Unterstützung für Glücksbringer



Rietberg (bv) - Schon in der Antike galten Schwalben als Glücksbringer, und eine alte Weisheit besagt: „Wo die Schwalbe ihr Nest baut, bringt sie den Bewohnern Glück und Frieden.“ Jetzt ist ein Schutzprojekt für die Vögel in Rietberg gestartet worden.

Start des Schutzprojekts für Schwalben und Mauersegler in Rietberg: (v. l.) Helmuth Kahleis und Friedrich Oberröhrmann von der Martinschule, Petra Obeloer, Bernhard Walter und Anna-Katharina Müller von der Biologischen Station Gütersloh/Bielefeld. 

Leider sind die Bestände der geflügelten Frühlingsboten in den vergangenen 20 Jahren stark zurückgegangen. Nester werden entfernt und Einflugnischen an alten Gebäuden bei Renovierungsarbeiten oftmals verschlossen. Um diesen negativen Trend umzukehren, hat die Biologische Station Gütersloh/Bielefeld ein spezielles Schutzprojekt für Schwalben und Mauersegler ins Leben gerufen, das von der Gemeinschaft für Natur- und Umweltschutz (GNU) unterstützt wird.

„Wichtig ist uns dabei, lokale Institutionen wie Schulen mit einzubeziehen, denn das Projekt hat außer der Umsetzung gezielter Schutzmaßnahmen eine breite Umweltbildung zum Schwerpunkt“, sagte Bernhard Walter, Leiter der Biologischen Station, im Gespräch mit der „Glocke“. Die Rietberger Martinschule hat sich spontan bereiterklärt mitzumachen und das Thema in den Schulklassen durch praxisbezogenen Unterricht bereits aufgegriffen.

Schüler zählen Schwalbennester

Bei der Umsetzung gezielter Schutzmaßnahmen geht es zunächst darum, mit Hilfe eine Bestandserhebung einen Überblick zu bekommen, wie viele Schwalben es in Rietberg überhaupt noch gibt. Die Mehlschwalben lassen sich gut zählen, weil sich ihre Nester außen an den Gebäuden befinden. Rauchschwalben nisten am liebsten in landwirtschaftlichen Gebäuden und sind daher nur zu ermitteln, wenn man beobachtet, welche Häuser sie anfliegen. Mauersegler bevorzugen Kirchtürme und mehrgeschossige Gebäude. „Unsere Schüler sind begeistert von dem Projekt. Ein Mädchen hat bereits 45 Nester gezählt“, sagte Helmuth Kahleis, Lehrer der Martinschule. Auf einer Karte, die in der Schule aufgehängt werden soll, werden die Bestände markiert und dokumentiert.

Emsniederungen optimal

Die Biologische Station nimmt auch direkt Meldungen entgegen, falls jemand im Stall oder am Haus Schwalben gesichtet hat, und hilft bei der Anbringung von speziellen Nisthilfen. „Wenn wieder mehr Nistmöglichkeiten geschaffen werden, siedeln sich auch wieder mehr Schwalben in Rietberg an. Denn durch die Fischteiche und die Emsniederungen sind die Nahrungsbedingungen optimal“, sagte Walter. Wer mitmachen möchte, kann sich bei der Biologischen Station, Tel. 05209/980101, melden.

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