Australien: Griff nach den Sternen


Auf die Städte können sie verzichten, aber die beeindruckende Natur Australiens hat es ihnen angetan: Aneta und Dirk Bleyer nahmen ihr Publikum mit auf eine abenteuerliche Reise down under.

Feurige Granitfelsen in der Bay of Fires auf Tasmanien. Bleyer

Der erste Multivisionsabend der WN/Ahlener Zeitung in Kooperation mit der Stadthalle und der Volksbank hat am Dienstagabend Lust auf mehr gemacht. A­neta und Dirk Bleyer haben sich im Geländewagen in sehr entlegene Winkel Australiens begeben und dabei farbenfrohe Bilder in Fotos und Filmsequenzen festgehalten.

„Wir kommen etwas spät – nämlich ein Jahr“, begrüßte Dirk Bleyer das Publikum. Vor einem Jahr musste die Präsentation coronabedingt ausfallen. Sie wurde jetzt über zwei Stunden nachgeholt und war ein gelungener Neustart der Reihe.

Es war schon der Kindheitstraum Aneta Bleyers, Australien anzusteuern, die Polin wuchs hinter dem Eisernen Vorhang auf. Zwei Parameter bestimmten die Reiseroute: zum einen der Ort zum Kauf des passenden Geländewagens – Darwin im Norden –, zum anderen sollten die jeweils nördlichsten, östlichsten, südlichsten und westlichsten Orte des Kontinents angesteuert werden.

Australienbilder gab es aber nicht nur am Boden, sondern auch aus der Luft und unter Wasser. Landschaft, Tierwelt, Menschen und Umweltphänomene nahm das Ehepaar dabei ins Visier. „Die größte Künstlerin ist Mutter Natur“, befand Dirk Bleyer und hatte damit die Zustimmung des Publikums.

Dass es keine Tour zum Nachmachen war, zeigte gleich der Auftakt. Der Old Telegraph Track verlangte Fahrer und Fahrzeug alles ab, die penible Fahrzeugauswahl hatte sich hier schon ausgezahlt. Atemberaubende Aufnahmen von der Bewältigung des hochanspruchsvollen Hindernisparcours über mehrere hundert Kilometer ließen den Atem stocken. Der Lohn: Mit Cape York wurde das nördlichste Ziel erreicht.

Im weiteren Verlauf wurde es aber entspannter, wofür ein sich auf dem Boden räkelndes Känguru stand. Das Outback zeigte sich weitestgehend menschenleer, die wenigen angetroffenen Bewohner waren vom Charakter her Originale ihrer Lebensbereiche. Nur selten steuerte das Ehepaar Städte an, man merkte, es fühlte sich dort eher unwohl. Die Einsamkeit und Schönheit der Natur waren mehr ihr Ding. Wie die einsame Küste am gefährdeten Great Barrier Reef. „Da sieht man, was auf dem Spiel steht“, mahnte Dirk Bleyer. Viele Nationalparks steuerte das Paar an, darunter das Gebiet um den Uluru, den berühmten rotschimmernden Monolithen.

Beeindruckende Bilder fingen Aneta und Dirk Bleyer zum Ende südlich von Broome von einer Sternenschau ein, die dort wegen der sauberen Atmosphäre besonders brillant ist.

Nach den Sternen hatte Aneta Bleyer ja auch gegriffen: „Mit dieser Reise ist ein Kindheitstraum in Erfüllung gegangen – es lohnt sich, zu träumen.“ Das Auto steht noch in Perth, das Ehepaar wird trotz Erreichen der Himmelsrichtungsziele eine weitere Etappe hinzufügen – wenn Australien wieder die Einreise erlaubt.

von Von Ralf Steinhorst

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