„WEKA“-Ausstellung im Museum Wiedenbrücker Schule


Mit einer neuen Ausstellung lädt das Museum Wiedenbrücker Schule dazu ein, in die Stadtgeschichte einzutauchen.

Von der Kutsche zum Spezialhersteller rund um den Lkw, so stellt sich die rasante Entwicklung des Unternehmens „WEKA“ in Wiedenbrück dar.

Rheda-Wiedenbrück (gl) - Eine neue stadtgeschichtliche Ausstellung eröffnet das Museum Wiedenbrücker Schule an der Hoetger-Gasse am Samstag, 28. Mai, um 17 Uhr. „175 Jahre WEKA-Transport im Wandel der Zeit“ lautet der Titel. Die Besucher dürfen sich auf eine originale Kutsche, einen Viehtransportanhänger, Achsen sowie Reifen und viele historische Fotos und Bilder freuen. 1845 rief Johann Bernhard Knöbel auf dem Klingelbrink im damals selbstständigen Wiedenbrück seine Huf- und Wagenschmiede ins Leben. Er begründete damit eine Tradition, die mittlerweile mehr als 175 Jahre in Rheda-Wiedenbrück ihren Sitz hat. 

Eine Erfolgsgeschichte und ihre Wurzeln

Die Ausstellung, die aufgrund der Coronakrise zwei Jahre nach dem eigentlichen Jubiläum gezeigt wird, will diesen erfolgreichen Zweig der Wirtschaftsgeschichte in der Stadt beleuchten und dem Betrachter Einblick in die engen Beziehungen der früheren verschiedenen Gewerbezweige geben. Zugleich findet er ein Beispiel dafür, auf welchen Grundlagen und aus welchen Wurzeln die Stadt bis heute gespeist wird. Das Jubiläum ist Anlass dafür, die rasante Veränderung im Transportwesen am Beispiel der „WEKA“ zu beleuchten. Aus Kutschen für den gehobenen Bedarf und Hufbeschlag für den Alltag mit Pferdekraftnutzung im 19. Jahrhundert wurde ein moderner Fullservice-Spezialhersteller rund um den Lkw der Gegenwart. War Knöbel noch mit wenigen Gesellen und Lehrlingen ein echter Handwerksbetrieb, ist die „WEKA“ heute ein mittelständischer Arbeitgeber mit mehr als 100 Mitarbeitern.

Die Transportanforderungen der Anfangszeit bestanden in der Fertigung von landwirtschaftlichen Anhängern und Kutschen. Diese Epoche ist durch einen aus der eigenen Fertigung stammenden Traditionswagen – ein leichter Jagdwagen von zirka 1890 – repräsentiert. Seit 1904 ist das Betriebsgelände aus der Innenstadt neben dem ehemaligen Bahnhof an die Straße „Auf der Schanze“ verlagert worden. Früher ein guter Standort, um Produkte auch über die Schiene zu entfernteren Kunden liefern zu können, heute eher ein Standort im Zentrum. 

Zunehmende Motorisierung

Die Vieh- und Transportwagen für die Landwirtschaft, die bis nach dem Zweiten Weltkrieg ein wichtiges Standbein der Produktpalette bildeten, wurden seit den 1930er-Jahren erst ergänzend, dann gänzlich durch die zunehmende Motorisierung abgelöst. Hauptkunden waren von Anfang an die heimischen Möbelproduzenten, die die Tradition der sakralen Kunst der Wiedenbrücker Schule in Möbelbau mit Ornamentik überführten und so das vorhandene Fachkräftepotenzial und die Tradition nutzen. Nebenbei wurde ein neuer Erwerbszweig in der Stadt etabliert. Diese Entwicklung hat ebenfalls die „WEKA“ maßgeblich beeinflusst, auch wenn sie heute an vielen Stellen über den heimischen Markt herausgewachsen ist. Immer noch zählen Möbelfirmen aus der Region zu ihren Kunden.

Texte und Fotos von die-glocke.de sind urheberrechtlich geschützt. Weiterverwendung nur mit Genehmigung der Chefredaktion.