Verlerin Iris Kleinebekel als Kantorin ausgezeichnet


Sie liebt und lebt die Musik mit Herz und Seele. Dabei bleibt Iris Kleinebekel aber lieber im Hintergrund. Nun wurde sie ausgezeichnet.

Damit hat Iris Kleinebekel nicht gerechnet. Matthias Nagel, Kreiskontorat, zeichnete die musikalische Leiterin der evangelischen Kirchengemeinde nun als Kantorin aus.

Verl (matt) - Iris Kleinebekel ist am ersten Adventssonntag zur Kantorin ernannt worden. Eine Auszeichnung, die ihr bisheriges Wirken als musikalische Leiterin der evangelischen Kirchengemeinde in Verl, wie auch in ihrem Heimatort Friedrichsdorf, würdigt. Dabei mag die 57-Jährige es gar nicht, selbst im Mittelpunkt zu stehen. Umso überraschter war sie von der Ehrung.

Seit 1986 Kirchenmusikerin in Verl

„Im Mittelalter war der Kantor derjenige, der den Gesang in Gottesdiensten am Laufen hielt. Später hat er sich dann zu einem Sammelbegriff für die gesamte musikalische Betätigung entwickelt“, umschreibt Matthias Nagel, Kreiskontorat. Jetzt ist es eine Auszeichnung, die perfekt auf Iris Kleinebekel zutrifft. 

Seit 1986 ist sie Kirchenmusikerin in Verl, aber nicht nur. Sie ist Chorleiterin, Leiterin des Posaunenchors und darüber hinaus Organistin, Pianistin und auch Bläserin. Musik hat das Leben der Friedrichsdorferin schon immer erfüllt und begleitet. Schließlich war ihr Vater in Friedrichsdorf ebenfalls Kirchenmusiker.

Konnte erst Noten und dann Buchstaben lesen

Schon vor dem Abitur hat sie das C-Orgelexamen abgelegt. So unweigerlich in die väterlichen Fußstapfen wollte sie aber nicht treten und schrieb sich für BWL ein. „Ich habe schnell gemerkt, dass das nichts ist“, sagt sie rückblickend. 

Schon eher ein neuer Lehramtsstudiengang Musik, Kunst und ästhetische Erziehung. „Aber ein Leben lang zu Schule wollte ich auch nicht gehen“, merkt Kleinebekel an, die eher Noten lesen konnte als Buchstaben.

Große Einigkeit über Auszeichnung

Die 57-Jährige arbeitet gerne – am liebsten im Hintergrund. Die Bühne überlässt sie lieber ihren Musikern. Genau für diese Bescheidenheit, ihren Fleiß und ihr Engagement – gepaart mit einem hohen Maß an Kommunikationsfähigkeit und tiefen Verständnis für Kirchenmusik – erfährt die Kantorin hohe Wertschätzung in ihren Wirkungskreisen. 

Dass Iris Kleinebekel die Ehrung zur Kantorin erhalten solle, darüber herrschte in den Kirchengremien Einigkeit. Das Ganze aber so hinzubekommen, ohne dass sie etwas merkt, war schon eine Herausforderung. Die Freude war bei der Verler Kantorin dennoch groß. „Es ist ja auch eine Auszeichnung für ein Berufsleben“, findet Pastor Christoph Freimut. 

Entwickelt sich gern musikalisch weiter

In der Tat hat sich Kirchenmusik über die knapp 40 Jahre hinweg verändert. „Pop, Swing, Gospel, Jazz sind als Einflüsse in den vergangenen Jahren bei der Kirchenmusik hinzugekommen“, so Kleinebekel, die sich entsprechend musikalisch immer weiterentwickeln muss. Und das macht sie gern.

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