Verler Mutter zu sechs Monaten auf Bewährung verurteilt


In einem Missbrauchsprozess am Landgericht Bielefeld ist eine 49-jährige Mutter aus Verl zu einer Bewährungsstraße verurteilt worden.

Am Landgericht Bielefeld ist eine 49-jährige Mutter aus Verl zu einer Bewährungsstraße verurteilt worden.

Verl/Bielefeld (gdd) - Sechs Monate Gefängnis, die für die Dauer von drei Jahren zur Bewährung ausgesetzt sind – das ist die Strafe für den sexuellen Missbrauch von Schutzbefohlenen. Am Montag hat die dritte Strafkammer des Landgerichts Bielefeld eine Frau aus Verl für schuldig befunden. Die 49-Jährige steht ab sofort unter der Aufsicht eines Bewährungshelfers. Zur Bewährungsstrafe kommt noch eine Geldstrafe von 1500 Euro, die an den Kinderschutzbund, Landesverband Nordrhein-Westfalen, zu zahlen sind.

Sohn unsittlich berührt

Der Staatsanwalt hatte auf eine Bewährungsstrafe von eineinhalb Jahren, der Verteidiger auf Freispruch plädiert. Der Vorsitzende Richter Carsten Nabel erläuterte in der Urteilsbegründung, der Angeklagten habe eine Einzeltat nachgewiesen werden können. Sie habe 2016 ihren damals neun Jahre alten Sohn im Zustand von Trunkenheit unsittlich berührt.

Nicht nachgewiesen werden konnten Vorwürfe der Staatsanwaltschaft, die Frau habe in ihrer früheren Wohnung in Bielefeld ihre Tochter, die zu Beginn des Tatzeitraums Mitte 2008 fünf Jahre alt war, ebenfalls missbraucht. Bis Mitte 2012 solle das in 200 Fällen passiert sein. Dass dies heute nicht mehr nachweisbar ist, führte der Richter auf „inhaltlich fehlende Details“ der behaupteten Attacken zurück. An zwei Verhandlungstagen, an denen, die heute 19-jährige Tochter sich als Opfer darzustellen versuchte, seien die Vorwürfe wenig überzeugend geschildert worden seien.

Tochter macht von Zeugnisverweigerung Gebrauch

Die junge Frau habe „karge, oberflächliche“ Angaben gemacht, und nur „allgemein betont“, dass sexuelle Übergriffe ihrer Mutter „solange sie denken könne“ stattgefunden hätten. Dazu wären körperliche (Der Richter: „Backpfeifen“) und seelische Misshandlungen („Abwertende, beleidigende Äußerungen“) durch die Mutter gekommen. Schließlich habe die Anklägerin als Zeugin vor der Kammer von ihrem Recht auf Zeugnisverweigerung Gebrauch gemacht, sodass sie nicht weiter befragt werden konnte.

Im Prozess wurde die Öffentlichkeit teilweise ausgeschlossen. Im öffentlichen Teil hatte die 49-Jährige stets zu den Vorwürfen geschwiegen Richter Nabel: „Die Ehe ist eskaliert, die Familie zerbrochen.“ Die bisher nicht vorbestrafte Frau habe Unterhalts-und Umgangsrechtstreitigkeiten vor Gerichten ausgefochten. Sie habe sich in einem Fall, der nunmehr nachweisbar sei, des Missbrauchs schuldig gemacht. Dies indessen im Zustand verminderter Schuldfähigkeit infolge ihres Alkoholkonsums.

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