Am Seil den Förderturm hinab


Sommerfest und Sattel-Fest halfen mit ihren vielen Angeboten hervorragend über die Erkenntnis hinweg, dass die schönen Sommerferien bald vorbei sind.

Ein Hauch von Stadtfest weht am Sonntag über das Gelände der ehemaligen Zeche Westfalen: Bei perfektem Wetter strömen Ahlener und auswärtige Gäste in Massen zum Sattel-Fest und Sommerfest des Fördervereins Fördertürme. Die Kombination von zahlreichen Angeboten rund ums Fahrrad und Lastenrad und dem Charme des Industriedenkmals mit seinen markanten Fördertürmen entpuppt sich als echter Besuchermagnet und der Anziehungspunkt schlechthin fürs letzte Ferienwochenende.

Dafür sorgt ein attraktives Programm, bei dem ein Höhepunkt den nächsten jagt. So nutzen etwa viele Radler die Gelegenheit, sich sportlich zu betätigen und für 18 oder gar 30 Kilometer am Volksradfahren mit einem Zwischenstopp in Dolberg teilzunehmen.

Aber auch auf dem Zechengelände selbst dreht sich vieles ums Zweirad. Am Stand der ADFC-Ortsgruppe werden etwa Fahrrad-Codierungen als Diebstahlschutz angeboten. Ein Angebot, das auf große Resonanz stößt. Ebenso wie die Gratiswäschen in der Fahrradwaschanlage, an der auch Ahlens Mobilitätsmanager Lukas Ossenbrink zu finden ist, der über die Themen Verkehr und Mobilität informiert. Vor Ort sind zudem die lokalen Zweiradhändler, die zahlreiche Gespräche mit Interessierten führen.

Starkes Interesse wecken auch die Kurzführungen von Hermann Huerkamp und Peter Przyluczky durch die zurzeit noch nicht entwickelte Maschinenzentrale, das ehemalige Herzstück von Westfalen. Allein 60 Menschen lassen sich am frühen Nachmittag durch das Gebäude führen. Was war hier früher? Was könnte hier künftig sein? Diese beiden Fragen beleuchten der ehemalige Bergmann und der Geschäftsführer der Projektgesellschaft Westfalen und verbinden so Tradition und Zukunft.

Für leuchtende Augen sowohl bei Kindern als auch Erwachsenen sorgt zudem am frühen Nachmittag eine Rallye von Oldtimern über das Gelände. Von den landwirtschaftlichen Maschinen der Schlepperfreunde Dolberg bis hin zum nostalgischen VW Bulli ist hier alles dabei, was die Herzen von Autofans höherschlagen lässt.

Auch wer einen kleinen Adrenalinkick sucht, ist bei diesem Fest am richtigen Ort. So bietet das Kletterzentrum Rockvibes an, sich vom Förderturm abseilen zu lassen. Das trauen sich erstaunlich viele Besucherinnen und Besucher. „Einfach ein cooles Erlebnis“, findet etwa Julian Niehues, der sich gemeinsam mit seiner Mutter Angela Orfgen den ungewöhnlichen Abstieg wählt.

Abgerundet wird das Angebot durch ein breites Spektrum lokaler Handwerkskunst im Rahmen des Kreativmarkts und Stände der Polizei, die über das Thema Verkehrssicherheit informieren, sowie durch die Jugendfeuerwehr. Letztere zieht mit einer kleinen Löschübung insbesondere den Nachwuchs an.

Auch für das leibliche Wohl ist unter anderem mit einem Grillstand, leckerem Kuchen oder auch Zuckerwatte und Popcorn für die Kids gesorgt. Den musikalischen Höhepunkt bietet das Werksorchester Bergwerk Ost, das unter anderem mit dem Steigerlied die Hymne der Bergleute erklingen lässt.

Kein Wunder also, dass die Organisatoren ein positives Fazit ziehen. „Ich bin sehr zufrieden“, freut sich Fördervereinsvorsitzender Fabian Recker über einen gelungenen Neustart des Festes nach zwei coronabedingten Ausfällen. In dieselbe Kerbe schlägt der CDU-Bundestagsabgeordnete Henning Rehbaum, der sich das Fest ebenfalls nicht entgehen lässt. „Ich finde es bärenstark, dass dieses Fest ehrenamtlich organisiert wird“, betont er mit Blick auf fast 50 ehrenamtliche Helferinnen und Helfer, die das Großereignis im Ostenstadtteil auf die Beine gestellt haben. Davor könne man nur den Hut ziehen.

von Von Martin Feldhaus

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