Wertstofftonne liegt zunächst auf Eis



Verl (gl) - Im Verhältnis zum Gesamtaufkommen ist der Wert zwar nicht wahnsinnig groß, aber immerhin ein kleines Zeichen: Die Verler haben ihre Abfallmenge im vergangenen Jahr im Vergleich zu 2009 um annähernd 36 Tonnen reduziert. Die größten Anteile daran haben Sperr- und Gewerbemüll.

In einigen Kommunen sind Wertstofftonnen derzeit zur Probe im Umlauf.

Alles in allem war der Umfang an Unrat in der jüngeren Vergangenheit schon lang nicht mehr so gering. Jeder Einwohner in der Stadt hat im vergangenen Jahr durchschnittlich mehr als 84 Kilogramm Hausmüll entsorgen lassen. Gleichzeitig sind mehrere tausend Tonnen Klärschlamm – auch ein gewaltiges Überbleibsel aus den Haushalten am Ölbach – auf verschiedene Äcker verteilt worden. Dort verrichten sie gute Dienste als Dünger.

Altpapier drastisch zurückgegangen

Nicht so glänzend steht Verl in Bezug auf Sondermüll da: 1,71 Kilogramm sind pro Person im vergangenen Jahr angefallen – vor einigen Jahren noch war es deutlich weniger. Zum Vergleich: Der Durchschnittswert auf Kreisebene lag 2009 bei 0,4 Kilogramm. Komplett weggefallen ist das in Containern gesammelte Altpapier. Mittlerweile entsorgen die Einwohner diesen Wertstoff über die blauen Tonnen oder über die Pressmulde. Kamen dort nämlich 2009 nur etwa 72 Tonnen Zellstoff an, waren es im vergangenen Jahr mehr als 120 – eine Konsequenz aus der Abschaffung der Sammelcontainer.

Stadt will Gesetz abwarten

Vielmehr als die Zahlen beschäftigt die Bauverwaltung derzeit aber die mögliche Einführung einer Wertstofftonne. Aus Gründen des Ressourcenschutzes und der Wirtschaftlichkeit nämlich gewinnt das Recycling immer stärker an Bedeutung. Die neue europäische Abfallrahmenrichtlinie gibt den Mitgliedstaaten Quoten vor, was die Wiederverwertung angeht. Mit der bundesweiten Einführung einer Wertstofftonne, in der außer Verpackungen auch andere recycelbare Produkte entsorgt werden können, könnten weitere verwertbare Materialien wie Holz, Metall und Elektrogeräte erfasst und die Wiederverwertungsquoten deutlich gesteigert werden. Jetzt allerdings treffen bei einer Wertstofftonne unterschiedliche Interessen aufeinander. Werden dadurch die kommunalen Bauhöfe geschwächt? Picken sich gewerbliche Entsorger am Ende nur die Rosinen heraus? Schwanken aufgrund fehlender Planungssicherheit am Ende die Gebühren? Sind die Kommunen möglicherweise die besseren Entsorger? In Verl will man jetzt zunächst die Verabschiedung der Novelle des Kreislaufwirtschafts- und Abfallgesetzes abwarten.

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