Ü60-Jährige machen den Alltags-Fitness-Test in Verl



Über sechs Übungen ordnet der Alltags-Fitness-Test die Leistungsfähigkeit von Menschen jenseits der 60 Jahre ein.

Strecken: Jürgen Ork (70) stellt bei dieser Übung seine Hüftbeweglichkeit auf die Probe. Heiner Stroth misst, wie nah der Senior im Sitzen mit den Finger- an die Fußspitzen kommt. Foto: Bussieweke

Verl (sib) - Ins Heim oder nicht ins Heim? Das ist eine Frage, die einige der Teilnehmer des Alltags-Fitness-Tests umtreibt. Einer von ihnen spricht sie am Montag aus, als die Stadt, der Kreissportbund sowie der TV Verl die Fitness von Menschen über 60 Jahre auf die Probe stellt.

Kraft, Ausdauer, Geschicklichkeit und Beweglichkeit

Sechs Übungen sind es, in denen sich die rund 50 Teilnehmer der Veranstaltung versuchen. Der Alltag-Fitness-Test, entwickelt in den USA, ordnet die Leistungen ein, die die Senioren innerhalb von 15 Minuten erbringen. 

In den Kategorien Kraft, Ausdauer, Geschicklichkeit und Beweglichkeit laufen sie so schnell wie möglich um einen Leitkegel. Sie heben eine leichte Hantel, stehen innerhalb von 30 Sekunden so häufig auf wie sie können.

„Es geht nicht um Höchstleistungen“

Sie heben ihre Knie und schauen, wie nah sie Finger- und Fußspitzen zusammenbekommen. „Es geht nicht um Höchstleistungen“, sagt Margret Eberl vom Kreissportbund. Sie stellt die Ü60-Jährigen auf das ein, was sie innerhalb der nächsten 15 Minuten erwartet. 

Das Ziel sei nicht Olympia. Sondern eine realistische Einschätzung der eigenen Leistungsfähigkeit. Mit Bewegungen, die ständig im Alltag vorkommen und so lang wie möglich durchführbar bleiben sollten. Fähigkeiten, die am Ende für Unabhängigkeit stehen.

Eine Prognose zur künftigen Selbstständigkeit

Denn wer etwa in puncto Koordination schwächele, könne im Alltag Probleme bekommen – und sei im schlimmsten Fall irgendwann nicht mehr in der Lage, den eigenen Alltag zu gestalten. 

Anhand der Ergebnisse gibt es deshalb für jede Teilnehmerin und jeden Teilnehmer eine Prognose zur Selbstständigkeit im höheren Alter. Anhand einer grafisch dargestellten Statistik erhalten sie eine Einordnung in ihrer Altersgruppe.

Eine Übung für jedes Zipperlein

Einige Teilnehmer erklären sich außerdem bereit, Matthias Haeder zu helfen. Der 33-Jährige arbeitet bei der Stadt Verl im Fachbereich Bildung, Sport, Kultur und Stadtmarketing. Dort ist er zuständig für die Sportförderung. 

In diesem Rahmen arbeitet der Fußballer beim FC Gütersloh derzeit mit der Sporthochschule in Köln zusammen, um ein Trainingshandbuch zu entwerfen, das jedem Zipperlein und jeder Schwäche eine Übung entgegensetzen soll.

Teilnehmer liefern ihre Ergebnisse

Ziel sei außerdem, ein generationsübergreifendes Sportangebot zu entwickeln, sagt er. Einschätzungen dazu und Ergebnisse zur Auswertung liefern ihm zahlreiche Teilnehmer gern.

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