Zahl der Montagsspaziergänger in Rheda steigt



Erneut hat es beim jüngsten Montagsspaziergag in Rheda etliche Verstöße gegen geltendes Recht gegeben. Dennoch schritt niemand ein.

Unter den Augen von Ordnungsamtsmitarbeitern und Polizeibeamten zogen die zunächst etwa 350 Teilnehmer entspannt durch die Innenstadt von Rheda. Später stießen eigenen Angaben zufolge 50 weitere Akteure hinzu. Foto: von Stockum

Rheda-Wiedenbrück (kvs) - Inzwischen dürften sich viele Rhedaer an das montägliche Bild gewöhnt haben: Seit Monaten schon treffen sich bekanntlich dort in den Abendstunden Menschen zu einem gemeinsamen Spaziergang, um gegen die aus ihrer Sicht unverhältnismäßigen Corona-Maßnahmen der Regierung zu demonstrieren. Auch zuletzt blieb es ruhig, eine Gegenveranstaltung gab es nicht. 

Etwa 400 Teilnehmer

Unter den Augen von Ordnungsamtsmitarbeitern und Polizeibeamten zogen die zunächst etwa 350 Teilnehmer entspannt durch die Innenstadt. Später stießen 50 weitere Akteure hinzu. Zeitgleich gingen auch in Harsewinkel, Gütersloh und Herzebrock-Clarholz Menschen auf die Straße, um Flagge zu zeigen. Die einen gegen Einschränkungen, die anderen für ein solidarisches Miteinander. 

Keinen Initiator ausgemacht

Beim Messenger-Dienst Telegram zeigten sich die Akteure des Spaziergangs in Rheda zufrieden. Weil dieser erneut nicht angemeldet worden war, die Polizei allerdings keinen Initiator hat ausfindig machen können, ist zum wiederholten Male eine Strafanzeige ergangen gegen Unbekannt. Die Tatsache, dass nur ein verschwindend geringer Teil derjenigen, die durch die Innenstadt zogen, eine Maske trug, blieb ohne Konsequenzen. Zwar wäre ein Mund-Nasen-Schutz laut Schutzverordnung Pflicht gewesen, doch Ordnungsamt und Polizei ließen den Verstoß – wenn auch zähneknirschend – durchgehen. 

„Das ist nicht in Ordnung

„Das ist nicht in Ordnung“, stellte der Erste Beigeordnete Dr. Georg Robra am Rande des Spaziergangs fest. Zwar begingen die meisten der maskenlosen Teilnehmer eine Ordnungswidrigkeit, doch um diese zu ahnden, wäre man auf die Amtshilfe der Polizei zur Feststellung der Personalien angewiesen gewesen. Angesichts dessen, dass die Veranstaltung aber ausgesprochen friedlich über die Bühne ging und die Versammlungsfreiheit als Grundrecht ein besonders hohes Gut ist, die Behörden überdies eine Eskalation tunlichst vermeiden möchten und die Verhältnismäßigkeit nicht gegeben gewesen wäre, drückten die Ordnungshüter jeweils beide Augen zu. 

Maske ist Pflicht

Zur Erläuterung: Mit der am vergangenen Donnerstag in Kraft getretenen Corona-Schutzverordnung des Landes müssen vorläufig auch bei Demonstrationen Masken getragen werden – und zwar unabhängig von der Teilnehmerzahl. Nur wenn mindestens die 3G-Regel und das Abstandsgebot von eineinhalb Metern zueinander eingehalten wird, darf auf den Mund-Nasen-Schutz verzichtet werden. Ab 750 Teilnehmenden ist die 3G-Regel Pflicht.

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