in der Darstellung aus dem Rathaus. Grundsätzlich solle hierfür überprüft werden, welche Art der Entwicklung am zielführendsten und darüber hinaus realisierungsfähig ist. 

Hilfe aus Düsseldorf

Die Verwaltung schlägt daher vor, die Gesellschaft NRW.Urban des Landes Nordrhein-Westfalen ins Boot zu holen. Sie steht Städten und Gemeinden mit einem speziellen Programm bei schwierigen Themenstellungen wie der Entwicklung von Brach- hin zu Bauflächen unterstützend zur Seite, heißt es in der Sitzungsvorlage. „Im Fokus stehen hierbei Bereiche in integrierten Lagen, die sich in Privatbesitz befinden und zu denen bislang keine Einigung hinsichtlich einer neuen Perspektive erzielt werden konnte.“ Aufgabe ist es demnach, die Mitwirkung der Eigentümer zu erreichen, die ökonomische und planerische Machbarkeit einer Entwicklung zu untersuchen sowie möglichst eine Verbindlichkeit für die Umsetzung herzustellen. Als weiteres Argument führen die Verantwortlichen ins Feld, dass dieses dialogorientierte Verfahren zu etwa Dreivierteln aus Landesmitteln getragen wird. 

Bauleitplanung beschleunigen

Die Eigenbeteiligungen von Kommunen und Eigentümern werden im Rahmen der Konsens- und Kooperationsvereinbarungen geregelt. Städte und Gemeinden können sich mit einem oder mehreren Standorten um die Unterstützungsleistungen im Rahmen jährlicher Aufrufe bewerben. Der Refinanzierungsanteil beträgt jeweils 8000 Euro. Die Partner aus Düsseldorf stehen eigenen Angaben zufolge Kommunen und Eigentümern zur Seite, um Hemmnisse bei der Aktivierung von Brachflächen zu überwinden, die Bauleitplanung zu beschleunigen und Innenstädte zu stärken. Weitere Ziele: planerische und wirtschaftliche Grundlagen für die Wiedernutzung schaffen sowie – bei nicht rentierlichen Standorten – Kommunen beim Grunderwerb unterstützen.

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