Hobbymaler zeigen ihr Können in Neuenkirchen


Der Heimatverein Neuenkirchen macht es möglich, das Hobbymaler einmal zeigen können, was alles in ihnen steckt. 

Einen interessanten Querschnitt bilden die beteiligten Künstler der Hobbymalerausstellung in  Neuenkirchen. Das sind (v. l.) Johannes Berner, Margrit Gebranzig, Cathrin Adämmer, Leonie Wieger, Gisela Berner und Karin Osthus-Bleisch – in der Alten Volksschule. Foto: Leskovsek

Rietberg-Neuenkirchen (wl) - Leonie Wieger ist die jüngste Teilnehmerin bei der diesjährigen Ausstellung heimischer Kunstschaffender, organisiert vom Heimatverein Neuenkirchen. Die 23-Jährige malt bereits seit frühester Kindheit, war aus dem Malraum der Kita kaum wegzubekommen. Die junge Frau hat sich stets weiterentwickelt, arbeitet mit Stift und Pinsel, mit Tusche und Acryl. Ihr Freund Felix Geldmacher habe sie darin bestärkt, ihre Werke im Rahmen der Ausstellung in Neuenkirchen zu präsentieren. 

Sechs Kreative an der Ausstellung beteiligt

„Es sind gerade 1000 Gefühle, die ich empfinde, weil ich merke, dass es schon etwas Besonderes ist, wenn die eigenen Arbeiten plötzlich öffentliches Interesse finden“, sagt die Projektmanagerin im Marketing am Sonntag während der Vernissage in den Räumlichkeiten der Alten Volksschule. Derzeit arbeitet Leonie Wieger an einer großformatigen Serie mit dem Titel „Big Five“. Der Elefant sowie der Büffel sind bereits fertig und bei der Ausstellung zu sehen. Die junge Künstlerin liebt zwar Farben, beschränkt sich aber in ihren Arbeiten auf wenig davon, setzt vielmehr auf klare Linien und reduzierte Motive. Claudia Holtkamp stellte am Sonntag die sechs beteiligten Künstler der inzwischen schon 16. Hobbymalerausstellung des Heimatvereins vor, zu denen auch Cathrin Adämmer zählt. Sie ist unter anderem die Urheberin des asiatisch anmutenden Titelbilds zur Veranstaltung, das den Namen „Neubeginn“ trägt. 

Es zeigt die Kirschblüte in einer Farbpracht, wie sie intensiver kaum sein könnte. Das Motto Holtkamps: „Ich male mir die Welt, wie sie mir gefällt.“ Auch für Margrit Gebranzig ist es die erste öffentliche Ausstellung. Sie malt überwiegend in Öl und wählt interessante Formate, die das Motiv unterstreichen. Inspiration bezieht sie häufig aus der Natur. Eisberge („Noch haben wir sie“) beispielsweise. Die Kreative unterstreicht in ihren Bildern das häufig raue und stürmische Klima, beschreibt dessen Urgewalt ebenso wie seine Vergänglichkeit. Karin Osthus-Bleisch ist die einzige Künstlerin der Ausstellung, die schon einmal ihre Werke in der Alten Volksschule hat zeigen dürfen. Für ihre recht eigenwillige Bildsprache wählt die Malerin sehr gern Kleinstformate. Der Arbeitsprozess sei bei ihr immer unterschiedlich, sagt sie. Mal stehen am Ende naturgetreue Darstellungen, mal abstrakte Wesen wie ein Fantasievogel. Ist es überhaupt ein Vogel? Der Betrachter entscheidet selbst.

Jeder soll seine Sichtweise entwickeln können

Im zweiten Ausstellungsraum sind außer den Arbeiten von Leonie Wieger Bilder des künstlerischen Neuzugangs aus Hessen, dem Ehepaar Berner zu sehen. Johannes Berner ist mit 76 Jahren der älteste Teilnehmer. Seit seiner Pensionierung beschäftigt er sich mit der Malerei – und das mit aller Energie und Leidenschaft. Er malt expressionistisch mit einem Hang zur Abstraktion, immer ohne Scheu. Berner probiert sich aus, experimentiert gerne. Seit zwei Jahren leben er und seine Frau erst in Neuenkirchen. In seiner Heimat Hanau hat der Maler bereits an zahlreichen Ausstellungen teilgenommen. Seine Bilder sind immer namenlos. „Jeder hat so die Möglichkeit, unvoreingenommen eine eigene Sichtweise zu entwickeln“, sagt er. Gisela Berner ist durch ihren Mann zur Malerei gekommen. Sie hat für sich das „Pouring“ – eine derzeit angesagte Acryl-Fließtechnik – entdeckt. 

„Alles andere als nur bunte Farben“

Die Farben fließen wie Honig, werden übereinandergesetzt und erzeugen durch Bewegung der Leinwand überraschende Effekte. Die Verarbeitung erfordert Fingerspitzengefühl und „manchmal auch einen Fön“, wie sie augenzwinkernd sagt. Adelheid Wolframm vom Heimatverein begrüßte die Gäste bei der gut besuchten Vernissage. Die Ausstellung sei „alles andere als nur bunte Farben“. Vielmehr handele es sich hinsichtlich der Motive, der Techniken und Umsetzungen um eine hochkarätige Schau an Werken heimischer Kreativer, „die die gesamte Bandbreite der Malerei widerspiegeln“. Die Ausstellung ist den gesamten Oktober immer sonntags von 15 bis 18 Uhr geöffnet. Es gilt die 3G-Regel.

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