Aufbruchstimmung beim Verler Musikverein


Mit leichten Blessuren kehrt der Verler Musikverein langsam wieder zurück zum Normalbetrieb. Auch erste Konzerte sind schon geplant.

Blicken optimistisch in die Zukunft: (v. l.) Tobias Erichlandwehr (Vorsitzender), Anatole Gomersall (Dirigent des Schüler- und Jugendorchesters), Barbara Buschmann (stellvertretende Vorsitzende), Dietmar Kay (Dirigent des Musikvereins), Manuela Bicker (Geschäftsführerin des Schülerorchesters), Katharina Pollmeier (Schriftführerin), Christian Westerbarkei (Geschäftsführer des Jugendorchesters), Christina Füchtemeier-Kerkhoff (stellvertretende Kassiererin), Lea Borgolte (Sprecherin des Jugendorchesters) und Kerstin Dreismickenbecker (Kassiererin). Foto: Berenbrinker

Verl (abb) - Seit März 2020 ist es still geworden um den Musikverein Verl. Die Corona-Krise brachte das Vereinsleben weitgehend zum Erliegen. Nun aber herrscht spürbare Aufbruchstimmung beim größten kulturellen Verein der Stadt. Auch das traditionelle Jahreskonzert im Januar 2022 soll stattfinden.

Die Corona-Krise war bei den drei Orchestern des Vereins ein großer Einschnitt. Beim Schüler- und Jugendorchester sowie beim Musikverein sind seit eineinhalb Jahren fast alle Auftritte ausgefallen. Proben konnten – wenn überhaupt – nur unter erschwerten Bedingungen stattfinden. Sie wurden digital oder unter strengen Auflagen an oder in der Schützenhalle durchgeführt.

Proben sind wieder ohne Abstand möglich

Nun blickt der Musikverein Verl wieder positiv in die Zukunft. Ab dieser Woche dürfen die rund 170 Musikerinnen und Musiker der drei Orchester wieder im Pädagogischen Zentrum der Gesamtschule proben. Abstandsregeln sind nicht mehr vorgesehen. 

Der Verein hat einige musikalische Ziele ins Auge gefasst. Endlich gibt es auch wieder Auftritte und Ständchen – das Salz in der Suppe für die Aktiven. Alle Orchester werden sich am 3. Oktober beim „Markt der Möglichkeiten“ präsentieren. „Wir wollen Werbung für uns machen und planen insbesondere für Kinder Aktionen“, sagte Lea Borgolte aus dem Planungsteam. Zwischen 10 und 17 Uhr werden sich 40 Verler Vereine zeigen und auf sich aufmerksam machen.

„Es wird auch Regen-Alternativen geben“

Bestenfalls findet die Veranstaltung draußen statt. „Aber es wird auch Regen-Alternativen geben“, sagte der Vereinsvorsitzende Tobias Erichlandwehr. 

Außerdem planen die Orchester schon jetzt die Teilnahme am Verler Adventsmarkt im Dezember. Und dann ist da noch das traditionelle Konzert im Januar. „Wir planen ein Jahreskonzert 2022“, brachte es die zweite Vorsitzende Barbara Buschmann unmissverständlich auf den Punkt. Registerproben sollen genauso stattfinden wie intensive ganztägige Proben.

Bürgermeister unterstreicht die Bedeutung des Musikvereins

Unter welchen Bedingungen das Konzert stattfinden wird, könne jetzt aber noch niemand sagen, sagte Buschmann. „Es wird aber anders sein als sonst.“ Noch im Januar 2020 waren mehr als 1400 Gäste zu den drei Konzerten ins Pädagogische Zentrum gekommen, während das Jahreskonzert 2021 ausfallen musste.

In einer Videobotschaft stellte Michael Esken (CDU) die Bedeutung des Musikvereins für Verl heraus. „Der Musikverein ist wichtig für das gesellschaftliche Leben in der Stadt“, sagte der Bürgermeister. Er versprach die weitere Unterstützung der Kommune, zumal sich der Musikverein Verl auf einschneidende Änderungen vorbereiten muss. 

„Es wird einen neuen Veranstaltungsraum geben“

Weil das Pädagogische Zentrum im Rahmen des Umbaus der Gesamtschule ab 2022 nicht mehr nutzbar ist, muss der Musikverein sich nach Alternativen für die Probenarbeit und für das Jahreskonzert umschauen. Esken: „Es wird einen neuen Veranstaltungsraum mit einer Kapazität von gut 500 Menschen geben. Das wird das neue Zuhause des Musikvereins werden.“ 

Der Bürgermeister kündigte außerdem an, dass eine neue Aula eingerichtet werden soll, die am Veranstaltungsraum angeschlossen ist. „Dann gibt es noch mehr Platz“. Die Bagger sollen laut dem Stadtoberhaupt ab Mitte 2022 rollen. Finanziell ist der Musikverein sehr gut aus der Krise gekommen.

Mitglieder halten ihrem Musikverein die Stange

Der scheidende Kassierer Heinz Masmeier lobte die Mitglieder des Vereins und die Stadt Verl. „Wir hatten kaum Austritte während der Corona-Krise und auch die Stadt hat den Verein mit Zuschüssen enorm unterstützt.“ 

Gleich zu Beginn der Krise habe sich der Verein um Corona-Hilfen bemüht und diese auch erhalten. Zudem habe man den von der Stadt ausgelobten Heimatpreis bekommen. Unterm Strich steht ein sattes Plus von gut 17.000 Euro. Die Kasse ist mit mehr als 56.000 Euro gut gefüllt.

So setzt sich der Vorstand jetzt zusammen

Im Vorstand stellt sich der Musikverein neu auf. Bernd Grauthoff (41) ist neuer Geschäftsführer des Gesamtvereins und Nachfolger von Gisbert Kisse. Weil Grauthoff aus privaten Gründen nicht an der Versammlung teilnehmen konnte, ließ er seine Ziele verlesen. Der Trompeter im Musikverein möchte eine Verzahnung der drei Orchester vorantreiben. Insbesondere zwischen dem Jugendorchester und dem Musikverein soll es intensivere Verbindungen und gemeinsame Projekte sowie Auftritte geben, um den Wechsel von der Jugend zu den älteren Musikern zu erleichtern. 

Neue Kassiererin und damit Nachfolgerin von Heinz Masmeier ist die 42-jährige Bankkauffrau Kerstin Dreismickenbecker, Mutter zweier Musiker im Jugendorchester. Während der Versammlung wurden Musiker für ihre Treue geehrt. Seit 50 Jahren ist der Tubist Rembert Egbrinhoff aktiv, seit 40 Jahren Hildegund Masmeier (Querflöte) und Klarinettist Michael Graute. Seit zehn Jahren im Verein sind Ute Descher (Querflöte), Miriam Kay (Trompete), Jana Lienenlüke (Saxophon), Markus Bode (Tuba) und Dirk Flöing (Klarinette).

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