Firma Ellermann in Rietberg steht in Flammen



Noch ist unklar, wie es zu dem zweiten Großbrand innerhalb weniger Tage auf dem Gebiet der Stadt Rietberg kommen konnte.

Seit Freitagnachmittag brennt es auf dem Gelände der Firma Ellermann an der Bokeler Straße/Ecke B 64 in Rietberg. Die Feuerwehr ist mit einem Großaufgebot vor Ort. Foto: Eickhoff

Rietberg (ei) - Zweiter Großeinsatz für die Feuerwehr im Rietberger Stadtgebiet innerhalb drei Tage: Vermutlich bei Dachdeckerarbeiten hat sich am Freitagnachmittag das Dach einer Industriehalle des Laden- und Messebauers Ellermannan an der Bokeler Straße/Ecke B 64 in Rietberg entzündet.

Feuerwehr erhält Unterstützung aus Nachbarkommunen

Kurz nach dem Eintreffen der ersten Kräfte stürzte das Dach ein, das Feuer griff auf ein Hochregallager über. Um 14.21 Uhr hatte zunächst die automatische Brandmeldeanlage des Unternehmens ausgelöst. Von der Kreisleitstelle in Gütersloh wurden daraufhin die Löschzüge Rietberg und Mastholte alarmiert.

Schon auf der Anfahrt sahen die Feuerwehrleute dicke, schwarze Rauchwolken emporsteigen. Der weitere Einsatzverlauf liest sich wie eine Kopie des Großbrands am Dienstag bei dem Möbelhersteller Procontour in Neuenkirchen: Rund 200 Feuerwehrleute waren unter Leitung von Stadtbrandinspektor Matthias Setter im Kampf gegen die Flammen im Einsatz, versuchten zu retten, was zu retten war.

Auch am Freitag kamen sechs Drehleitern und der Gelenkmast der Feuerwehr Steinhagen zum Einsatz, um den Brand aus großer Höhe zu bekämpfen. Unterstützung kam ferner unter anderem aus Delbrück, Langenberg und Gütersloh.

Bundesstraße 64 vorübergehend gesperrt

Um genügend Aufstellfläche für die Feuerwehrfahrzeuge zu haben, musste die stark frequentierte Bundesstraße 64 komplett gesperrt werden. Die Bundesstraße ist eine wichtige Verbindung zwischen der A 2 in Rheda-Wiedenbrück und der A 33 in Paderborn. Staus auch auf den Umleitungsstrecken waren die Folge.

Mit Hilfe von Schlauchwagen aus Isselhorst und Kaunitz wurden lange Wasserleitungen gelegt, um an der Brandstelle ausreichend Löschwasser zur Verfügung zu haben. Zunächst war ein Löschwasserbehälter auf dem Grundstück des Unternehmens genutzt worden, später wurde dann ein Pendelverkehr eingerichtet. 

Bevölkerung wird über Handy-App gewarnt

Mehr als eine Stunde dauerte es, bis die dicken, schwarzen Rauchwolken heller wurden. Sie waren zuvor kilometerweit zu sehen. Über die Warn-App Nina wurde die Bevölkerung gebeten, Fenster und Türen zu schließen und Klimaanlagen abzuschalten.

Mit einem massiven Wassereinsatz konnte der Brand um 17.28 Uhr unter Kontrolle gebracht werden. Später konnten auch die ersten Einsatzkräfte aus dem Kreis Paderborn wieder einrücken.

Die ABC-Einheit des Kreises führte im Umfeld der Brandstelle sowie im Bereich der abziehenden Qualmwolke Messungen durch und wurde von Mitarbeitern des Landesamts für Natur, Umwelt und Verbraucherschutz unterstützt. Bei Einbruch der Dämmerung wurde das Technische Hilfswerk alarmiert, um die Einsatzstelle auszuleuchten.

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