30 Sänger beim offenen Singen im Verler Heimathaus


Nach 20 Monaten Pause fand nun wieder das offene Singen im Heimathaus statt - mit 2G-Regel. 30 Interessenten kamen.

Nach 20 Monaten lud Wolfgang Feuerborn wieder zum öffentlichen Singen ins Heimathaus ein. 30 Teilnehmer kamen. Fotos: Tschackert

Verl (matt) - „Ich glaube, wir haben uns beim letzten Singen ein wenig versündigt“, sagt Wolfgang Feuerborn nicht ganz ernsthaft. Aber am 26. Februar und damit am Aschermittwoch 2020, fand zum letzten Mal das offene Singen unter dem Titel „Lieder, Schlager, Songs“ statt. 

Format nach 20 Monaten aufleben lassen

Nach 20 Monaten ließ der Heimatverein das Format am Donnerstag wieder aufleben. 30 Interessenten kamen. Ob das Singen von Karnevalsliedern am Aschermittwoch den lieben Gott tatsächlich erzürnt haben mochte? Und dass deshalb so lange nichts ging? Daran haben, wie Wolfgang Feuerborn selbst, die wenigsten der 30 Teilnehmer geglaubt, die sich als Spontanchor im Heimathaus versammelt hatten. Die Pandemie ist der Grund für die lange Pause. 

Mit Spaß bei der Sache: (v. l.) Christine Jacobfeuerborn, Christel Röhricht und Gabriele Graute.Passend zum Herbst standen am Donnerstag Lieder zum Thema Wald und Jagd im Liederbuch. Zum Einsingen eröffnete Feuerborn dennoch erst einmal mit einem Kirchenmusik-Klassiker. Vielleicht um doch etwas Buße zu tun? „Großer Gott, wir loben dich“, schmetterte es damals durch das Fachwerkgebälk des Heimathauses. Noch etwas brüchig, aber die Stimmbänder der 30 Chorsängerinnen und -sänger mussten ja auch nach so langer Zeit erst wieder etwas an Geschmeidigkeit gewinnen. 

„Singen macht in Gemeinschaft einfach viel Spaß“

Beim dritten Lied des Abends „Am Brunnen vor dem Tore“ klang das alles schon sehr viel harmonischer. Bei klassischen Volksliedern war Christel Röhricht besonders in ihrem Element. Eigentlich wäre sie am Donnerstagabend beim Sport. „Aber ich bin froh, dass er heute ausfiel, damit ich hier hin kommen konnte.“ „Singen macht in Gemeinschaft einfach viel Spaß“, sagt ihre Nachbarin zur Rechten, Christine Jacobfeuerborn. Die Verlerin war lange Zeit musikalisch im Spielmannszug Avenwedde aktiv.

„Wie jemand singt, ist doch eigentlich egal. Das geht doch sowieso unter, wenn man mal den Ton nicht richtig trifft. Hauptsache man hat Spaß.“ Das fand auch Gabriele Graute, die regelmäßig bei den Singabenden dabei ist. „Ich habe mich so gefreut, als ich davon erfahren habe, dass wieder das Singen hier stattfindet. Es macht so viel Spaß.“ Und den hatten wohl alle, die sich an dem Abend auf die Veranstaltungskonditionen eingelassen haben. Denn das Singen fand unter der 2G-Regel statt. Vielleicht der Grund, warum es im Heimathaus nicht ganz so voll war wie vor der Pandemie. Egal. 

26 Stücke vorbereitet

Und weil das offene Singen nach so langer Zeit etwas Besonderes war, hat Wolfgang Feuerborn „Heimat ist“ von den Paveiern vom Kölschen ins Hochdeutsche übersetzt. „Ich finde ja, dass der Heimatverein eine eigene Hymne braucht, vielleicht wird es ja dieses Lied“, sagte der Pianist in der Einleitung. Aber nicht nur Jagd- und Herbstlieder hatte Feuerborn für den Abend ausgesucht. Auch der Gitte-Haenning-Evergreen „Ich will ‘nen Cowboy als Mann“ oder „Der wilde, wilde Westen“ von Truckstop fanden sich auf dem Liederzettel wider. 

Insgesamt 26 Stücke hatte Feuerborn vorbereitet. Das nächste öffentliche Singen findet am Donnerstag, 18. November, ab 19.30 Uhr statt. Und auch der Termin für das Weihnachtssingen ist mit dem 16. Dezember schon terminiert.

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