Varenseller Verein erhält Deutschen Tierschutzpreis


Die Gemeinschaft macht sich für einen grundlegenden Wandel der Mensch-Tier-Beziehung stark.

Astrid Reinke (l.) vom Varenseller Verein „Achtung für Tiere“ hat die Auszeichnung für den dritten Platz beim Deutschen Tierschutzpreis entgegengenommen. Jurymitglied und Laudatorin Stefanie Hertel gratulierte und überreichte die Urkunde. Foto: Uwe Tölle

Rietberg-Varensell (gl) - Der Deutsche Tierschutzbund hat diese Woche den Deutschen Tierschutzpreis verliehen. Mehr als 300 Vorschläge waren dafür bei der Jury eingegangen. Der Varenseller Verein „Achtung für Tiere“ sicherte sich den dritten Platz und konnte sich über ein Preisgeld in Höhe von 1000 Euro freuen. Der Interessenszusammenschluss engagiert sich für einen grundlegenden Wandel in der Mensch-Tier-Beziehung.

„Eine neue Welt ist im Entstehen“

„Eine neue Welt ist nicht nur möglich, sie ist schon im Entstehen. An einem stillen Tag kannst du sie atmen hören.“ Mit diesem Zitat der Schriftstellerin Arundhati Roy eröffnete Jurorin Stefanie Hertel ihre Laudatio. Die Tierschutzbotschafterin hob die vielfältigen Aktivitäten und die Bildungsarbeit des Varenseller Vereins wie Ferienspiele, Tierschutz-AGs und Tierschutzunterricht hervor. Den Einsatz für die Abschaffung von Ponykarussells kommentierte sie so: „Sie schreiten dort ein, wo Mitgefühl erstickt werden soll, wo Kinder in Tierquälerei verwickelt werden.“

In ihrer Dankesansprache benannte „Achtung für Tiere“-Vorsitzende Astrid Reinke die aus ihrer Sicht gemeinsame Ursache allen menschengemachten Tierleids: „Die Diskriminierung der Tiere – ihre Abwertung. Wenn man Tiere als empfindungsfähige, gleichwertige Wesen anerkennt, dann kann man all das nicht zulassen, was mit ihnen gemacht wird. Aber wir werden in eine Gesellschaft geboren, in der Tiere vernutzt werden und Tierleid ganz normal ist.“

Tiere brauchten Schutzrechte auf Leben und Schutz vor Gewalt, wie Menschen auch. Um Käfiggrößen zu feilschen, sei der falsche Ansatz. Kinder und Jugendliche müssten eine informierte Haltung zu Tieren und dem menschlichen Umgang mit ihnen entwickeln können, so Reinke weiter.

Wissen über Tiere und ihre Bedürfnisse vermitteln

Moderator Tim Wilhelm wollte mehr über Tierschutzunterricht erfahren. „Wir vermitteln Wissen über Tiere und ihre Bedürfnisse“, erklärte die Tierärztin, „und wie es ihnen in Menschenhand geht“. Im geschützten Raum der Schule könnten die Heranwachsenden Mitgefühl entwickeln und Perspektivwechsel üben, etwa mithilfe von Gedankenexperimenten.

Vor Vertretern der Politik, darunter Bundeslandwirtschaftsminister Cem Özdemir (Bündnis 90/Die Grünen), verlangte Reinke, Tierschutzunterricht als staatliche Aufgabe ernst zu nehmen. „Der Umgang mit Tieren muss im Lauf eines Schülerlebens immer wieder altersgerecht durchdacht werden. Tierschutz gehört in die Lehrpläne“, betonte sie.

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