Austausch von Tipps – und Saatgut


Über 140 Gartenfreundinnen und -freunde machten sich am Sonntag auf zur Tour durch grüne Oasen. Und sie wurden nicht enttäuscht.

Die Platanen bilden den Schutz über der Sitzecke bei Familie Wichmann. Anja Wichmann (3.v.l.) und Christian Fillmer (2.v.r.) reden über Vor- und Nachteile der Bäume Peter Schniederjürgen

Die lokale Gartenschau, der „Tag der offenen Gärten“, ist am Sonntag nach zweijähriger Zwangspause wieder ein voller Erfolg. Top-Wetter zieht über 140 Gartenfreundinnen und -freunde zur Tour durch sieben Gärten. Von einer regelrechten Kunstgewerbeschau bis zum Stadtpark, vom Kleintierbiotop bis zur Arbeitsgemeinschaft reicht die Palette der vorgestellten Gärten. Dabei sind die Konzepte so verschieden wie die Besitzerinnen und Besitzer.

Die erste Station befindet sich an der Rückseite des Glückaufheims. Hier hat die Mieterinteressengemeinschaft das Green Team ins Leben gerufen. Rund 15 Jugendliche zwischen zwölf und 18 Jahren kümmern sich um ein sauberes und schönes Wohnumfeld. „Wir sammeln mal Müll oder arbeiten im eignen Garten“, erklärt Heinzpeter Przyluczky als Leiter des Teams. Das bewirtschaftet zudem noch einen vom Grundeigentümer Vivawest zur Verfügung gestellten Garten. Ziersträucher und Blumen, aber auch Gemüse bauen die jungen Leute hier an. „Wir mögen die Tomaten und Gurken am liebsten“, sind sich die Geschwister Nisa und Sudenaz einig. Zusammen mit Abdul und Enes führen sie die Gäste durch ihr grünes Paradies und stellen dabei das Green Team vor. Mitten im Garten bietet ein ausrangierter Bauwagen bei schlechtem Wetter Schutz. „Der stand auf der Zeche und wir konnten ihn gut aufarbeiten“, so Heinzpeter Przyluczky. Für die jungen Leute sei es immer wieder ein Abenteuer zu sehen, wie das, was sie ausgesät haben, langsam, aber sicher zu Gemüse heranwächst. „Ein wichtiger Schritt, diesen Vorgang direkt zu erleben und zu sehen, wie unsere Lebensmittel entstehen“, führt der Teamleiter aus.

Nicht so weit entfernt hat Familie Dobsch ihren Garten. Mitten zwischen hohen alten Bäumen liegt das grüne Kleinod – ganz auf die Bedürfnisse der Betreiber zugeschnitten und vor allem schattig. „Wir nutzen den Garten sehr intensiv, praktisch als ausgelagertes Wohnzimmer“, sagt Katrin Dobsch. Darum gebe es viele Einrichtungen, zum Beispiel Gartenhäuser als Räume zum Rückzug oder auch nur als Blickfang. Aus einem Brunnen sprudelt schon allein optisch erfrischendes Wasser und eine Gartengöttin lugt durch die Rosen.

Wer den Garten der Familie Schulze Horsel betritt, ist von der Übermacht an Blüten und Blumen überwältigt. Ein relativ kleines Rasenstück öffnet den Blick auf ein von Wegen durchzogenes Blütenmeer. Darin immer wieder verschiedene Akzente wie eine steinerne Viehtränke, ein Sitzgruppe oder anderes.

Hier, auf dem Hof von Schulze Horsel senior, erwartet die Besucherinnen und Besucher ein wahres Blumenmeer. Ursula Schulze Horsel gibt gern neben Tipps auch selbstgezogenen Blumensamen ab. Ein Angebot, dem Maria Westhoff nicht widerstehen kann.

„Der Kirschbaum wollte nicht und die Rose war auch nicht besonders“, zeigt Anja Wichmann in ihrem Garten auf das den Rasen beherrschende Pflanzenpaar. Denn hier steht ein Kirschbaum, zwischen dessen Ästen knallrote Rosen leuchten. „Es war ein Versuch. Mit beiden Pflanzen war nichts los, dann haben wir sie einfach mal zusammengesetzt und dann kam das“, zeigt die Gartenfreundin auf den stolzen Kirschbaum mit seiner rosigen Begleiterin. Die Pflanzen sind eine offensichtlich gut funktionierende Partnerschaft eingegangen. Doch das ist im Wichmann‘schen Garten noch nicht alles. Im nächsten Teil des Gartens bilden Schirmplatanen eine regelrechte Laube. Kühl beschattet, lässt es sich hier gut sitzen. Ort und Zeit für eine angeregte Diskussion unter Hobbygärtnern. „Der Schatten ist gut, aber die haarigen Blätter der Platane sind ein Fall für sich“, wendet Christian Fillmer ein. Dem stimmt Anja Wichmann zwar zu. „Doch der Sonnenschutz und die Schönheit des Blattes überwiegen für uns ganz klar.“ So unterschiedlich sind eben die Vorlieben im Garten.

Mitten in der Stadt ist seit einigen Monaten der neugestaltete Stadtpark geöffnet. Mit natürlichen und bienenfreundlichen Blühstreifen versehen, bieten die weitläufigen Wiesen ein schönes Rückzugsgebiet für die Menschen. Ruhebänke und Liegen laden zur Pause ein und der Spielplatz in der Mitte ist der Anziehungspunkt für Kinder. Eine kleine Schwachstelle hat der Park aber. Wer sich im Rollstuhl von der Robert-Koch-Straße über die Wersebrücke nähert, kommt auf dem Fußweg nicht weit. Hier versperrt eine Barriere den eigentlich rolligerechten Weg zum Park.

von Von Peter Schniederjürgen

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