Verler FDP wünscht sich eine Städtepartnerschaft



Mit Blick auf den Krieg in der Ukraine schlägt die Verler FDP vor, eine Partnerschaft dorthin zu etablieren.

Als Zeichen der Solidarität würde die Verler FDP gern eine Partnerschaft mit einer ukrainischen Stadt aufbauen. Foto: dpa

Verl (gl) - Die FDP wünscht sich eine Initiative, mit der die Verwaltung eine Partnerschaft zu einer ukrainischen Partnerschaft aufbaut. Und zwar mit dem Ziel, die Ukraine stärker in die europäische Gemeinschaft einzubinden und ein Zeichen zu setzen.

Partnerschaft kann man nicht übers Knie brechen

Zunächst müsse man die Fühler ausstrecken, wie solch ein Vorhaben gelingen könnte, sagte Dr. Ulrich Klotz (FDP). Eventuell in Zusammenarbeit mit dem Kreis. Eine solche Partnerschaft könne man nicht übers Knie brechen. 

Eine solche Rückmeldung gab es am Dienstag auch von den Mitgliedern des Haupt- und Finanzausschusses. Auch sie halten die Solidarisierung mit der Ukraine für wichtig, sagte Gabriele Nitsch (CDU). Allerdings habe Verl mit Delphos (USA) und Annaburg bereits zwei Städtepartnerschaften.

„Ihr wisst: Ein anderer Staat ist meine Herzensangelegenheit“

Die Stadt solle sich nicht mit Partnerschaften überfrachten – die nunmal auch mit Leben gefüllt werden müssten. „Dazu kommt, wie ihr wisst, dass ein anderer Staat meine Herzensangelegenheit ist. Auch in diese Richtung könnte ich mir eine Partnerschaft vorstellen“, erläuterte Nitsch. Sie ist stellvertretende Vorsitzende der Israelstiftung Deutschland. 

Dazu komme, dass sich Partnerschaften auch niederschwelliger, weniger offiziell knüpfen ließen – etwa über das Jugendaustauschwerk des Droste-Hauses. Bürgermeister Michael Esken (CDU) nannte das Anliegen der FDP einen Augen-auf-Antrag.

Stadt will Entwicklung des Kriegs abwarten

Er habe viel Verständnis dafür, wolle aber die Entwicklung des Russland-Ukraine-Konflikts abwarten. Womöglich würden nach Ende des Kriegs Städtepartnerschaften über das Land gewünscht, gefördert, geregelt, wie es einst nach der Wiedervereinigung Deutschlands der Fall gewesen sei. 

All diese Argumente konnte Ulrich Klotz nachvollziehen, der den Kommunalpolitikern das Anliegen der FDP ohnehin sehr diplomatisch vermittelt hatte. Dem Vorschlag des Bürgermeisters, den Antrag zum Haushaltsentwurf abzuändern, stimmte er zu.

Verwaltung soll vor den Sommerferien berichten 

Esken schlug vor, dass die Verwaltung die Situation in der Ukraine weiter beobachten und die Idee vor den Sommerferien aufgreifen könne. Dem folgten die Kommunalpolitiker einstimmig. 

Finanzielle Mittel werden für das Vorhaben – die FDP hatte 5000 Euro vorgeschlagen – nicht in den Haushalt eingestellt.

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