Zwei Drittel der Autos in Rheda-Wiedenbrück verkehrssicher


Knapp 25 Prozent der beim TÜV zur Hauptuntersuchung angemeldeten Fahrzeuge fallen aber durch, weil sie gravierende Mängel aufweisen.

Mehr als Dreiviertel aller Autos, die im zurückliegenden Jahr beim TÜV am Pilgerpatt in Wiedenbrück zur Hauptuntersuchung vorgestellt wurden, haben die Plakette auf Anhieb erhalten. Bei 24,1 Prozent wurden teils erhebliche Mängel festgestellt. Foto: dpa

Rheda-Wiedenbrück (gl) - Die wenigsten Autobesitzer mussten mit ihren Fahrzeugen im zurückliegenden Jahr beim TÜV ein zweites Mal vorstellig werden. Die meisten Kraftwagen erhielten in Rheda-Wiedenbrück ihre TÜV-Plakette auf Anhieb.

Mehr als 75 Prozent der Fahrzeuge erhalten die TÜV-Plakette im ersten Anlauf

Insgesamt 67,3 Prozent aller Autos, die im vergangenen Jahr an der TÜV-Station am Wiedenbrücker Pilgerpatt von den Sachverständigen in der Hauptuntersuchung (HU) inspiziert wurden, hatten keine Mängel. Zusätzlich gab es bei 8,6 Prozent der Fahrzeuge nur geringe Mängel, sodass 75,9 Prozent direkt eine neue TÜV-Plakette erhielten.

Sorgen macht den Prüfern jedoch eine andere Zahl: Bei immerhin 24,1 Prozent der Fahrzeuge wurden erhebliche und gefährliche Mängel festgestellt. Sie mussten umgehend repariert werden, bevor nach einer Nachprüfung die begehrte Plakette auf das hintere Kennzeichen geklebt werden konnte. Das ist zusammengefasst das Ergebnis der HU-Statistik, die jetzt vom TÜV-Nord veröffentlicht wurde.

Zwei weitere Zahlen aus dieser Statistik: Der durchschnittliche Personenwagen, der am Pilgerpatt geprüft wurde, war 12,2 Jahre alt und hatte mehr als 127 000 Kilometer auf dem Tacho. Roland Potthoff, Leiter der TÜV-Station Rheda-Wiedenbrück, sagt: „Wir sind mit den aktuell niedrigen Mängelquoten zufrieden. Die Sicherheit steigt von Fahrzeug- zu Fahrzeuggeneration, zudem legen die Autohersteller einen Fokus auf die Langzeitqualität. Auch Autohäuser und Werkstätten haben einen Anteil an der häufigen Mängelfreiheit. Wer sein Auto regelmäßig zu den empfohlenen Inspektionsterminen in einer Fachwerkstatt warten lässt, hat bei der Hauptuntersuchung weniger Mängel an seinem Fahrzeug.“

Beleuchtung wird oft vernachlässigt

Dass die Beleuchtungsanlage von Autofahrern oft vernachlässigt wird, zeigt die Verteilung der Mängelgruppen. Und das, obwohl zumindest die Kontrolle der Beleuchtungsanlage in der Regel relativ einfach zu bewerkstelligen ist. Allerdings ist die Quote der erheblichen Mängel in diesem Bereich laut TÜV erneut gesunken. Daran hätten auch die Hersteller mit der Entwicklung von zuverlässiger und moderner Fahrzeugtechnik ihren Anteil. Je älter die Fahrzeuge bei ihrem TÜV-Termin sind, desto höher ist die Zahl derjenigen, die im ersten Anlauf keine Plakette bekommen. Die aktuellen Zahlen belegen: Bei der ersten HU im Alter von drei Jahren finden sich bei 5,1 Prozent der Autos erhebliche Mängel. Im Alter von fünf Jahren sind es bereits neun Prozent.

Mercedes zuverlässig, Dacia eher nicht

Als das Auto mit den geringsten Mängeln im aktuellen TÜV-Report wird die B-Klasse von Mercedes-Benz gelistet, die damit ebenso als Van-Klassensieger glänzt. Auch in zwei anderen Bereichen kann der Stuttgarter Autohersteller mit dem Stern überzeugen: So belegen die A-Klasse im Kompaktsegment und der GLC im Bereich der SUV die Spitzenplätze. Komplettiert wird das Bild mit dem Volvo V40 in der Kompaktklasse sowie dem Honda Jazz und dem Kia Picanto in den Bereichen Kleinwagen und Minis. Auf den unteren Plätzen im Ranking finden sich je nach Alter Dacia Logan und Duster sowie der Renault Clio wieder, der im Alter zwischen zehn und elf Jahren mit erheblichen Mängeln zu 36,4 Prozent durch die HU fällt.

Braun statt Rosa: TÜV-Plakette wechselt 2023 die Farbe

Wichtig zu wissen: Wer zurzeit noch mit einer braunen Plakette für 2022 unterwegs ist, sollte sich bald einen Termin für die Hauptuntersuchung geben lassen. Mit dem bevorstehenden Jahreswechsel ändert sich die Farbe der TÜV-Plakette von Braun auf Rosa. So ist zum Beispiel für die Polizei direkt farblich erkennbar, wenn der TÜV-Termin überzogen wurde. Dann ist nach mehr als zwei Monaten ein Verwarngeld fällig und ab dem achten Monat kommt sogar noch ein Punkt in Flensburg hinzu.

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