Tierschutz: Kaninchenzüchter wehren sich gegen Kritik 


Die Tierrechtsorganisation Peta hat harsche Kritik an den Kaninchenzüchtern geübt. Die reagieren nun während der Rasseschau darauf.

Bianca Gabbe mit ihrem Blauen Zwergwidder Walter. Die Vertreterin der Arbeitsgemeinschaft der Widderzüchter hebt die hohen Standards hervor, nach denen gezüchtet wird. Foto: Prignitz

Kaunitz (kpri) - Erstmals haben drei Rassekaninchen-Schauen gemeinsam in der Ostwestfalenhalle Kaunitz stattgefunden. Unabhängige Tierärzte untersuchten stichprobenartig, um Vorwürfe zu entkräften.

Rassekaninchenzüchter aus ganz Deutschland haben sich am Wochenende in der Ostwestfalenhalle Kaunitz getroffen, um dort ihre Tiere auszustellen und bewerten zu lassen. Erstmals haben mit der 2. Allgemeinen Ostwestfalenschau (530 Tiere), der 33. Landesclubschau (435 Tiere) und der bundesoffenen Widderclub-Vergleichsschau (1900 Tiere) drei Schauen auf einmal stattgefunden. Außerdem kam die Lokalschau des Rassekaninchenzuchtvereins Schloß Holte-Stukenbrock hinzu.

Peta spricht von „Tierqualausstellung“

Die Tierrechtsorganisation Peta hatte im Vorfeld der Schau harsche Kritik geübt und von einer „Tierqualausstellung“ gesprochen. Vor allem Widderkaninchen mit ihren Schlappohren, so Peta, seien anfällig für Entzündungen der Gehörgänge. Peta hatte kritisiert, dass Zuchtverbände, die Kaninchen nach bestimmten Formen und Farben „kreieren“, billigend in Kauf nähmen, „dass viele der Tiere ihr Leben lang leiden und oftmals schwer krank sind“. So hatte es Monic Moll, Fachreferentin bei Peta, formuliert.

„Wir haben auf diese Kritik reagiert“, berichtete Bianca Gabbe von der Arbeitsgemeinschaft der Widderzüchter. Widderkaninchen seien eine seit 250 Jahren bestehende Rasse. „Sie gelten laut Landwirtschaftsministerium als landwirtschaftliches Kulturgut.“ Zudem gebe es gerade in Deutschland hohe Rassestandards.

Wissenschaftliche Studie während der Schau

Um die Peta-Vorwürfe zu entkräften, ist während der Schau in Kaunitz eine wissenschaftliche Studie durchgeführt worden. „Sie ist vom Bundesverband in Auftrag gegeben worden“, erläuterte Bianca Gabbe.

Zwei unabhängige Tierärzte aus den Niederlanden – einer ist Tierschutzbeauftragter des niederländischen Kleintierverbands, der andere berät die niederländische Regierung in Tierschutzfragen – haben laut Gabbe, ohne die Züchter vorher zu informieren, 288 Proben von unterschiedlichen Tieren genommen – und zwar quer durch alle drei Schauen. Zähne, Tränenkanäle, Ohren und mehr wurden überprüft; die Gehörgänge mit einem speziellen Endoskop, das auch an der Universität Utrecht verwendet werde, so Gabbe.

Bisher keine Auffälligkeiten

Das endgültige Ergebnis stehe noch aus. Vorläufig lasse sich bereits sagen, dass nur ein einziger unerkannter Zahnfehler und ein geröteter Gehörgang gefunden wurde, aber keine krankhaften Veränderungen. „Gesunde Tiere sind uns allen wichtig“, betonte Bianca Gabbe, die selbst seit vielen Jahren züchtet. Ihre Erfahrung: „Rassetierzüchter achten sehr auf ihre Tiere.“

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