Vortrag über „Brot für die Welt“ in Rheda-Wiedenbrück


Die Gründung des Hilfswerks „Brot für die Welt“ geht auf den ersten Kanzler der Bundesrepublik zurück: Konrad Adenauer (CDU).

Die Hilfsorganisation „Brot für die Welt“ besteht seit 60 Jahren. In Rheda warf Pfarrerin Kirsten Potz einen Blick zurück - und nach vorne. Foto: dpa

Rheda-Wiedenbrück (gl) - Im Rahmen der „Fairen Woche“ hatten der Weltladen und die Frauenhilfe Rheda zu einem interessanten Vortrag eingeladen: Regionalpfarrerin Kirsten Potz, Beauftragte für Mission, Ökumene und Weltverantwortung, sprach im Evangelischen Gemeindehaus Rheda zum Thema „60 Jahre Brot für die Welt“. Sie berichtete über ein von ihr besuchtes Projekt in Paraguay, das von „Brot für die Welt“ unterstützt wird.

Aus einem Projekt werden 1800

Anlass für die Gründung von „Brot für die Welt“ sei seinerzeit die Dankbarkeit für die Hilfe gewesen, die viele Deutsche nach dem Krieg aus dem Ausland erhalten hatten, informierte Pfarrerin Kirsten Potz. Als die im Dezember 1959 gestartete erste Aktion erfolgreich verlief, wurde die Fortsetzung beschlossen, die schließlich zu einem Hilfswerk führte, das gegenwärtig 1800 Projekte weltweit fördert.

In den Genuss der Unterstützung kommen bedürftige Menschen ungeachtet ihrer Hautfarbe, Nationalität oder Religion. Finanziert wird „Brot für die Welt“ nicht nur durch Spenden, sondern auch durch Kirchensteuermittel und staatliche Zuschüsse.

Hilfe, die wirklich ankommt

Die Idee zu diesen staatlichen Zuschüssen geht auf den früheren Bundeskanzler Konrad Adenauer zurück. Dieser hatte nämlich erkannt, dass die vom deutschen Staat geleistete Entwicklungshilfe oft bei korrupten Politikern hängen blieb und gar nicht den armen Menschen zugute kam. Anders bei „Brot für die Welt“: Dort kooperiert man nicht mit staatlichen Stellen, sondern mit einheimischen Kirchen oder anderen Nicht-Regierungsorganisationen in Entwicklungsländern.

Wie Kirsten Potz ausführte, wurde m Lauf der Jahre deutlich, dass Armut und Unterentwicklung auch mit ungerechten wirtschaftlichen Strukturen zusammenhingen. Daraus ergab sich für die Initiative die Notwendigkeit, nicht nur konkrete Hilfsmaßnahmen durchzuführen, sondern auch auf politischer Ebene zu einem Anwalt der Armen zu werden und für ihre Rechte einzutreten.

Kampf für Menschenrechte

Aktuell kämpft „Brot für die Welt“ etwa für ein Lieferkettengesetz, durch das die Einhaltung der Menschenrechte während des kompletten Produktionsprozesses gewährleistet werden soll. Die Tätigkeit von „Brot für die Welt“ wurde anschaulich gemacht durch ein von der Referentin besuchtes Projekt in Paraguay, das der Ausbildung von jungen Menschen aus den untersten Gesellschaftsschichten dient.

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