Know-how kommt Mastholter Ortsgemeinschaft zugute


Am Freitag, 25. November, feiert der Mastholter Heinz Gassei seinen 85. Geburtstag.

Sein Herz schlägt für das Handwerk und die Gemeinschaft: Heinz Gassei. Der Mastholter wird am heutigen Freitag 85 Jahre alt. Foto: Lakämper-Lührs

Rietberg-Mastholte (lalü) - „Die Aufträge fliegen einem so zu, wenn ich nach der Messe mit Bekannten spreche oder im Schützenverein geklönt wird“, weiß Heinz Gassei als einer der aktivsten Altersjubilare in Mastholte kurz vor der Vollendung seines 85. Lebensjahrs am heutigen Freitag zu berichten. Er ist für seine Liebe zum Tischlerhandwerk, die Berufstätigkeit in Führungspositionen und das langjährige Hobby im Schützenwesen vielen im Ort bekannt. Und man kann darauf zählen, dass Gassei sein Know-how anwendet, um zu helfen. 

Rüstiger Senior hat immer zu tun

Mal sind es Spielbretter für Senioreneinrichtungen in Westenholz, mal ist es ein achteckiges Vogelhaus für die Wohngemeinschaft des Vereins Daheim in Mastholte: Heinz Gassei wird oft angesprochen, ob er nicht dieses oder jenes basteln könne. Und dann kommen Folgeaufträge wie ein Hühnerstall oder die handwerkliche Betreuung des unter seiner Leitung gebauten Schießheims seit 1980. Dabei gilt: „Auftrag“ darf man nicht wörtlich nehmen, denn nahezu immer ist der gebürtige Mastholter ehrenamtlich tätig. So bis zuletzt auch bei den Nonnen im Kloster Varensell, wo Türen gerichtet und Schränke auf- sowie auch wieder abgebaut wurden. 

Der rüstige Senior hat immer zu tun. Früh am Morgen gibt es die Zeitungslektüre, dann den Kaffee mit Ehefrau Eugenie. Danach steht ein Spaziergang von drei bis fünf Kilometern an und schließlich geht es in die Werkstatt. Nach dem Mittagessen sitzt Gassei für eine große Runde auf dem Fahrrad. Freunde werden besucht oder die Töchter in Westenholz und Batenhorst. Die Strecke nach Batenhorst kennt er seit seiner Lehrzeit ab 1951 bei Mestekemper. „Im Winter habe ich das Rad oft durch Schnee geschoben und darauf gewartet, dass Autos den Schnee platt drücken. Meist ging das ab Langenberg erst gut.“ Heute kann er sich über gut ausgebaute Straßen bewegen und den Winterdienst abwarten. 

Material Holz fasziniert bis heute

Das Material Holz zu nutzen und zu formen, reizt den vierfachen Vater von Töchtern und achtfachen Großvater von ausschließlich Jungen auch nach mehr als 70 Berufsjahren noch. Dass er dabei gelegentlich voller Holzstaub in die Wohnung kommt, löse schon mal Protest aus, wie er mit einem Augenzwinkern verrät. Doch vor die Alternative gestellt, er „könne ja um halb elf in die Kneipe“ ziehen, weiß Ehefrau Eugenie den Einsatz ihres Ehemanns zu schätzen, so wie es auch Familie, Nachbarn, Freunde sowie Einrichtungen der Kirche und des Sozialwesens tun. Wenn er selbst nichts werkelt, besucht er den Schwiegersohn in Westenholz: „In dessen Firma Thielemeyer mache ich jede Woche meine Runde. So bleibe ich auf dem Laufenden“ – im gesundesten Sinn des Wortes.

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