Unternehmerin spricht in Verl über Textilproduktion


Kann man in Deutschland Textilien produzieren und zugleich einen fairen Lohn zahlen? Sina Trinkwalder beantwortet diese Frage.

„Heimat muss man selber machen“: Das ist der Titel des Buchs, das Sina Trinkwalder in Verl vorstellt. Foto: Barbara Gandenheimer

Verl (gl) - Mit der Gründung der ökosozialen Textilfirma „Manomama“ hat Sina Trinkwalder 140 Menschen, die auf dem klassischen Arbeitsmarkt wenig bis keine Möglichkeiten haben, Arbeit gegeben, hat sie stolz gemacht und ihr Selbstvertrauen geweckt – und ihnen somit eine Heimat gegeben. Jetzt liest sie in Verl aus ihrem Buch.

Heimat ist für die Unternehmerin kein Ort, sondern vielmehr eine Frage der Haltung: „Heimat muss man selber machen“ lautet ihr Credo für ein besseres Miteinander und ist auch der Titel ihres aktuellen Buchs, mit dem sie am Mittwoch, 27. Oktober, auf Einladung der Gleichstellungsstelle und des Klimaschutzmanagements in Verl zu Gast ist.

Nachhaltigkeit logische Konsequenz

„Menschen geben sich wechselseitig Heimat, wenn sie sich mit Wertschätzung und Fairness begegnen, das funktioniert regional wie national und global“, ist Sina Trinkwalder laut einer Mitteilung der Stadt überzeugt. In ihrem eigenen Unternehmen lebt sie diese Haltung vor: Indem sie mit Menschen arbeitet, die auf dem klassischen Arbeitsmarkt schwer vermittelbar sind – Langzeitarbeitslose, Migranten, Ältere, Alleinerziehende, Menschen mit Handicap. In unbefristeten Arbeitsverhältnissen und mit Stundenlöhnen deutlich über dem Mindestlohn. Mit Arbeitsmodellen, die mit dem Familienleben und individuellen Situationen vereinbar sind.

Nachhaltigkeit in der Produktion ist für Sina Trinkwalder die logische Konsequenz ihres sozialen Engagements. Und so produziert und verkauft das Unternehmen nach eigenen Angaben nur Textilien, die keine schädlichen Chemikalien enthalten. Im Sinne der Mitarbeiterschaft bei der Fertigung und in der Folge auch für die Kundschaft, die ein wert- und nachhaltiges Produkt bekomme.

Rohstoffe kommen aus Region

„Wir beweisen eindrucksvoll, dass eine faire Herstellung in Deutschland zu konkurrenzfähigen Preisen möglich ist“, heißt es auf der Webseite von „Manomama“. „Alle Rohstoffe für die Textilien, die wir fertigen und verarbeiten, kommen aus der Region, also einem Radius von 300 Kilometern.“ Einzig die Biobaumwolle werde aus Tansania und der Türkei bezogen, fair angebaut und ökologisch zertifiziert.

Sina Trinkwalder, Jahrgang 1978, studierte Politik und Betriebswirtschaft in München. Nach Abbruch ihres Studiums arbeitete sie als Geschäftsführerin ihrer eigenen Werbeagentur. 2010 wechselte sie die Seiten und gründete mit „Manomama“ das erste textile Social Business in Deutschland. Für ihr ökologisches und soziales Engagement erhielt sie zahlreiche Preise.

Karten erhältlich

Die Lesung beginnt um 19 Uhr im Pädagogischen Zentrum der Gesamtschule Verl. Begleitend zu der Lesung ist im Rathaus und im Heimathaus vom 1. Oktober bis zum 10. November die Karikaturen-Ausstellung „Glänzende Aussichten“ zu sehen, die sich ebenfalls mit Klimaschutz- und Gerechtigkeitsthemen auseinandersetzt.

Für den Besuch der Lesung ist eine verbindliche Kartenreservierung im Bürgerservice Verl unter 05246/961196 oder per E-Mail an buergerservice@verl.de erforderlich. Bei der Reservierung müssen die eigenen Kontaktdaten sowie die Kontaktdaten möglicher Begleitpersonen angegeben werden. Am Veranstaltungsabend gilt die 3G-Regel.

Texte und Fotos von die-glocke.de sind urheberrechtlich geschützt. Weiterverwendung nur mit Genehmigung der Chefredaktion.