Neubau des Rietberger Gymnasiums liegt im Zeitplan



Rietbergs Großbaustelle am Torfweg wächst in die Höhe. Doch auch sonst tut sich in der örtlichen Bildungslandschaft einiges.

Alles im grünen Bereich: Der Gymnasiumsneubau am Rietberger Torfweg liegt nach Auskunft der Stadtverwaltung im Zeit- und Kostenrahmen. Im Sommer hatte das noch anders ausgesehen. Damals war man von Preissteigerungen ausgegangen. Foto: Sandbothe

Rietberg (gl) - Mitteilungen der Verwaltung, traditionell der Auftakt einer jeden Ausschusssitzung, können schon einmal länger ausfallen. Selten allerdings umfassen sie stolze sieben Punkte. So geschehen in der jüngsten Zusammenkunft des Gremiums für Schule und Kita.

Die Infos lieferte Dominik Bartels, Leiter der Abteilung Schule, Kultur und Sport. Bereits berichtet hat diese Zeitung über die Anmeldezahlen an den hiesigen Grundschulen (insgesamt 315). Dies waren die weiteren Punkte:

Neubau Gymnasium Nepomucenum und Emsschul-Erweiterung: Am GNR erfolgen zurzeit die Rohbau- und Betonarbeiten. Die weiterführenden Ausschreibungen sind laut Bartels in der Vorbereitung. Gleiches gilt für die Ausführungsplanungen, die entsprechend vorangebracht würden. Kosten- und Zeitrahmen werden – Stand jetzt – eingehalten. Interessant: Im September hatte Arnd Baumann, Abteilungsleiter Hochbau, im Bau- und Verkehrsausschuss noch darauf hingewiesen, dass bislang zwar keine signifikanten Mehrkosten angefallen seien, aufgrund der Baukostensteigerung das Budget für das Gesamtprojekt jedoch voraussichtlich nicht eingehalten werde könne. Für die Emsschul-Erweiterung ist die Genehmigungsplanung eingereicht worden. Aktuell werden die Hauptgewerke ausgeschrieben. „Bei erfolgreicher Ausschreibung würde der Bau mit vorbereitenden Maßnahmen Anfang 2022 starten“, ließ Bartels das Gremium wissen. Die Fertigstellung ist zum Schuljahresbeginn 2022/2023 avisiert.

Digitalisierung an den Schulen: An den Grundschulstandorten Rietberg, Neuenkirchen, Varensell und Westerwiehe wurden in den Sommerferien W-Lan sowie Nahdistanzbeamer, Whiteboards und Apple-TV-Lösungen installiert. Als nächstes steht dort die Aktualisierung weiterer Hardware-Komponenten an. Die Lernstandorte Mastholte und Bokel sollen in den kommenden Osterferien drankommen. Auch sei geplant, die erforderlichen Räume an Gymnasium und Gesamtschule entsprechend auszustatten, erklärte Bartels. Hierfür werden Mittel aus dem Förderprogramm „Digitalpakt Schule“ eingesetzt.

Die Bildungseinrichtungen dürfen sich außerdem über neue Tablets freuen. Insgesamt 300 Stück sollen zeitnah auf die einzelnen Einrichtungen verteilt werden. Weitere gute Nachricht: Die Grundschule Neuenkirchen hängt mittlerweile an der Glasfaser. Letzte Anschlussarbeiten im Gebäude sind allerdings noch vonnöten, um das schnellere Netz nutzen zu können. Für die Grundschulstandorte Westerwiehe und Bokel liegen nach der Ausschreibung zwei Internetausbau-Angebote vor, die jetzt geprüft werden. „Die Umsetzung der Arbeiten ist für das kommende Jahr vorgesehen“, so Bartels. Die anderen Lernorte sind bereits an das Glasfasernetz angeschlossen, wobei angedacht ist, für das Schulzentrum Rietberg die Bandbreiten zu erhöhen.

Ziel: Saubere Luft im Klassenzimmer

Stationäre raumlufttechnische Anlagen und mobile Luftfilter: In den nächsten Tagen beauftragt die Stadtverwaltung die Fachingenieursplanung hinsichtlich der stationären Geräte. Die Ausführungsplanung schließe sich dann unmittelbar objektweise an, informierte Dominik Bartels, gefolgt von der Ausschreibung der eigentlichen Bauleistungen, die unter anderem die technische Infrastruktur, die Geräte sowie die begleitenden baulichen Maßnahmen umfasst.

Hinsichtlich der Ausschreibung der 18 mobilen Luftfilter für das Schulzentrum Rietberg findet Ende dieser Woche der Submissionstermin statt. Der Auftrag soll zeitnah nach der Vergabeprüfung rausgehen, so dass die Geräte im Idealfall bis zum Ende des Jahres geliefert sind. 

CO2-Ampeln: Bekanntlich sollen auch die noch nicht versorgten Schulen mit CO2-Sensoren ausgestattet werden. Dafür greift man auf Geräte zurück, die von der Gesamtschule in Kooperation mit der Firma Kraft Maschinenbau entwickelt wurden. Die Luftqualitätsmesser seien mittlerweile produziert und auch schon programmiert worden, konnte Bartels den Politikern mitteilen. Im nächsten Schritt seien nun Abstimmungen zur Installation und gegebenenfalls Einbindung der Geräte in das W-Lan der Schulen erforderlich.

Wissenslücken nach Homeschooling ausbügeln

Zusätzliche Lernförderungen: Sie sollen die Wissenslücken füllen, die Homeschooling und Co. bei den Heranwachsenden aufgerissen haben. Aktuell werden demnach entsprechende Angebote für die Rietberger Grundschulen in Kooperation mit der Volkshochschule Reckenberg-Ems entwickelt. Angedacht ist, dass sie im Anschluss an den regulären Unterricht aufgesattelt werden. Die Finanzierung ist über das Landesprogramm „Extra-Geld“ gesichert. Darüber und über den Förderbaustein „Schulbudget“ können alle Lernorte außerdem selbstständig schulbezogene Maßnahmen zur Beseitigung der pandemiebedingten Defizite umsetzen. Eine weitere Förderoption tut sich laut Dominik Bartels über die Bildungsgutscheine auf. „Diesbezüglich hat es heute Vormittag erst weitergehende Informationen des Landes NRW im Rahmen einer Videokonferenz für die Schulträger gegeben“, erläuterte der Abteilungsleiter am Dienstag.

Bereits einen Schritt weiter ist das Gymnasium Nepomucenum: Dort leisten Studierende „blockweise“ Lernförderungen, finanziert vom Landesprogramm „Extra-Zeit“, wobei die Studenten als 450-Euro-Kräfte bei der Stadt angestellt sind und diese als Schulträgerin einen 20-prozentigen Eigenanteil übernehmen muss.

Schulleitung Emsschule: Heike Neef ist dort bereits seit dem 1. August als kommissarische Schulleitung tätig. Diese Regelung habe sich kurzfristig in den Sommerferien über das Kreis-Schulamt ergeben, sagte Bartels.

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