Marshall und Alexander bewegen Verler



Verl (ebb) - Der Bariton Marc Marshall und der Tenor Jay Alexander sind am Sonntag in der St.-Anna-Kirche zweimal auf ein dankbares Publikum getroffen. Zwar blieben so einige Bänke bei den beiden Konzerten frei, doch die Zuhörer, die gekommen waren, waren ganz begeistert.

Sie applaudierten gern und bewegt nach jedem der Stücke aus dem aktuellen Programm „Paradisum“ und aus der Vorgänger-Liedfolge „Götterfunken“. Nach den ersten richtig populären Liedern verlegte sich das Duo auf klassische Klänge. Da wurden bekannte Stücke wie César Francks „Panis angelicus“, Franz Schuberts auf beinahe jeder Hochzeit zu hörendes „Ave Maria“, Beethovens sonst bei Männerchören sehr beliebtes „Die Himmel rühmen“ und Georg Friedrich Händels „Messias“-Gassenhauer „Halleluja“ zu gefühlten Himmelsklängen. Und das intendiert das Gesangsduo – so sagt’s der Titel „Paradisum“ aus – ja auch.

Islamischer Betgesang

Mit dieser Auswahl erreichten Marshall und Alexander ihr Publikum ganz direkt. Ungewohntere Klänge vernahm das Auditorium hingegen im islamischen Betgesang „Daglar Ile, taslar, ile“ und in Richard Whilds „Paradisum ouverture“. Stimmlich präsentierte sich vor allem Jay Alexander in herausragender Weise. Bei Marc Marshall waren viele Spitzentöne seiner Partien (etwa gleich im „Panis angelicus“) bisweilen nur ansatzweise zu vernehmen. Das war einer Grippe-Attacke geschuldet, mit der sich der Bariton am Wochenende herumplagte. Die bewegenden musikalischen Momente des Duos wurden von einem aufmerksam und präsent agierenden Begleit-Trio noch erhöht. Klaus Jäckles Gitarrenspiel faszinierte erst recht dann, wenn er atemberaubend schöne Synkopen einwob. Roberto di Gioia ist ein Tastenmensch, der dem Harmonium mit feinsinnigem Spiel gleichsam sphärische Klänge entlockte. Dritter im Bund ist Frank Lauber, der mit Querflöte, Klarinette und Trommel den übrigen Akkorden manches musikalische Sahnehäubchen aufsetzte. Zwei gelungene Konzerte vor einem bisweilen meditierend lauschenden Publikum, das begeistert Beifall spendete und sich später von dem Gesangsduo manches Autogramm geben ließ.

Texte und Fotos von die-glocke.de sind urheberrechtlich geschützt. Weiterverwendung nur mit Genehmigung der Chefredaktion.