Eigentümer investieren in Denkmäler



Verl (gl). Rund um die Pfarrkirche St. Anna gibt es sie noch, die Kleinode, die an die Anfänge der Stadt erinnern. Gerade die denkmalgeschützten Gebäude sind Zeugnisse der Geschichte und Kultur. Um dem Verfall entgegenzuwirken, nehmen drei Eigentümer nun Geld in die Hand, die Schätze zu bewahren.

Nur durch ihre Erhaltung wird nachfolgenden Generationen die Möglichkeit gegeben, Einblicke in vergangene Lebensbedingungen zu nehmen. An drei Stellen wird derzeit Geld investiert, um erhaltenswerte Gebäude zu sichern. Zum einen ist dort der Umbau und die Sanierung der ehemaligen Vikarie an der Sender Straße, zum anderen die Instandsetzung der Fassade der Brennerei Schroeder am Kirchplatz. Und auch am Giebel der ehemaligen Dorfmühle, die heute von der Firma Schnusenberg genutzt wird, ist deutlich zu erkennen, dass sich dort etwas tut.

Strenge Vorgaben bei der Materialauswahl

Die geschichtsträchtigen Gebäude haben einen unverwechselbaren Charme, den es nun zu erhalten gilt. Bereits 1993 ist die ehemalige Vikarie in die Denkmalliste aufgenommen worden. In enger Zusammenarbeit mit den zuständigen Behörden in Münster wollen die Hauseigentümer dort nun das Fundament erneuern, das Fachwerk aufarbeiten und die marode Putzfassade zum Teil entfernen. Das Dach wird ebenso rundum erneuert ebenso wie die Decken und Innenwände. Das Amt für Denkmalpflege hat ein sehr genaues Auge darauf, was sich innen und außen tut. Selbst bei der Auswahl der Lasur für das Fachwerk gibt es enge Vorgaben.

Brennerei am Kirchplatz mit neuer Fassade

Auch die Familie Schroeder – Betreiberin der gleichnamigen Brennerei am Kirchplatz – hat die Genehmigung der Stadt zur Instandsetzung von Teilen ihres Gebäudeensembles eingeholt. So soll das Fachwerkgefüge überarbeitet und die Gefache gestrichen werden. Auch das Amt für Denkmalpflege hat bereit sein Einverständnis gegeben.

Balken schon mit Gurten gesichert

 Vor fast genau 20 Jahren – im Frühjahr 1991 – wurde die Dorfmühle an der Hauptstraße in die Denkmalliste eingetragen. „Durch Witterungseinflüsse weist das Fachwerkgebäude insbesondere am südlichen Giebel erhebliche Schäden auf“, hieß es während der jüngsten Sitzung des Bau-, Planungs- und Umweltausschusses. Um die Sicherheit nicht zu gefährden, sind einzelne Ausfachungen bereits entfernt und die Balken mit Hilfe von Gurten fixiert worden. Mit Folien wird der Bereich augenblicklich vor Wind und Wetter geschützt. In Absprache mit den Denkmalamt, dem Eigentümer und einem Architekten ist in den vergangenen Wochen sehr detailreich erörtert worden, wie man dem Haus am Ölbach zu neuem Glanz verhelfen kann.

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