Bekenntnis zur „Perle des Marktplatzes“


Den großen Ankündigungen des Eigentümers, eine baldige Sanierung des Hauses Holtermann einzuläuten, sind noch keine Taten gefolgt. Das kritisieren die „Ahlener Stadtbildmacher“.

Protestieren gegen den offenbar gewollten Verfall eines Baudenkmals: Silke Büscher-Wagner, Carmen Lütkehaus und Rita Röller (v.l.). Dabei können sie auch auf die Unterstützung des Heimatmalers Martin Hatscher zählen. Peter Schniederjürgen

Eigentum verpflichtet. Das ist nicht nur im Gesetzt so festgeschrieben, sondern ebenso die Forderung der „Stadtbildmacher“. Der Verein stellte sich am Samstag auf den Marktplatz und protestierte mit diesem Leitwort vor dem immer weiter verfallenden Haus Holtermann. Die Aktion war zugleich der inoffizielle Auftakt zum Tag des offenen Denkmals am Wochenende.

„Was ist der Sachstand? Wie geht es mit diesem prägenden Haus weiter?“, formulierte die Vorsitzende Silke Büscher-Wagner die Forderung vieler Ahlener nach mehr Information. Das mittlerweile ziemlich marode Gebäude hat sich im Laufe des Stillstands am Marktplatz zu einem Hauptthema des Vereins entwickelt.

Doch da gibt es noch mehr. „Eigentlich wollen wir heute hier vor allem auf den Denkmaltag am Sonntag hinweisen“, sagt Silke Büscher-Wagner. Dabei weisen die „Stadtbildmacher“ auf ein weiteres Herzensprojekt des Vereins hin: das Trafohäuschen am Europa-Kreisel, Im Pattenmeicheln, wo es für die Besucher auch Kaffee und Kuchen gab.

Am Infostand auf dem Markt sind Broschüren erhältlich, die sich mit der denkmalgerechten und vor allem finanzierbaren Sanierung von erhaltenswerten alten Gebäuden auseinandersetzen. Denn auch das ist ein Ziel der „Stadtbildmacher“: Sie kümmern sich um den Erhalt unzähliger, aber stadtbildprägender Elemente. Ob Wegkreuze, bepflanzte Baumscheiben, Verkehrsinseln und andere Bauwerke sind in ihrem Fokus.

Doch das Hauptaugenmerk liegt auf der verlotterten „Perle des Marktplatzes“, zu dem sich die Ahlener zum wiederholten Male deutlich bekennen. Das alte Geschäftshaus Holtermann ist provisorisch mit Drahtnetzen gegen herabfallenden Stuck gesichert und gammelt still weiter vor sich hin. „Wir wollen von der Stadt wissen, was der Sachstand der Gespräche mit dem Eigentümer ist“, verlangt Silke Büscher-Wagner. Dabei hat sie noch die künstlerische Unterstützung des Heimatmalers Martin Hatscher erhalten. Er hat das Haus ein weiteres Mal ins Bild gesetzt – aber mit dem gar nicht mehr dezenten Hinweis „Eigentum verpflichtet“. Und das als schönen Gruß an den Eigentümer.

von Von Peter Schniederjürgen

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