Dieser Schrank in Verl lädt zum Stöbern ein



Zahlreiche kleine Unikate vertreiben zwei Verlerinnen über ein Verkaufshäuschen. Das Projekt basiert auf Vertrauen.

Einen Geschenkeschrank haben Andrea Ridderbusch (links) und Carola Dammann an der Hauptstraße aufgestellt. Interessierte sind eingeladen, sich zu bedienen und Geld in die Kasse zu werfen. Die Verlerinnen appellieren an die Ehrlichkeit der Kunden. Foto: Berenbrinker

Verl (abb) - Quasi im Vorbeigehen können Liebhaber handgefertigter Deko-Artikel sich neuerdings mit Mitbringseln eindecken. An der Hauptstraße steht derzeit ein offener Geschenkeschrank.

„Wir bereiten auch Holzreste auf“

Die Idee hatten die Verlerinnen Carola Dammann und Andrea Ridderbusch. Den hübschen Holzschrank am Co-Working-Standort von Dragana und Guido Zetsche an der Hauptstraße 22 haben Carola Dammann und Andrea Ridderbusch mit einigen ihrer Artikel gefüllt. 

„Wir arbeiten viel mit Holz und bereiten auch Holzreste auf“, sagt Ridderbusch, die wie ihre Freundin Carola Dammann auf Natürlichkeit setzt. Derzeit befinden sich im Schrank viele Ideen rund um die Advents- und Weihnachtszeit. 

Keine Produkte von der Stange

Dammann: „Wir bieten kleine Mitbringsel an, die alle handgefertigt sind.“ Jedes Stück – egal ob Kerzenständer, Holzhäuschen oder Stern – ist ein Unikat. „Viele Leute wollen keine Produkte von der Stange. Wir bieten individuelle Ideen“, sagt Carola Dammann und lobt die Ehrlichkeit der meisten Kunden. 

Das Projekt beruht nämlich auf Vertrauensbasis. Der Verkaufsschrank ist immer offen. Interessierte können sich jederzeit bedienen und sich ein Last-Minute-Geschenk, beispielsweise zum Wichteln, organisieren. Das Geld sollen die Kunden in die Kasse werfen, die am Häuschen hängt und täglich geleert wird.

Einige Langfinger haben ihr Unwesen getrieben

Auch eine Zahlung über Paypal ist möglich. „Das klappt bisher gut. Wir hatten auch schon persönlichen Kontakt zu Menschen, die unser Vertrauen in die Menschheit loben“, sagt Andrea Ridderbusch und lächelt.

Einige Langfinger habe es trotzdem gegeben. Ridderbusch: „Wenn das Überhand nimmt, müssen wir unser Projekt einstampfen.“ Ganz umsonst und ohne kleine finanzielle Wertschätzung wollen die beiden Frauen nämlich nicht arbeiten.

„Aufbruch und Neubeginn könnten Themen zu Neujahr sein“

Angedacht ist aber, dass der Geschenkeschrank dauerhaft stehen bleibt. „Je nach Jahreszeit wollen wir den Schrank mit passenden Artikeln füllen“, sagt Carola Dammann. Nach Weihnachten konzentriere man sich auf Neujahr. „Aufbruch und Neubeginn könnten dann unsere Themen sein.“ 

Lachend erzählen Carola Dammann und Andrea Ridderbusch, dass sie mit ihrer ursprünglich aus dem skandinavischen Raum stammenden Idee sogar expandieren. „Bald steht auch an der Fürstenstraße in Kaunitz ein Häuschen von uns“, erzählt Andrea Ridderbusch.

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